Zwei Kölner, noch mehr Kölsch und die Idee mit dem Rad unser zu Hause zu erkunden.

Ein Fahrradblog

Zwei Kölner, noch mehr Kölsch und die Idee mit dem Rad unser zu Hause zu erkunden. Frei nach dem Motto, “Reisen ist fatal für Vorurteile, Bigotterie und Engstirnigkeit” [Marc Twain]“Reisen ist…

Zwei Kölner, noch mehr Kölsch und die Idee mit dem Rad unser zu Hause zu erkunden.

Fahrradtour

Frei nach dem Motto, “Reisen ist fatal für Vorurteile, Bigotterie und Engstirnigkeit” [Marc Twain]“Reisen ist fatal für Vorurteile, Bigotterie und Engstirnigkeit” [Marc Twain]  haben wir uns im Sommer 2017 zum ersten Mal auf (geliehene) Fahrräder geschwungen, um die nähere Umgebung zu erkunden. Die Idee darüber zu Schreiben wurde während unserer ersten gemeinsamen Tour und vielen tollen Begegnungen immer konkreter. 

Die Idee – ein Fahrradblog aus Köln

Nicht noch so’n Reiseblog – war der erste Gedanke – doch nach dem ersten Tag auf dem Rad war uns klar, dass wir genau so starten wollen, um mehr Menschen für das Bikepacking und ihre Umgebung zu begeistern.

Fahrradrabauken?! Worum geht es hier? 

Es soll auf fahrradrabauken.de nicht darum gehen von einem Hostel zum nächsten zu hetzen. Oder möglichst viele Länder zu erkunden, um unsere Viten sowie diesen Blog zu füllen. Wir schreiben, mehr oder weniger regelmäßig über eine langsame und unabhängige Art des Reisens.

Es geht schlicht und einfach um eine gute Zeit auf dem Rad inklusive Schweiß, Bier und netten Leuten – Oh wie schön ist Panama direkt um die Ecke! Spart euch das Geld für die Flüge oder das Fitnessstudio und radelt einfach los – Wohin?

Ideen sammeln wir für euch auf dieser Seite. Doch eigentlich ist das Ziel egal.

Wir stehen noch ganz am Anfang

Wir sind (noch) nicht alles gefahren, eigentlich fast noch gar nichts. Dennoch möchten wir euch auf dieser Seite Routen vorstellen, die ihr noch nicht kennt, zwischen Orten die ihr vielleicht schon kennt, aber aus einem anderen Blickwinkel entdecken könnt.

Dabei stehen nicht nur Bikepacking und Mehrtagestouren im Fokus, sondern auch  Tages – und Citytouren in der Nähe von Köln, wo wir leben.

Eine kleine Auszeit vom Alltag kann sich auf dem Rad wie ein Urlaub von mehreren Wochen anfühlen. Mitten im Urlaub ist man bereits, wenn man auf dem Drahtesel sitzt. Glaubt ihr nicht?

Seid wild und frei und fahrt einfach los.

Oder um Hannes Wader zu zitieren:

“Heute hier morgen dort, bin kaum hier muss ich fort […]”

In diesem Sinne

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Fahrradfahren an der Ostsee

Eine kleine Tagestour von Niendorf nach Travemünde Es geht hier um eine kleine Tagestour von ca. 20 km mit Leihrädern, die uns entlang des Brodtener Steilufers von Niendorf nach Travemünde…

Eine kleine Tagestour von Niendorf nach Travemünde

Es geht hier um eine kleine Tagestour von ca. 20 km mit Leihrädern, die uns entlang des Brodtener Steilufers von Niendorf nach Travemünde und wieder zurück nach Timmendorfer Strand führt. Nix Wildes, aber sehr sehr schöne Aussicht.

Brodtener Steilufer – tolle Aussicht

Urlaub in Niendorf – nähe Timmendorfer Strand

Es ist Ostern bzw. kurz vor Ostern, die Sonne knallt in Köln mit über 20 Grad auf alle Kölner*innen. Hätten wir das gewusst… wären wir wahrscheinlich trotzdem nicht zu Hause, sondern unterwegs.

Bewährte alternative Besetzung

Leider immer noch getrennt voneinander. Henrik testet das Wetter in Frankreich und die andere Rabaukenhälfte, und damit meine Wenigkeit, hat es an die Ostsee verschlagen. Natürlich in altbewährter alternativer Besetzung mit Nina – siehe Nordseeradweg.

Ohne Rad geht es eben nicht

Wir wachen relativ früh auf und stellen fest, dass die Sonne schon wieder über der Ostseeküste erstrahlt. Rabaukenwetter und beste Vorraussetzungen also, um sich Räder zu leihen und einfach die Küste entlang nach Travemünde zu fahren.

Niendorf Fahrradverleih
Beste Leihräder, nur nicht für längere Touren

Wir sind guter Dinge, auch wenn es hier oben natürlich keine 20, sondern eher 14–16 und nachts drei Grad sind. Liebe Güße an dieser Stelle nach Cöllefornia.

Travemünde ist das Ziel

Travemünde ist nicht weit weg von Niendorf, muss aber auch nicht. Wir wollen keine Kilometer schrubben, sondern entspannt an der Küste entlang fahren. Quasi testen, wie das mit dem Radfahren nochmal funktionierte. Aussicht schlägt hier, um Längen, Schnelligkeit oder Distanz.

Rabauken nichts als Rabauken

„Schnell“ geht hier eh nicht, denn bei dem Wetter sind selbst die aller größten Stubenhocker*innen unterwegs und so teilen wir uns den Weg mit Fussgänger*innen, anderen Radfahrer*innen und Personen, welche sich mangels Übung oder besser mangels Körpergefühl nicht auf ein E-Bike setzten sollten. An dieser Stelle ein dringender Aufruf an alle, sich einfach zu entspannen und das Wetter zu genießen. ECO-Sport-Super-Boost ist auf engen Wegen fehl am Platz!

Fahrradleihen in Niendorf

Geliehen haben wir uns direkt in Niendorf zwei Räder mit 7-Gängen, denn etwas auf und ab geht es doch an der Steilküste der Ostsee. Drei würden aber auch dicke reichen. Tipp am Rande: Reserviert am besten einen Tag vorher die Räder. Wir hatten Glück, aber auch die beiden letzten Räder erwischt.

Brodtener Steilufer – tolle Aussicht

Mit einer entspannten Reisegeschwindigkeit von durchschnittlich ca. 12km/h fahren wir entlang des „Brodtener Steilufers“ und der Hermannshöhe nach Travemünde. Das Restaurant haben wir nicht ausprobiert, scheint aber für ein Päuschen sicherlich geeignet. Nur eben nicht nach 3 km und nach der ganzen Werbung in Niendorf und Umgebung fühlten wir uns schon fast genötigt dort zu halten. Machen wir aber nicht! So!

Brodtener Steilufer
Brodtener Steilufer – Kennt ihr schon oder?

Hafenspaziergang

Wie schlendern lieber am Hafen in Travemünde entlang und entscheiden uns für ein dickes Spagettieis, fast genau an der Kaikante. Gerade noch noch ein schmaler Streifen Fußweg trennt uns vom Wasser. Ist aber nicht schlimm, denn andere Leute zu sehen kann ja durchaus seinen Reiz haben. Eis, Leute gucken und die Nase in Richtung Sonne recken. Wenn 2019 schon so losgeht, kann es nur eine super Saison werden.

Hafen in Travemünde
Hafen in Travemünde – Immer einen Besuch wert

Reicht dann aber auch

Nachdem wir uns eine kurze Übersicht in Travemünde verschafft haben, reicht es uns aber auch schon wieder und wir kehren um, diesmal in Richtung Timmendorfer Strand.

Was schwimmt denn nu’ alles in der Ostsee?

Nicht nur das wollen wir wissen, sondern auch noch viel mehr und so verkriechen wir uns vor der Sonne und tauchen ein in die dunkle und bunte Unterwasserwelt von SEALIFE. Kennt ihr sicher, deswegen sparen wir uns hier eine detaillierte Beschreibung. Der Eintritt ist mit 16,50€ echt nicht billig und das Riesenaquarium leider auch gar nicht so riesig. Spannend ist es aber schon, auch wenn wir nach einer halben Stunde wieder draußen sind. Das kann aber jede*r für sich entscheiden.

Sealife Timmendorfer Strand
Sealife in Timmendorferstrand

Plastikschrott im Merchshop -Schade Sealife

Was uns aber viel mehr beschäftig ist folgende Frage: Wenn SEALIFE sich für den Erhalt und den Schutz der Meere einsetzt, warum werden im Souvenier-Shop so viele Plastiksachen verkauft? Kann uns das wer beantworten?

Fazit einer kleinen Tagestour

Ein kleiner aber feiner Tagesausflug, den wir euch nicht vorenthalten wollten und deswegen gibt es hier einen kurzen Abriss. Tolle Sicht, massig Sonne und zahlreiche Bänke auf der Stecke laden zum Verweilen und Abschalten ein.

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Fahrradfahren im Frühling 2019 – Frühjahrserwachen bei den Fahrradrabauken

Fahrradfahren im Frühling 2019 – Frühjahrserwachen bei den Fahrradrabauken Noch schmerzt das Sonnenlicht in den Augen, als wir unsere müden Glieder aus unserem Winterquartier, der gemütlichen Agnes Klause im Agnesviertel nahe…

Fahrradfahren im Frühling 2019 – Frühjahrserwachen bei den Fahrradrabauken

Noch schmerzt das Sonnenlicht in den Augen, als wir unsere müden Glieder aus unserem Winterquartier, der gemütlichen Agnes Klause im Agnesviertel nahe der Agneskirche in Köln, bewegen. Agnes ist für uns auf jeden Fall der beliebteste Frauenname 2018. Dennoch wirken die Knochen wie eingerostet. Wir schütteln uns den Winter aus den Klamotten, wischen uns den Bierschaum vom Mund und setzen die Sonnenbrillen auf unsere Nasen. Beton und Winter wir können euch nicht mehr sehen. Irgendwann ist auch mal jot!

Frühling bist du das? Lange nicht gesehen alter Freund

So langsam stabilisieren sich die Temperaturen in der Kölner Bucht wieder oberhalb der 10 Grad (darunter kriegste‘n Rabauken nicht wirklich auf’s Rad) und wir sind bereit für eine neue steile Saison mit neuen Abenteuern und Geschichten. Wenn ihr euch gefragt habt, was eure Lieblingsrabauken in der Zwischenzeit gemacht haben, können wir nur sagen: Untätig waren wir nicht. Zwar sind die Tourenräder über den Winter im Keller verschwunden, um auf besseres Wetter zuwarten, dennoch waren wir recht umtriebig. Wir haben es uns in warmen und spärlich beleuchtete Eckkneipen gemütlich gemacht, um uns mit aller Kraft dem Winter entgegenzustellen. 

Selbstreflexion und ein Jahresplan für alle Rabauken

Bewaffnet mit Stift und Papier, haben wir ein paar Sonnenstrahlen zurück in die schummrigen Eckpinten von Köln geholt und uns mit grandiosen Erinnerungen aus dem letzten Jahr über Wasser gehalten. Selbstreflexion bei Kölsch und Fritten sozusagen. Herausgekommen ist ein Rabaukenjahresplan, der sich sehen lassen kann. 

Radfahren in Köln, NRW und Deutschland – Fast alles beim Alten

Während der winterlichen Planungen für unsere Radtouren 2019 ist viel Kölsch den Rhein runtergeflossen. Soviel sei aber schon mal verraten: Wir werden in diesem Jahr vermehrt kürzere Tagestouren in und um Köln abreißen und haben so vor, euch die Stadt und ihr Umland aus unserer Perspektive schmackhaft zumachen: Kultige Büdchen, sympathische Eckpinten, Nachhaltigkeit, Ökologie und kritischer Konsum, sind Stichworte, die uns den Weg weisen werden. Haben wir richtig Bock drauf.

Büdchen, Nachhaltigkeit und weitere Spannungsbögen

Das ländliche NRW steht natürlich auch wieder dick auf’m Plan. Dis halt wo wir herkomm’. Es wird ein bißchen hügelig und hier und da auch ma flach, mehr geben wir noch nicht preis. Ende Mai/Anfang Juni wagen wir mal über den Tellerrand hinauszublicken und fahren raus aus’m Sektor. Wohin? Auch Geheimnis. Spannungsbogen usw. Wird aber wieder ‘ne feine Sache, da sind wir uns sicher.

Wir geben unser Bestes! Versprochen!

Toller Plan oder? Mal sehen, wie viel wir davon wirklich schaffen. Treu nach dem Motto: “Was du heute kannst besorgen, verschiebe doch auf morgen” gehen wir ausgeruht an den Start. Bock haben wir auf jeden Fall! Zudem auch eine neue Luftpumpe. Kann ja nichts mehr schiefgehen. Einem neuen Jahr voller Wahnsinn steht also nichts mehr im Wege.

Ideen für eine Fahrradtour

Rabaukensaisonstart ist Ende April. Wann geht es denn für euch los? Oder seid ihr schon längst unterwegs? Habt ihr noch Ideen? Lieblingsziele? Lieblingslokale? Sollen wir auf ein Stück Kuchen vorbeikommen? 😉 

Dann meldet euch doch bei uns. Wir freuen uns über jegliche An- und Aufregung.

In diesem Sinne 

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Fahrradfahren im Ruhrgebiet – Teil zwei der Industriekultur-Saga

Tagesradtour Dortmund – Hamm – Lünen – Wattenscheid – Wir werden klüger Keine Kompromisse, heute sind wir schlau und buchen schon am frühen Morgen ein Zimmer für die kommende Nacht….

Tagesradtour Dortmund – Hamm – Lünen – Wattenscheid – Wir werden klüger

Keine Kompromisse, heute sind wir schlau und buchen schon am frühen Morgen ein Zimmer für die kommende Nacht. Entspannt irgendwie, ohne Zelt fühlen wir uns nämlich ein bisschen nackt, hilf- und schutzlos. Fahrtechnisch drehen wir uns an diesem Morgen im Kreis und finden nicht so recht wieder auf die Route der Industriekultur. Zuerst schieben wir es noch auf den gestrigen Abend und die müden Knochen, denn der erste Tag inklusive Haldenanstieg steckt uns schon noch in den Gliedern.

Schutzpatronin der Bergmänner und der Radfahrer

So, was denn jetzt eigentlich, Karte oder Knotenpunkte? Mal wieder wird das Radeln ein wenig fransig, gefühlt stehen wir fast nur noch und überlegen wo es hingehen könnte. Überraschenderweise macht das weniger Lust, als einfach locker rollen zu lassen. Insbesondere an einem Morgen, der nicht so richtig rund läuft. Wir steigen einfach nicht mehr durch und langsam, die Mittagszeit nähert sich schon wieder, melden sich auch pünktlich unsere Mägen. Wir entscheiden uns dafür, eine etwas längere Pause einzulegen und den weiteren Tag zu planen.

Kneipenplanung und Fritten

Wo lässt dich das am besten machen? Richtig, in einer netten Pinte bei `nem lecker Pilsbier und einer Kleinigkeit zu essen. Nach nicht allzu langer Zeit nähert sich unsere potentielle Oase auch schon: Eine alte Bergmannskneipe, die nach der Schutzpatronin der Bergleute (und einiger weitere Berufs- und Personengruppen) St. Barbara benannt ist.

Pure Freude am Tresen – Draußen ist es aber auch schweinekalt

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob der Laden noch nicht geöffnet hätte. Mist, aber wir haben Glück, der Wirt hat uns beim rumtigern gesehen und bittet uns rein. Die nächste Stunde verbringen wir am Tresen, trinken etwas und essen Fritten. Perfekt.

St. Barbara – Du bietest uns Schutz

Die leckeren Fritten und das Bier lassen uns wieder zu Kräften kommen, denn auch die Kälte macht uns träge und schreit nicht gerade nach Weiterfahrt. Kurzer Check der Wetterapp und siehe da, ab 14 Uhr kommt zumindest die Sonne wieder raus, auch wenn die Temperatur weiter bei 14 Grad bleibt. Wie sagt man so schön, Abwarten und Biertrinken. Bevor uns das Zeitgefühl gänzlich verloren geht, bezahlen wir lieber schnell und fahren weiter. Die Eckkneipe schließt an eine alte Siedlung der Bergleute an, d. h. nicht dass die Siedlung leer steht. Ganz im Gegenteil.

Alte Kolonie Eving

Die Alte Kolonie Eving – Wir lassen uns durch die Straßen rollen

Sich so ein bisschen einen Plan zurechtlegen kann auch ganz cool sein. Während der längeren Mittagspause haben wir entschieden als nächstes durch die nahe gelegene denkmalgeschützte Arbeitersiedlung „Alte Kolonie Eving“ zu fahren. Wie es hier wohl früher mal ausgesehen hat, als es noch Spielplätze an den Ecken der Siedlungsstraßen gab? Die Siedlung wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet. Sie diente vor allem angeworbenen Arbeitern aus Osteuropa als Wohnsiedlung.

Zeche “Minister Stein” und “Fürst Hardenberg”

Geschuftet haben die ungefähr 270 in der Siedlung lebenden Kumpel in den Dortmunder Zechen Minister Stein und Fürst Hardenberg. Bis in die 1980er Jahre wurde hier Steinkohle zutage gefördert. Bergbauromantik pur, auch wenn wir mittlerweile verstanden haben, dass ein Bürojob doch nicht das schlechteste der Welt ist. So bleiben zumindest in den ersten Jahren noch die Knochen heile. Seit den 1970er Jahren wurde in der alten Kolonie immer mal wieder saniert, renoviert, Dinge umgekrempelt. Die Siedlung, mit ihrem hoch aufragenden Wohlfahrtshaus, ist definitiv sehenswert. Nicht verpassen und mal hin radeln.

Tipp: Knotenpunkte, mehr braucht man nicht.

Endlich macht es -klack- in unseren Köpfen, wieder mal so ‘n Rabaukendingen: Lange Leitung und zu wenig geplant. Aber uns geht ein Licht auf. Knotenpunkte! Stehen an jeder Kreuzung und sind der heiße Shit! Die Kombination aus unserer Karte und eben jenen Knotenpunkten hat uns die letzten eineinhalb Tage fast an den Rand des Wahnsinns navigiert. Das Ganze noch getoppt durch die Nutzung des Handys. Tipp von uns: Spart euch die Nerven und guckt nur auf die Knotenpunkte. Zur Sicherheit wiederholen wie es hier noch mal, als quasi Mantra: Nur und ausschließlich auf die Kontenpunkte gucken!

Stadt Hamm, sagt der Plan, aber die Beine sagen nein

Das Lanstroper Ei ist auf den ersten Blick ein ei(!)genartiges Bauwerk (auch der musste sein). Aus der Entfernung sieht man erst einmal ein Stahlgerüst, welches eine eirunde rostige Kugel trägt. Auf einem fast komplett flachen Teilstück radeln wir locker Meter für Meter an das Ei heran. Am Fuße des alten Wasserturms, der umliegende Zechen mit einem gleichmäßigen Wasserdruck versorgt hat, müssen wir leider feststellen, dass das Areal großflächig abgezäunt ist. Bauarbeiten sind nicht zu erkennen. Aber eine Infotafel verrät eine geplante umfassende Sanierung des mehr als 100 Jahre alten und 60 m hohen Turms. Erster Bauschritt bis 2016. Naja, Verspätung wegen Verzögerung im Betriebsablauf wahrscheinlich. Die Idee, aus dem Turm und seinem Umfeld ein Umweltbildungszentrum zu machen, ist auf jeden Fall mal zu begrüßen. Umwelt gut, Bildung auch. Gute Sache also.

Das Lanstroper Ei – malerisch schön

Nach einem tiefen Schluck aus der Wasserflasche radeln wir im Sonnuntergang durchs recht flache grüne Land. Dem Terrain sei Dank, schaffen wir es sogar fast bis Kamen. Auf der Rückfahrt Richtung Lünen können wir am Kanal entlang schön laufen lassen. Die Räder surren. Unser Tagesziel ist Datteln, irgendwie noch Ruhrgebiet, aber das Münsterland lässt sich bereits erahnen. Die letzten Meter fahren wir unschöner Weise an einer recht dicht mit Pkws befahrenen Hauptstraße entlang. Aus der Ferne sehen wir aber schon unsere Schlafstätte. Ein ehemaliges Hotel mit eigener Küche und heute ein B&B, wie wir später noch im Gespräch erfahren werden. Unser Gastgeber empfängt uns pottisch zurückhaltend freundlich. Nach ein paar Sätzen jedoch taut die Situation auf, sogar der etwas verstaubte Tresen samt Hahn wird für uns geöffnet. Hervorragend! Wir trinken zwei verdiente Bier an der Theke und lassen uns etwas über Pott und die Welt erzählen.

Gasthaus Zum Ankerplatz – Hoch die Tassen!

Gasthaus Zum Ankerplatz – Hoch die Tassen!

Auf Tipp unseres Herbergsvaters schlendern wir an der Dattelner Schleuse entlang zum nächstgelegenen Gasthaus. Es entpuppt sich als Glücksgriff. Superleckeres Essen, sehr nette Betreiber und eine Hochzeitsgesellschaft im Saal nebenan, die zu der gesamten Musikpalette der 90er abfeiert. Die Beine wippen im Takt. Mehr oder weniger textsicher lauschen wir Rednex, Snap! oder Ace of Base. Wir entscheiden uns dann doch gegen das Hochzeits-Crashing und feiern uns mit dem ein oder anderen Gedeck lieber selbst. Den ereignisreichen Tagen revuepassierend, beobachten wir die schwankenden Hochzeitsgäste an unserem Tisch vorbeiziehen. Die angesteckten Kippen wandern von Mal zu Mal etwas früher im Mund. Ein bisschen wie Theater nur echter, untermalt mit dem Besten aus der Musikbox der 90er. Wir zahlen die Zeche (der musste sein), machen uns auf den Heimweg und freuen uns auf unser gemütliches Bett.

Sonnenschein im Ruhrgebiet

Der dritte Tag. Die Sonne scheint und es ist Wochenende. Besser geht es doch wohl nicht. Moment ist das Dach wirklich gefroren? Egal, wir gehen erst mal frühstücken, der Sommer kommt gleich bestimmt wieder und liegt nur noch in den Federn. Nach der Stärkung verabschieden wir uns von unserem Gastgeber und lassen noch ein paar von unseren Fahrradrabauken-Aufklebern da. Wenn Ihr mal in Datteln seid, greift ruhig zu 😉

Schiffshebewerk Henrichenburg

Unser erstes Tagesziel ist der Schleusenpark Waltrop und das Schiffshebewerk Henrichenburg. Die Route ist selbst für uns Navigationsgenies einfach: Immer den Kanal entlang bis zur nächsten 90 Grad Kurve und weiter bis zum Schiffshebewerk Henrichenburg. Keine 8 km sind es von unserem Nachtlager bis dorthin. Ein idiotensicheres Dingen und damit genau das richtige für uns! Isso. Ruckzuck nähern wir und dem riesigen Aufzug für Schiffe und müssen leider feststellen, dass das LWL Museum den Großteil des Hebewerks mit einem Zaun blickdicht eingefasst hat. Trotzdem ein imposantes Gelände mit eindrucksvollen Bauwerken. 1899 wurde das alte Schiffshebewerk als eines der Schlüsselbauwerke am Dortmund-Ems-Kanal eröffnet. Die Teilnahme an der Eröffnungsfeier hat sich der olle Kaiser damals natürlich nicht entgehen lassen. 14 m Staustufe mussten hier überwunden werden damit die Schiffe bis zum Dortmunder Hafen weiterfahren konnten.

Schiffshebewerk Henrichenburg – so sieht das Dingen von außen aus

Schade, aber wir steigen nicht ab. So!

Wir entscheiden uns gegen den Eintritt und fahren einen kurzen Radweg, der uns rund um das weitläufige Gelände des Schleusenparks führt. Über die Inseln geht es vom historischen Hebewerk zum neuen Schiffshebewerk. Dort packen wir unsere Berliner vom Vortag aus und picknicken gemütlich mit Blick auf den Kanal. Jeder hat zwei und Vorräte müssen gut eingeteilt bzw. späterer Futterneid muss vermeiden werden. Wir reißen uns zusammen und lassen einen wieder in die Tasche wandern.

Der Landschaftspark Hoheward – Drachenbrücke und Sonnenuhr

Radweg und Drache in einem, aber eher etwas für Mountenbiker/innen

Weiter geht die Reise in Richtung Landschaftspark Hoheward, bekannt auch wegen der Drachenbrücke, der Sonnenuhr und dem Horizontobservatorium. 150 Millionen Tonnen aufgeschüttetes Material machen die Halde Hoheward zur größten ihrer Art im Ruhrgebiet. Der Landschaftspark ist imposant und mit dem Rad leicht erkundbar. Wer Lust hat, kann auch zur Spitze der Halde radeln. Wir sparen uns das aber, drehen eine kurze Schleife über die Drachenbrücke und fahren weiter. Die Zeit drängt ein wenig und wir wollen uns an unserem Lieblingsbüdchen „Holgers Erzbahnbude“ noch eines dieser leckeren bernsteinfarbenen Fiege Pilse gönnen.

Sonnenuntergang im Ruhrgebiet

Wir kosten die letzten Sonnenminuten an der Erzbahnbude voll aus und fahren erst mit der ersten Dämmerung in Richtung Wattenscheid, unserem nächsten Übernachtungsort auf der Reise durch den Pott. Nachdem wir schnell eingecheckt sind, studieren wir die Hausspeisekarte und entscheiden recht schnell, dass es woanders sicherlich etwas köstlicher sein wird. Ist dann auch so, Burger mit Fritten. Vielleicht nicht sonderlich kreativ aber absolut gut. Danach klingt der Abend dann locker aus. Wir reflektieren den Tag vor der Glotze. Kann man auch mal machen. Gute Nacht!

Wir wollen noch nicht zurück nach Köln

Tag 4 schon. Die Augen gehen langsam auf – ganz langsam – Shit, ist der ganze schöne Bums echt schon wieder vorbei? Es ist immer das Gleiche… „Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei…“ Ein Ohrwurm so schäbig wie das Gefühl am letzten Urlaubstag. Wenn wir könnten, würden wir einfach weiterfahren und nur zum Broteschmieren nach Hause kommen. Gerne richten wir ein Spendenkonto ein. Rabaukencrowdfounding quasi.

Mit dem Kaffee spülen wir das lethargische Gefühl den Hals runter. Wir haben doch noch einen ganzen Tag vor uns und heute machen wir uns mal nicht kaputt. Der Plan: Wir rollen lockere 15 km Richtung Bochum und übergießen und dort dann mit Kultur im Bergbaumuseum. Prima!

Wissenswertes über Bochum

Funfact: Der Bruder einer Rabaukenoma hatte eine Kneipe in der Nähe vom Bergbaumuseum. Das haben wir aber leider erst nach der Tour erfahren sonst wären wir bestimmt nicht im Museum gelandet. Gelernt ist gelernt. Isso!

Holgers Erzbahnbude – Wir kommen wieder

Somit fahren wir ein letztes Mal an Holgers Erzbahnbude vorbei. Achtung: Die Erzbahnbude hat erst ab 11 Uhr morgens auf! Skandal oder großes Glück. Eine Stunde später wären wie sicherlich wieder an einem der Tische versackt, um uns festzukrallen, um ja nicht nach Hause zu müssen.
So oder so ist Holgers Erzbahnbude Ruhrpott pur. Hier gibt es nicht nur kalte Getränke oder ein Tässchen Kaffee, sondern auch Eis, Kuchen und vieles mehr.

Fahrradreparaturen leicht gemacht

Wer einen neuen Fahrradschlauch braucht, dem/der wird hier ebenfalls geholfen. Kleine Reparaturen sind kein Problem und die geballte Radfahrexpertise sitzt sowieso bei Kaltgetränken am Tisch und hilft gerne. Nur eben nicht um 10 Uhr morgens. Ein bisschen schwer ums Herz wird es uns hierbei schon. Nicht, dass es in Köln an Bier (oder Kölsch – wie manche sagen) mangelt. Aber an der Weggabelung bei Holger stimmt einfach alles. Natur, kaltes Bier, Pause, Leute gucken, das ist schon top. Auch wenn das hier ein Radblog ist, hier der Hinweis für alle, die mit dem Auto an die Bude fahren wollen: Das geht nicht! Hier kommt ihr nur mit dem Rad hin.

Bergbaumuseum und andere Kultur

Halden haben wir mittlerweile genug gesehen, aber wie sieht die andere Seite der Medaille unter Tage aus? Spannende Frage. Das Ganze kann man sich zu Demonstrationszwecken in Bochum angucken. Im Endeffekt ist, das zwar kein richtiger Stollen bzw. keiner, der je betrieben wurde, aber in etwa 20 m Tiefe und auf ca. 2,5 km Länge bekommt man schon ein ganz gutes Gefühl von der vorherrschenden Enge. Aufgeregt wie kleine Kinder stehen wir mit selbigen im Aufzug und fahren ein. Ohne Helm und leider nur in einen nachgebauten Schacht. Etwas mulmig ist uns aber trotzdem. Darüber hinaus trägt die Führung, an der wir teilnehmen dazu bei, dass wir zumindest entfernt erahnen können, wie Arbeitsbedingungen und Arbeitsprozesse unter Tage abliefen. Laut, stickig, eng, so lässt es sich der Knochenjob der Kumpel am besten zusammenfassen Krass.

Bochum Bergbaumuseum
Radfahren in 20 m Tiefe

So ganz ohne Rad können wir dann doch nicht und wir setzten uns wieder auf einen Sattel bzw. auf zwei. Wir steigen aufs Tandem um – Kumpel, die wir sind, Bergleute wären wir wahrscheinlich auch gute gewesen. Vielleicht fahren wir bald mal eine Tour unter Tage oder kaufen uns generell mal ein Tandem, wobei das doch etwas schräg wäre.

Bergbaumuseumsfakten am Rande

Das Bergbaumuseum in Bochum wurde 1930 gegründet und ist mit ca. 400.000 Besuchern und Besucherinnen ist es das weltweit größte Museum seiner Art. Und das ‘umme Ecke. Isso. Im Dezember 2018 endete endgültig der Steinkohlebergbau in Deutschland. Mit „Glück auf Zukunft“ würdigt RAG-Stiftung, die RAG AG und die Evonik Industries AG zusammen mit dem Sozialpartner IG BCE die Leistungen der Region, der vergangenen Jahrzehnte und trieben die Zukunftsgestaltung des Ruhrgebiets voran. Das Bergbaumuseum ist auf jeden Fall einen Besuch wert auch, wenn man nicht gerne vom geliebten Drahtesel absteigen mag. Einfach mal machen, es lohnt sich. Großes Rabauken-Ehrenwort.

“Glück auf Zukunft”

Bergbaumuseum in Bochum

Leider wurde es im Herbst, zu unserer Tourenzeit mit Unterstützung von Bund und Ländern aufwendig saniert und neu ausgerichtet. Schade! Leider konnten wir im Herbst 2018 nicht auf den Förderturm oder in das Museum selbst. Die gute Nachricht: Jetzt, im Jahr 2019 ist alles wieder offen. Den Erfahrungsbericht müsst ihr in diesem Fall leider selbst verfassen.

Immer dieser Hunger

Und da ist er wieder unser alter und treuer Begleiter: der Hunger. Eigentlich sind es zwei Dauerbegleiter, denn Ersterer kommt meist nach einer weiteren Konstante: Planlosigkeit! Immer wieder gerne eingepackt, sonst wäre es aber auch nur halb so spannend, aber lernen werden wir es trotzdem nie. Früher hat Mutti die Tasche gepackt, jetzt fehlen eben die Müsliriegel und Apfelspalten. Die Bergleute hatten übrigens ihre Brote in Metalldosen, damit die Mäuse die Stullen nicht wegfuttern. Von angeknabberten Broten können wir jetzt aber nur träumen. Wieder zurück in der Wirklichkeit sind wir erleichtert wieder Tageslicht zu sehen. Dunkelheit und enge ganz schön als Tagesausflug, wir sind und bleiben aber Schreibtischtäter. Hut ab und wieder auf vor den ganzen Kumpel die einen Großteil ihres Lebens in dieser Enge verbracht haben.

Essen in Bochum. Hier wird es doch etwas geben…

Vor dem Museum sehen wir lediglich eine Pommesbude, noch mal Fritten würden unsere Mägen aber nicht verkraften und somit geht es direkt zum Bahnhof. Ein Familienstück Apfelkuchen und ein belegtes Vollkornbrot vom Bäcker wird es schon richten. Was tut man nicht alles für seinen Körper. Essen können wir auf jeden Fall, als hätten wir den ganzen Tag malocht. Mit Apfelkuchen im Bart sehen wir aus dem Fenster. Ruhrpott wir lieben dich! Isso!

Die Route der Industriekultur – Ein Fazit

Dadurch, dass die Strecke nicht geradeaus verläuft, wie beispielsweise bei einem Radweg am Fluss und es noch mehr zu sehen gibt, sind wir eigentlich jeden Tag bis zur Dämmerung gefahren. Wer die anderen Berichte unserer Touren kennt, weiß, dass wir eigentlich eher die gemütlichen Fahrer sind und beim Sonnenuntergang lieber mit Bier und Sonnenbrille irgendwo sitzen und nicht mehr fahren. Es gibt auf der Route der Industriekultur aber einfach unfassbar viel zu sehen und zu entdecken. Nicht nur Staub, Dreck und Pils. Sondern viel Grün, tolle Industriebauten, nette und herzliche Menschen, aber eben auch leckeres Pils. Macht das nicht Bock auf den nächsten Frühling? Uns schon!

Eine Tagestour im Ruhrgebiet

Was sind wir täglich gefahren? So zwischen 70 – 80km standen jeden Tag auf dem Tacho. Geplant? Könnte man denken, aber das sind eher rabaukige Zufälle gewesen. Nach jeder Tagestour, mit einem Blick auf die Karte hatten wir das Gefühl uns kaum vom Fleck bewegt und doch mega viel gesehen zu haben.

Überall gibt es Halden – Kunst inklusive

Viel Kultur, viel Industrie und viele Möglichkeiten

Alles in allem eine grandiose Tour! Etwas anders als sonst, mit mehr Kultur und tollen Möglichkeiten seine eigene Route der Industriekultur zu fahren. Immer vorausgesetzt man kann sich entscheiden. Der Ruhrpott ist einfach ein super und riesiges Gebiet zum Fahrradfahren, nicht zuletzt wegen der wirklich tollen Radwege zwischen den Orten. Radwege ohne Autos? Da können wir als Kölner nur von träumen!

Wir kommen sicherlich wieder! Nicht nur zur Holgers Erzbahnbude.


Impressionen


Keine Kommentare zu Fahrradfahren im Ruhrgebiet – Teil zwei der Industriekultur-Saga

Die Route der Industriekultur – Das Ruhrgebiet in zwei Akten

Erster Akt – Auftakt mit bekannten Schwierigkeiten Fahrradfahren auf der Route der Industriekultur im Ruhrgebiet. In diesem zweiteiligen Beitrag machen wir uns auf um die schöne Industrieromantik im noch schöneren…

Erster Akt – Auftakt mit bekannten Schwierigkeiten

Fahrradfahren auf der Route der Industriekultur im Ruhrgebiet. In diesem zweiteiligen Beitrag machen wir uns auf um die schöne Industrieromantik im noch schöneren Ruhrpott zu erkunden. Vor Kurzem hat ja in Bottrop die letzte Steinkohlenzeche ihre Regelförderung eingestellt.Ein besonderes Jahr also für den Pott, eine Region im Umbruch, noch immer und wir mit dem Rad mittendrin. Kann nur gut werden. Es gibt viel zu entdecken und wenn das Wetter mitspielt, ist das Ganze um so schöner.

Auf den Spuren von Kohle und Stahl mit den Fahrradrabauken

Bergbaumuseum in Bochum
Ruhrpottromantik und strahlend blauer Himmel

Im Vorfeld haben wir schon einige Tipps und Sehenswürdigkeiten von Einheimischen erhalten. Ein dickes Danke an dieser Stelle an Potteinander, Ruhr Tourismus und  NRW Tourismus und alle anderen. Viel zu viele coole Ideen und Sachen, die man sich angucken kann und doch so wenig Zeit. Eins können wir schon Mal sagen: Wir kommen wieder!

Der Ruhrpott – dat is umme Ecke, isso!

Wir lassen es an diesem Morgen ruhig angehen und fahren erst um kurz nach Neun mit der Bahn in Richtung Essen. 

Mittlerweile sind wir beide stolze Besitzer eigener Tourenräder, was die morgendliche Organisation und Abreise zusätzlich entspannt. Nichtsdestotrotz kann man sich natürlich prima Fahrräder leihen, wenn man nicht regelmäßig fährt oder da einfach Bock drauf hat. Guckt doch mal hier.

Der Startpunkt unserer Wochenendtour ist dieses Mal wirklich nicht weit von Köln entfernt und wir fahren nur ca. 1h mit der Bahn, bis wir endlich wieder auf den Rädern sitzen.

Fahrradtour im Ruhrgebiet – aber Alles von Vorne:

Ganz entspannt schieben wir unsere Räder durch den morgendlichen Berufspendelverkehr und freuen uns, dass wir mit dem ganzen Gewusel am Morgen nur am Rande etwas zu tun haben. Top vorbereitet, wie wir auf jeder einzelnen Tour sind, müssen wir uns erst mal in Essen passendes Kartenmaterial besorgen. Der Internetrecherche und einem Telefonat im Vorfeld sei Dank, haben wir gelesen, dass es beim Regionalverband Ruhr das passende Material für unsere Tour käuflich zu erwerben gibt. Einen netten Plausch und eine Handvoll guter Tipps bekommen wir kostenlos dazu.

Industriekultur
Die Sonne meint es mal wieder gut mit uns

Karte check – Rad schleift – auch check – Typischer Start – Doppel Check

Noch keine 3 km gefahren und schon versuchen wir uns mal wieder als Fahrradmechaniker. Merke: Räder, nach einer längeren Fahrpause VOR der Tour checken und nicht erst wenn man eigentlich nur fahren will. Uuuuund vergessen.

Schutzblechschleifen – Was tun?

Das Schutzblechschleifen können wir zwar nicht in Gänze eliminieren, aber dafür sind jetzt erst mal die Hände schwarz und wir fahren einfach los. Die Wettervorhersage zeigt uns, dass sich der Hochsommer mittlerweile verabschiedet hat und wir mit Temperaturen um die 15 Grad am Tag und ca. 4 Grad in der Nacht rechnen können. Unser bewährtes Reisezelt haben wir deswegen besser mal zu Hause gelassen. Statt gemütlichen Nächten im Zelt, warten also dieses Mal günstige Pensionen und Hotels auf uns. Auch nicht schlecht, auch da findet man sich ja nicht selten in skurrilen Situationen wieder und begegnet interessanten Menschen.

Wir wollen Kultur und nicht im Pott erfrieren.

An der Zeche Zollverein scheint uns die Sonne ins Gesicht und wir machen eine Planungspause. Sitzen, Bierchen dazu, überlegen, feststellen das der Plan ist, dass wir wieder mal keinen Plan haben und einfach mal munter mit dem Kulli Linien nachmalen von denen wir denken, dass die Touren super sind.

Fahrradfahren ohne feste Route? Zu viele Möglichkeiten für Entscheidungskünstler

An der Ruhr waren wir schon. Sehr schöne Gegenden, aber da ist schon ein Haken dran. Grob gesagt fällt damit schon Mal das südliche Ruhrgebiet weg und somit fahren wir Richtung Osten. Möglichkeiten einschränken scheint auf dieser Tour das A und O, wie wir bald feststellen werden.

Zeche Zollverein – UNESCO Welterbe

Zeche Zollverein mit Biergarten

Die Zeche Zollverein ist an sich schon eine Tagesreise wert, doch wir sind gerade erst aus der Bahn gefallen und müssen einfach erst mal fahren. 
Die Sonne scheint uns mal wieder sehr gnädig zu sein und so treten wir mit der Sonnenbrille auf der Nase unseren Ritt Richtung Osten an.

Rabaukenwetter im Ruhrgebiet 

Zusehen gibt es viel und somit sind die Augen eher nach oben als auf die Straße gerichtet. Wie bei jeder Tour haben wir auch dieses Mal wieder selbst und mit viel Liebe geschmierte Brötchen im Gepäck, der Nordsternpark scheint für ein Frühstück oder Outdoorbrunch die passende Kulisse zu sein. Lecker und schön ist es hier, auch wenn wir unseren Campingkocher etwas vermissen.

Halde Rungenberg und die Fahrradrabauken
Fahrradrabauken auf Halde

Etwas orientierungs- und ratlos stehen wir an der nächsten (Fahrrad-)Kreuzung. Die Planlosigkeit scheint uns im Gesicht zu stehen oder in den leeren Augen. Was es auch ist, wir bleiben nicht lange alleine und bekommen den Tipp in Richtung “Halde Rungenberg” zu radeln. Halden, das sind die Dinger, die aus dem Abraum des Bergbaus bestehen bzw. zu Halden auf geschüttet wurden. Wer von Zechen spricht, darf also von Halden nicht schweigen. Wie hoch kann so eine Halde schon sein?

Fahrradfahren wie im Sauerland

Wir stellen fest, dass diese Halde sehr hoch ist. Dazu kommt noch, dass das Gepäck das Fahrrad stehst, hangabwärts ziehen möchte. Schwerkraft, du Arsch. Rabauken lassen sich von solchen Unwägbarkeiten jedoch niemals abschrecken. Is’ doch klar. Wer das Sauerland kennt und den Ausblick will, muss die Halde halt hoch. Wir mobilisieren also die letzten Reserven und strampeln den Anstieg hoch.

Halde Rungenberg
Halde Rungenberg – Ob das wirklich noch Fahrradwege sind?

Ausdauertraining für Radfahrer – SchnickSchnack

Was für eine Aussicht. Der Himmel ist blau und das Ruhrgebiet liegt uns zu Füßen. Atemberaubend, wäre ein starkes Adjektiv, aber atemraubend trifft viel eher und wir müssen erst mal durchatmen bevor wir den Kopf wieder heben können, um dieses wunderbare Bild zu schießen.

Nachtzeichen Halderungenberg
Kein Posieren, eher ein Festhalten nach der Anstrengung
Nachtzeichen von Hermann EsRichter
Nachtzeichen von Hermann EsRichter bei Tag

Holgers Erzbahnbude

Was in Köln das Büdchen ist, ist im Ruhrgebiet die Trinkhalle. Korrigiert uns, wenn wir hier falsch informiert sind, aber an Holgers Erzbahnbude fühlen wir uns gleich zu Hause. Ein Treffpunkt für Radler und Radlerinnen, zum klönen, schnacken und um Räubergeschichten zu erzählen. Die Erzbahnbude findet man an der Erzbahntrasse.

Heute ein vielgefahrener und gut ausgebauter Radweg, gondelten hier früher Kohle und Stahl über die Trasse zwischen Rhein-Herne Kanal und den Hochöfen des Bochumer Vereins. Neben Erfrischungsgetränken und kleinen Snacks gibt es hier auch eine Notfallversorgung für’s Rad: Flickzeug für Fahrradschläuche, Schrauben in mannigfachen Größen und Werkzeug. Regelmäßige Live-Musik gibt es angeblich auch. Top Laden also und auf der nach oben offenen Rabaukenskala ganz weit oben.

Mach’ mal Pause, Junge! Isso!

Prima, hier sind wir richtig. Das Bier in der langsam untergehenden Nachmittagssonne haben wir uns redlichst verdient und so lassen wir uns in hier nieder und trinken ein eiskaltes “Bernstein” Pils. So haben wir uns das vorgestellt. Lecker. Wieder auf den Sattel zu kommen ist wie immer schwerer als mit der Aussicht auf eine ausgedehnte Pause abzusteigen, aber hilft ja nichts, denn wir brauchen noch ein Quartier für die Nacht.

Holgers Erzbahnbude
Holgers Erzbahnbude

Am Rande des Wahnsinns

Wo genau wissen wir noch nicht, fahren aber erst einmal in Richtung Bochum weiter. Die folgenden Stunden lassen sich wie folgt zusammenfassen: Keinen Plan, immer mehr Hunger und damit auch steil ansteigende Stimmung auf den Rädern. Aber da kennen wir uns beide mittlerweile auch ganz gut. So werden Nüsse und Gebäck im Supermarkt gekauft, um einen Totalausfall der Kräfte zu vermeiden. Aber irgendwie ist der Wurm drin. Aufgrund einer Sperrung der Straße durch die Polizei verlieren wir nun endgültig die Orientierung und auch unsere Motivation.

Für eine Handvoll Nüsse

Schnell noch zwei Hände Nüsse in den Mund geschmissen und dann über das Handy eine Unterkunft buchen. Da wir eh schon auf einem Selbstzerstörungstrip sind, gönnen wir uns eine Unterkunft passend zum Tag.

Schöner Wohnen im Dortmunder Norden

Nach ca. 80 km kommen wir an unserer Bleibe für die erste Nacht an. Hotel Ashok – sicherlich keine Perle des Ruhrgebiets, aber wie gemacht für unseren Geldbeutel. Mit 48 Öcken für zwei Personen inklu. Frühstück und bei einer Bewertung von 2,5 Sternen haben wir aber auch irgendwie nichts anderes erwartet. Wo sind denn die ganzen Fakeaccounts, von denen man immer liest? Fakenews können wir da nur sagen, denn hier stimmt die Bewertung. Das Licht im Zimmer erinnert eher an eine Notbeleuchtung. Es fehlt eigentlich nur noch die flackernde Neonbeleuchtung und wir wären mitten in einem skurrilen Ruhrpottroadmovie. From Dusk till Dawn im Pott. Der Typ am Spielautomaten könnte auch echt gut am Tresen des Titty Twister sitzen. Die Internetbewertung ist übrigens äquivalent zu den heilen Leuchten vor dem Hotel. Ja wird wir wollten es so. Ein bisschen weh muss es eben tun.

Hotel in Dortmund
Schöner Wohnen in Lüttgendortmund

Bei “Wellness” sind wir eben noch lange nicht angekommen. Vielleicht berichten wir in 20 Jahren von den schönsten Spa Hotels des Landes.

Low-Budget und schräge Geschichten

Jetzt geht es aber erst einmal um Low-Buget und schräge Geschichten. Essen müssen wir aber, also raus vor die Tür… Haltestelle Germania… leere Straßenzüge… und endlich Neonlicht an Fressbuden. Aber wir wollen sitzen verdammt nochmal! Haben wir uns heute irgendwie ja auch verdient. Wir finden einen kleines italienisches Restaurant die Straße runter und sind vorerst die einzigen Gäste. Aber wer soll auch schon hier vorbeikommen?

Beste Pizzaria in Dortmund

Die Pizza ist aber wirklich lecker und reichlich, sodass zumindest Henrik sich ein Stück einpacken lässt. Ein paar Biere und Sambuca später laufen wir erschlagen zu unserem Wellnesshotel im Ruhrgebiet zurück.

Besser wir machen schnell die Augen zu

…und schnell wieder auf. Die Tarantino-Träume lassen wir beim Frühstück hinter uns. Buffet gibt es in einem großen Saal mit wenig Beleuchtung und ebenso karger Ausstattung. Das Wetter draußen passt zum morgendlichen Ambiente: Einheitlich graue Wolkendecke und leichter Nieselregen.

Mütze auf und weiter gehts

Mit dem letzten Schluck Kaffe hört es dann aber auch auf zu nieseln. Der Tag hüllt sich jedoch weiter in ein sattes Grau. Wir frieren etwas und sind froh nicht im Zelt geschlafen zu haben, zumindest die Dusche im Bruchbudenpalast war heiß.

Ende erster Akt – Ausblick

Ende erster Akt – aktuell schrauben wir noch fleißig an dem zweiten Teil. So viele Eindrücke müssen erst einmal in Form gebracht werden und etwas faul sind wir dazu auch noch. “Kommt alle gut ins neue Jahr und bleibt Rabauken!”Wir geben aber unser Bestes und hauen den zweiten Akt zeitnah raus, aber wahrscheinlich erst Anfang des nächsten Jahres. Kommt alle gut in 2019!

Ruhrgebiets-Impressionen – Erster Akt

4 Kommentare zu Die Route der Industriekultur – Das Ruhrgebiet in zwei Akten

Fahrradtouren im Münsterland…

Fahrradtouren im Münsterland …sind auf jeden Fall in Planung. Eine Schande, dass wir noch nicht in DER Radfahrregion “Münsterland” waren. Der Sommer ist aber einfach zu kurz und ruckzuck brennt auf…

Fahrradtouren im Münsterland

…sind auf jeden Fall in Planung. Eine Schande, dass wir noch nicht in DER Radfahrregion “Münsterland” waren.

Der Sommer ist aber einfach zu kurz und ruckzuck brennt auf dem Tisch schon die dritte Kerze und Weihnachten ist nicht mehr weit. Unsere eigene Weihnachtsgeschichte gibt es unten zu lesen.

Unsere eigene Weihnachtsgeschichte

Ohne Schnee, Kerzen und den ganzen Kitsch, aber mit Sonne, Schweiß und riesiger Vorfreude auf den kommenden Radfahrfrühling/-sommer. Ein dickes Danke an dieser Stelle an Henning Hoheisel für ein tolles Interview. 

Danke an Henning Hoheisel von “Die Glocke”

100 Schlösser – oder die Lippe Römer Route

Münsterland wir kommen! Einen fertigen Plan gibt es noch nicht. Wir stehen aber in den Startlöchern und werden wahrscheinlich noch das ein oder andere Mal bei einem Kölsch überlegen was wir fahren wollen.

Vielleicht habt ihr ja ein paar Ideen für uns und oder Der Münsterland e.V.?

Was sollte man unbedingt sehen oder wen müssen wir unbedingt treffen, wenn wir im Münsterland unterwegs sind? Strecke machen kann jede bzw. jeder, uns interessieren aber auch spannende, alltägliche oder skurrile Geschichten über die Region. 

Schreibt uns, ruft uns an oder gebt Rauchzeichen.

In diesem Sinne

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Bester Fahrrad-Blog

Yee-haw! Wir haben den dritten Platz bei der Wahl zum Top-Fahrrad-Blog 2018 in der Kategorie “#Radreise & #Bikepacking” gemacht. Richtig fett. Bester Fahrradblog – Platz 3 von 36 in der Kategorie “#Radreise & #Bikepacking” …

Yee-haw! Wir haben den dritten Platz bei der Wahl zum Top-Fahrrad-Blog 2018 in der Kategorie “#Radreise & #Bikepackinggemacht. Richtig fett.

Bester Fahrrad-Blog

Bester Fahrradblog – Platz 3 von 36 in der Kategorie “#Radreise & #Bikepacking”  Wir lieben euch!

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Alpe Adria Radweg

Mit dem Rad für einen Tag im Dreiländereck von Slowenien-Österreich und Italien unterwegs. Mal wieder eine Rabaukentour in alternativer Besetzung. Das soll hier aber nicht zur Gewohnheit werden. Isso. War aber trotzdem eine schöne kurze Tour über 45 km.

Slowenien – Italien – Slowenien: Eine kleine Tagestour entlang des Ciclovia Alpe Adria Radweg

Mit dem Rad für einen Tag im Dreiländereck von Slowenien-Österreich und Italien unterwegs auf dem Alpe Adria Radweg. Mal wieder eine Rabaukentour in alternativer Besetzung. Das soll hier aber nicht zur Gewohnheit werden. Isso. War aber trotzdem eine schöne kurze Tour über 45 km. Unterwegs auf dem Alpe Adria Radweg in Slowenien und Italien.

Urlaub mit Freunden und ganz ohne Rad ging es dann doch nicht

Radfahren war für meinen Urlaub in diesem Jahr eigentlich gar kein Thema. Mit Freunden – und ohne meine bessere Rabaukenhälfte Bastian – war ich in den österreichischen und slowenischen Alpen unterwegs. Überwiegend essend, wandernd und Tischtennis spielend. Auch mal schön, es muss sich ja nicht zwingend immer alles um das Rad drehen, eine gute Zeit kann ich auch anders haben. Das ist ja auch irgendwie Rabauken-Motto: Fahrrad ist nicht alles, aber, wenn man mal darauf unterwegs ist macht’s richtig Bock. Und so ganz ohne kleine Radtour ging es dann in Slowenien doch nicht.

Unterwegs auf dem Alpe Adria Radweg in Slowenien und Italien

Mit Alex war ich für eine Woche kurz hinter der österreichischen Grenze in den Julischen Alpen in Slowenien unterwegs und als kleine Abwechslung zum wandern haben wir uns dort in der Nähe in Kranskja Gora für einen Tag Räder geliehen und sind bei sonnigem Wetter gemütlich entlang des zu Füßen der Julischen Alpen verlaufenden Alpe Adria Radweg ins italienische Tarvisio und zurück gestrampelt. Der Alpe Adria Radweg ist ein rund 410 km langer Fernradweg, der vom österreichischen Salzburg über die Alpen ins italienische Grado an der Adria führt und irgendwie auch an unserem slowenischen Urlaubsort vorbeiführt. 2015 wurde er als internationaler und grenzüberschreitender Radweg als Radroute des Jahres ausgezeichnet.

Eine Grenze

Aus Bahntrassen werden Radwege – Eine ziemlich gute Idee

Touristisch durch die Decke gegangen ist ja in den vergangenen Jahren die Idee, aus stillgelegten Bahntrassen Radwege zu machen. Diese findet man mittlerweile in vielen Gegenden Europas und es gibt tatsächlich auch Menschen die sich damit intensiver befassen (http://www.bahntrassenradeln.de/). Unsere Tagestour ging auch entlang eines solchen Weges, fast ausschließlich. Sehr komfortabel, super ausgebaut und genug Platz für ganze Horden von RadfahrerInnen. Fahrrad-Highway quasi, macht richtig Bock.

Abstecher in die Seitentäler und ein Bier am See des Laghi di Fusine

Lohnenswert sind auf dem von uns beradelten Teilstück auf jeden Fall kurze Abstecher in die umliegenden Täler. Man muss sich dafür zwar ausnahmsweise ordentlich abstrampeln, wird jedoch zum Beispiel mit einem Blick auf die aus Gletschern entstandenen Laghi di Fusine belohnt. Am unteren See gibt es erfrischenderweise eine kleine Bar, die wir uns für eine verdiente Pause selbstverständlich genauer angeschaut haben.

Pausen sind wichtig

Radfahren in den Alpen – Warum eigentlich nicht mal eine längere Tour?

Die kurze Tour hat Lust auf mehr gemacht. Mit dem Rad vor der landschaftlichen Kulisse der Julischen Alpen entlang zu fahren hat schon eine besonders spektakuläre Note. Kann ich echt ohne Einschränkung empfehlen. Der Wunsch in den nächsten Jahren mal eine längere Tour in den Alpen zu fahren ist seit dem Kurztrip definitiv da. Eine Alpenüberquerung auf rabaukige Art und Weise… das wäre doch was.

Ein Tal
  • Strecke: Kranjska Gora (SLO)- Ratece (SLO)- Fusine (IT) Tarvisio (IT) – Fusine (IT) – Ratece (SLO)– Kranjska Gora (SLO)
  • Für mehr Infos zum Radweg: www.alpe-adria-radweg.com
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Nordseeküstenradweg – eurovelo 12

Der Nordseeküstenradweg (EV12) -Sommer, Sonne und mit dem Zelt ab aufs Rad Die großen Ferien! Wir radeln in den wohlverdienten Sommerurlaub und wollen uns an der Nordseeküste austoben. Vor uns…

Der Nordseeküstenradweg (EV12) -Sommer, Sonne und mit dem Zelt ab aufs Rad

Die großen Ferien! Wir radeln in den wohlverdienten Sommerurlaub und wollen uns an der Nordseeküste austoben. Vor uns liegen knapp 550 km Nordseeküstenradweg, Nordseewind, Deiche und unzählige Schafe.

 

Film ab – Der Nordseeküstenradweg

Dieses Mal radeln wir in anderer Besetzung, was nicht heißt, dass es weniger rabaukig wird.

Schon bei der Buchung, zwei Wochen im Voraus fällt uns auf, dass die Bahn von Köln in Richtung Norden heiß begehrt ist. Die gewünschte Bahn lässt uns noch mitfahren, aber nicht unsere Räder. Eigentlich wollten wir ausschlafen, aber die Bahn will dies mal wieder nicht. So ist immer noch alles beim Alten und es geht früh zum Kölner Hauptbahnhof. In den Tagen zuvor haben wir unsere kleine Wohnung in Köln mit diversen Campingutensilien vollgestellt, damit wir ja nichts vergessen. Unsere kleine Packliste für den Campingurlaub war uns tatsächlich eine Hilfe. Der Plan ist einfach: Bahnticket kaufen – mit den Rädern in die Bahn – voller Vorfreude aus dem Fenster gucken und in Leer starten, um nach Hamburg zu strampeln. 

Bestes Wetter, was kann da noch schief gehen

Das Wetter in den letzten Tagen war einfach großartig und so freuen wir uns auf einen kostengünstigen Urlaub im Zelt mit Campingkocher und leckerem Essen, bei dem jede Fischbude einpacken kann.

15 Tage Freiheit und Radeln auf dem Nordseeküstenradweg

Wir haben 15 Tage für den Nordseeküstenradweg eingeplant, alle Rennradfahrer werden sich jetzt wahrscheinlich die Hände über der Radlermütze zusammenschlagen, aber ums “Streckemachen” geht es immer noch nicht. Geplant sind ca. 50 km am Tag, mal mehr mal weniger und wenn es uns irgendwo gefällt, fahren wir auch einfach nicht weiter, sondern bleiben. Ride fast – Live slow. 

Leer – Bahnhof

Das Schöne ist, man ist noch nicht gefahren und es liegt eine endlose lange frei gestaltbare Zeitspanne vor einem. Man weiß nicht wo man abends landet, welche Leute man trifft, ob die Klamotten noch trocken sind, wo man etwas zu essen auftreiben kann. Alles was man braucht ist am und auf dem Fahrrad. Freiheit ist irgendwie doch einfach zu finden. Nicht weit weg und irgendwie doch. 

Marteria – fährt der wohl noch mit der Bahn?

Die Klamotten bleiben an diesem Tag auf jeden Fall trocken, denn Leer empfängt uns bei strahlendem Sonnenschein. Kurze Pinkelpause. Wir sind uns nicht ganz sicher, ob Marteria mit dem Zug fährt, aber vielleicht war er das doch am Bahnhof? “Lieber mit dem Fahrrad zum Strand, als mit dem Auto zur Arbeit”, ob er es war oder nicht, zumindest wissen wir wieder, wie gut wir es gerade haben. Leer ist an sich schon eine Reise wert und wir werden uns noch schmerzlich an diese schöne Stadt zurück erinnern, aber wir sind nunmal keine Städtetouris und lassen Leer hinter uns. 

Bingum, Jemgum, Midum, Citzum, Hatzum und Ditzum

Es geht über die wirklich beindruckende J.-Berghaus (Klapp-)Brücke, durch Bingum, Jemgum, Midum, Citzum, Hatzum und Ditzum immer weiter Richtung Norden. Kein Schreibfehler – drei bis vier Buchstaben und ein “um”, fertig ist der Ortsname.

Hier ist noch kein Meer, sondern die Ems – schön, aber wer den Rhein vor der Tür hat will ans Meer und nicht an die Ems. In Ditzum machen wir die erste Pause und warten bei einem Kaltgetränk auf die Fähre (Achtung Trommelwirbel) nach Petkum. So, nun ist aber gut. Okay noch nicht ganz, Borssum… und dann Emden. Wieder so ein heißer Scheiß für Städtetourist*Innen und damit nicht für uns. Kurz den Mund aufmachen, staunen, dann aber weiter. Es wird zusehens anstrengender, da der Wind von vorne kommt. Zur allgemeinen Motivation haben sich findige Marketingleute überlegt, Geschwindigkeitsanzeigen aufzustellen. Sie fahren 12 km/h, 11, 10, 8…leck mich Gegenwind, wir wollen ins Zelt. Nach ca. 55 km erreichen wir endlich den angepeilten Campingplatz in Kock. Wir stellen uns auf Hardcore-Deutschlandfans ein und wollen uns doch noch zum Fussball gucken dazu setzen. Schließlich ist ja WM. 

Gegen alle Campingplatzklischees

Es kommt immer anders als gedacht. Weit ab von allen Klischees, die zumindest wir zu Campingplätzen und Fussball im Kopf haben, sind alle sehr entspannt und zu unserem Erstaunen wenig dekoriert. Dem Fahrradrabauken ist Fussball eh egal, aber die Fahrradrabaukin muss es einfach sehen.

Hunger! Zum Glück bekommen wir noch eine Fritte und einen kleinen Salat und dazu ein kaltes Bier. Eine ganze Horde netter Leute gibt es gratis dazu. Urlaub, ach du wunderbare Zeit. 

Glücklich kriechen wir ins Zelt und zack, da ist der Norden und sein Wetter: Wind und Regen – jetzt erstmal egal… wenn es nicht so kalt wäre… trotzdem schlummern wir glücklich ein.

Das ist der Plan – Doch die Nordsee ist Klischee – unter 15 Grad

Der Plan sieht wie folgt aus: Kaffee und Frühstück vorm Zelt bei Sonne. Pure Urlaubsidylle eben. In Wirklichkeit packen wir das Zelt nass ein, weil es weitergehen muss. 

Die Temperaturen sacken auf unter 15 Grad ab und wollen auch die restliche Woche nicht wirklich wieder nach oben klettern. Andere liegen am Mittelmeer und uns knallt der Regen von der Seite ins Gesicht, das muss man einfach mit Humor sehen, sonst kann man sich auch pauschal in irgendeine Ferienanlage einquartieren. Unserer Meinung nach wäre das wesentlich schlimmer!

Das Gute am Norden ist: nach Regen kommt Sonnenschein, kommt Regen, kommt Sonnenschein… es wechselt sehr schnell. Das Frühstück holen wir in Greetsiel nach, auf richtigen Stühlen und unter einem Schirm. Schnell noch Nudeln im Supermarkt gekauft und weiter geht es im Regen, immer den Deich entlang. Vorbei am Pilsumer Leuchtturm (“Ottos Leuchtturm”), in der Nähe des wirklich schönen Greetsiel und immer weiter geradeaus. Deich links, unten Schafsmist, von vorne Wind und von oben Regen im On-Off Betrieb und trotzdem so schön. Neben uns fliegen, für eine ganze Zeit Schwalben. Ein bisschen wie die Delfine des Nordens (zuviel Pathos? Niemals!), leider ist ihr Flug ziemlich tief und es schüttet wieder von oben. Deshalb ziehen wir für diese Nacht in eine Pension. 

Norddeich – Naja geht so

Norddeich erschloss sich uns wie folgt: TK-Gemüse mit Sauce Hollandaise, Reibekuchen und Kroketten, echt nicht so schön, vor allem bei Regen. Trotzdem schieben sich einige Touristen durch die Stadt. Schräg. Wir kaufen Chips und Schokolade als Trostpflaster und ziehen uns müde aber happy zurück. 

Nananana Sonne!

Sorry Norddeich, wahrscheinlich wärst du schöner im Sonnenschein gewesen…vielleicht.

Ab jetzt gibt es jede Menge Orte mit Siel am Ende. Bensersiel – schön und viel schöner für eine Pause als Dorumersiel, aber Neuharlingersiel schlägt alles. Eine Strandbar mit Kitesurfschule bei Sonnenschein. Wir flippen fast aus und machen eine langgezogene Pause in der Sonne bei entspannter Mukke. Schuhe aus und Füße rein in den Sand. Es ist warm, die Möwen kreisen und klauen sich von Leuten Fritten und anderes Gebäck. Alles egal, wir sind am Stand. Zum Glück sind es nur noch 6 km bis zum Campingplatz, denn eigentlich will man hier gar nicht mehr weg. 

Am Ende des Tages sitzen wir dann aber doch vor unserem Zelt in Carolinensiel und machen uns endlich Nudeln mit Pesto. Man braucht nicht viel, um zufrieden zu sein. 

Kann man machen muss man aber nicht – Die Friesischen Inseln – Wangerooge

Ausflugstipp, wenn die Urlaubskasse prall gefüllt ist: Von Harlingersiel ca. 1,8 km oberhalb von Carolinensiel, kann man mit der Fähre nach Wangerooge übersetzen. 53€ pro Nase sind uns doch etwas zu viel und so fahren wir am nächsten Tag einfach weiter. 

E-Bikes und andere Fahrradrabauken

An diesem Tag haben wir uns eine Etappe von unfassbaren 16 km vorgenommen. Schillig, ist der Ort an dem wir zwei Nächte bleiben wollen. Aus Nostalgiegründen und weil hier der erste Sandstrand auf der Strecke ist. Früher, als Kind war ich öfters hier und jetzt, über zwei Jahrzehnte später, möchte ich mir den kleinen Ort nochmal anschauen. Zu den 16 km kommt auch noch Rückenwind, sodass wir viel zu flott unterwegs sind und tatsächlich angepöbelt werden, als wir ebenfalls nicht motorisierte Fahrräder überholen: “Und jetzt der Turbo oder wie?” Irgendwie sympathisch, da sich sonst wirklich nur E-Bikes den Deich entlang schieben. Über die Sinnhaftigkeit lässt sich hier sicher nicht streiten. 

(S)Chillig, es ist Jahre her als wir uns das letzte Mal gesehen haben

Gut, dass wir uns das Geld für Wangerooge gespart haben, Schillig ist sehr beliebt und bei dem Wetter ist leider immer noch nicht an Zelten zu denken. Für schlappe 150€ bleiben wir zwei Nächte in einem wirklich abgerockten Zimmer ohne Frühstück. Wir wollen ins Zelt. Zumindest ist es trocken. Schilling selbst hat nicht viel zu bieten, was uns ganz gelegen kommt. Die örtliche Pizzeria öffnet erst um 17 Uhr und somit vertreiben wir uns erstmal die Zeit in einer Seemannskneipe. Einige Biere später wechseln wir die Straßenseite und bestellen uns etwas zu Essen.

Es wird TK-Nachtisch serviert

Das Essen ist nicht schlecht, aber beim Nachtisch fallen wir vom Glauben ab. Serviert wird für 3,60€ ein aufgetautes Dessert einer bekannten Konditorei, die in der TK-Abteilung jedes Supermarktes zu finden ist. Kein Witz, mit voller Überzeugung wird der Plastikbecher auf einem Tablett serviert. Merken das Leute nicht? Dem Kellner ist es sichtlich unangenehm, als wir nachfragen. Mit einem gratis Grappa ist es dann aber auch egal. 

Schnell noch in den Nachbarort (Horumersiel), um Frühstück einzukaufen und zack versacken wir mit neuen Urlaubsbekanntschaften in der nächsten Strandbar. Nette Leute hat der Norden auf jeden Fall. Zum Glück müssen wir morgen nicht aufs Rad, denken wir uns, als wir nachts im Bett liegen. 

Tiefe Zufriedenheit und ein breites Grinsen 

Der nächste Morgen beginnt entsprechend langsam. Brötchen holen und es fühlt sich ein bisschen so an wie früher, als ich klein war. In der Schlange beim Bäcker stehen, mit ein paar Mark in der Tasche. Vor der Reise in die Vergangenheit, geht es noch kurz zum Meer. Stille und kein Mensch weit und breit. Der Kater ist wie weggeblasen und weicht einem breiten Grinsen und einer tiefen Zufriedenheit. 

Den Rest des Tages verbummeln wir einfach, nicht im Zimmer sondern draußen. Es ist windig, als wir durch das Watt laufen und die schwarzen Wolken kündigen auch nicht gerade die Sonne an. Alles egal. Wir freuen uns aber auch auf den nächsten Tag. Weiterfahren und weg hier. 

Wilhelmshaven – Einst der Stolz der kaiserlichen Marine, aber warum sind wir hier? Ach ja NoFx und Millencolin!

Warum Wilhelmshaven das nächste Ziel ist wissen wir auch nicht mehr so genau, als wir in einer trostlosen grauen Stadt stehen und uns fragen warum wir hier ein Hotel reserviert haben. Wenigstens gibt es einen Fahrradraum. Schnell etwas essen und ab ins Bett. Laaaaangweilig. Gegenüber ist doch eine Kneipe.

Das Kling Klang. Tatsächlich haben hier schon NoFX, Millencollin und andere Bands gespielt. Wenn ihr mal in Wilhelmshaven gestrandet seid, geht dahin! Echt. Wir kommen schnell mit anderen Leuten ins Gespräch und danach wissen wir auch warum es hier so ist, wie es ist. Kurzer Abriss: WHV hatte früher 120.000 EW doch nach der Pleite von einem namenhaften Schreibmaschinen Hersteller sind 40.000 EW abgewandert. Zudem gehört Eurogate der Hafen hier, aber eben auch der Hafen in Bremerhaven. Bremerhaven läuft und Wilhelmshaven steht auf Standby für alle Fälle.

Unterm Strich macht das – leider eine trostlose Stadt mit Marine Stützpunkt. Zu Kaiser-Wilhelms-Zeiten wahrscheinlich viel imposanter.

Langsam reicht es mit Hotels 

Am nächsten Tag kommt langsam eine Abneigung gegen spießige Hotels in uns auf. Verdammt, wann ändert sich endlich das Wetter? Wetterapps kann man im Norden vergessen. Die Sonne wandert in der Ansicht immer auf den nächsten Tag. Also einchecken, neben nervigen Rentnerreisegruppen und ab ins Bett. Samstagabend und wir gucken das nächste WM-Spiel im Bett. Soweit ist es gekommen, vielleicht auch wegen dem Kling und Klang. Nein, nur weil wir es leid sind nicht draußen zu schlafen.

Wir buchen uns ein Zimmer mit Schwimmbad 

Auschecken und weiter bei unveränderten Wetterverhältnissen. Burhave ist das Ziel und schlafen wollen wir in einem AWO-Familienhaus mit Schwimmbad. Wohuuu! Benutzt haben wir es aber nicht. Wasser haben wir schon genug gesehen und im Gesicht gehabt. Unterwegs lernen wir noch einen älteren Mann kennen, der sich freut, dass wir in so jungen (!) Jahren schon unterwegs sind.

Schicksalsschläge und Geschichten zum Nachdenken

“Macht es einfach sofort, wenn euch der Gedanke kommt.” das ist der Satz der uns noch den ganzen Urlaub und auch jetzt noch begleitet. Nicht altklug, sondern einfach eine tragische Geschichte. Er wollte mit seiner Frau reisen, wenn beide in Rente sind… Was passiert ist, kann man sich denken. Traurig, aber für uns noch mehr Ansporn diesen Blog zu füllen bzw. immer weiter zu fahren und Neues zu entdecken. Nicht auf dem Nordseeradweg sondern generell. 

Genug der nachdenklichen Sätze, wir sehen durch unser Fenster das Meer und Bremerhaven. Zudem zeigt die Wetterapp Sonne für den morgigen Tag. Warum glauben wir eigentlich noch dem Internet?

Deiche und Schafe – schön war es, aber langsam reicht es auch

Egal, weiter geht es mit der Fähre von Bexter nach Bremerhaven. Die Sonne ist immer noch nicht zu sehen, aber ab hier wird es erträglicher. Bremerhaven – Klimahaus, Zoo und vieles mehr. Vielleicht machen wir hierhin wirklich mal einen Städtetrip, aber absteigen kommt jetzt nicht in Frage.

Mitten durch den Containerhafen – darf man das überhaupt?

Spannend ist auf jeden Fall der Hafenbereich. Man fährt mitten durch. Alles hupt, blinkt, fährt, man hat die ganze Zeit ein etwas mulmiges Gefühl. Immer weiter, wann fährt man schon mal durch einen Containerhafen. Sollte man gemacht haben, aber Achtung: Der Schienenverkehr hat Vorfahrt.

Wir wissen nicht was es ist… ab hier haben wir ein ganz anderes Gefühl, als ob die Weser den Nordseeküstenradweg in zwei Teile schneidet. Das Wetter ist immer noch nicht besser, doch die Laune steigt. Egal was passiert, wir zelten!

High Five – Fuck you Regen! 

Wir bauen unser Zelt auf und sind überglücklich der Tristesse der Pensionen und Hotelzimmer entkommen zu sein. Kalt ist es immer noch. Wir suchen uns ein gemütliches Restaurant und essen das erst Mal auf unserer Tour, mal ausgenommen unsere selbstgekochten Essen, richtig gut. Wir müssen nur seeehr langsam essen, damit wir nicht so schnell wieder in die Kälte müssen. Heute Nacht kommt die Picknickdecke mit in den Schlafsack, sonst geht es einfach nicht.

Ist das die Sonne oder der Mond?

Es wird wärmer. Wir fassen es nicht! Kommt der Sommer wieder? Wir bleiben einfach noch einen Tag und machen Urlaub vom Urlaub. Dorum-Neufeld ein unscheinbarer Name, aber ein toller Ort. Immer vorausgesetzt man will sich auch mal als richtige*r Tourist*In fühlen. In der Kurtaxe enthalten ist neben dem Zutritt zum Stand und dem Spielplatz auch der Eintritt zum Schwimmbad, aber dafür ist es heute doch noch etwas zu frisch.

Zeit für Bildung im Wattmuseum

Es gibt ein kleines Wattenmeermuseum, welches wirklich einen Besuch wert ist, trotz oder wegen des freien Eintritts. Es gibt nämlich verschiedene Wattarten. Verrückt, aber wieder etwas gelernt. Der Tag geht schnell vorbei und so sitzen wir wieder vor dem Zelt, trinken eine Flasche Wein und fangen an zu kochen.

Wo Zur Hölle gibt es denn jetzt noch neues Gas?

Das Wasser im Topf fängt gerade an warm zu wenden, als uns das Gas ausgeht und der Kocher keinen Laut mehr von sich gibt…. Zur Erinnerung: wir sind in Dorum-Neufeld und auf Nachfrage beim Campingplatz wird uns das schnell wieder bewusst. Es gibt nur große Flaschen auf dem Platz… Zum Glück hat eine Tankstelle im 7 km entfernten Dorum noch geöffnet. Schnell rauf aufs Rad – Hunger und träge vom Wein. Tolle Mischung! Aber klitschnassgeschwitzt, wieder zurück und etwas später mit etwas Selbstgekochten in der Hand weiß man, dass es das einfach wert war. Nochmal Folienkartoffel wäre einfach keine Option gewesen.

Am nächsten Tag scheint tatsächlich die Sonne und wir bleiben spontan noch einen Tag. Morgens geht es schwimmen und abends wieder einmal Fußball gucken auf dem Campingplatz. Bums, Deutschland ist raus, aber auch hier ist es so ziemlich allen egal. Wir müssen wirklich wegkommen vom Schubladendenken. Alle und nicht nur in diesem Fall. Den Abend lassen wir mit einer Runde Wikingerschach, bei unseren Zeltnachbarn ausklingen. Morgen geht es dann endlich weiter.

Geburtstag! Yeah!

Kein Schnickschnack, kein Stress, nur Wiese, Zelt, ein tolles Frühstück und die Sonne. Mehr geht nicht und wollen wir nicht. Heute sind 26 km angesetzt. Zum Glück nicht so viel, denn das andere Extrem ist die Sonne. Strahlend blauer Himmel und das Gesicht voller Sonnencreme. Top! 

Ein bisschen Mittelmeerfeeling und Philosophie in Cuxhaven

Es geht nach Cuxhaven, genauer gesagt nach Cuxhaven-Dune. Um 12 Uhr kommen wir an und suchen uns einen Zeltplatz. Der Ort scheint heiß begehrt zu sein und so quetschen wir uns zwischen Wohnwagen und anderen Zelten auf die Wiese ohne Schatten. Hier frühstücken wir auf keinen Fall am nächsten Tag. Viel zu eng. Alles egal, ab in die Strandbar.

Wer braucht das Mittelmeer, wenn man hier abhängen kann. Die Sonne knallt von oben und die Cocktails schmecken wunderbar. Später am Abend treffen wir noch einen Kumpel zum Essen und lernen noch eine Schweizer Familie (Hier gehts zum Blog) kennen. Die Vier sind mit dem Bulli unterwegs. Job gekündigt und los. Warum lernt man eigentlich immer Leute kennen die einem mutiger erscheinen?

Der Abend wird immer besser, wir essen, sitzen noch auf ein schließendes Getränk (wieder) in der Cocktailbar und sehen zu, wie die Sonne langsam untergeht. Alles wird langsam in goldenes Licht getaucht. Mega! Hier könnte der Abend enden, aber wir haben unseren neuen Schweizer Freunden versprochen, dass wir noch vorbei kommen und so sitzen wir noch stundenlang auf unsrem Campingplatz vor dem Spacecamper (Mega Teil – Hier gibt es Bilder) rum und philosophieren über das Leben. Für uns gibt es nichts Schöneres. Wirklich nicht.

Auf dem Tacho haben wir jetzt ca. 400 km nicht die Welt, aber wir sind entspannt, im Gegensatz zu unseren Zeltnachbarn, die in der gleichen Zeit mal eben die Elbe runtergeknallt sind. 900 km… wer es braucht. Gerne.

Da war er wieder der stechende Kopfschmerz – auf nach Stade

Wie weit wir heute fahren? Nicht so viel, wir haben ja keine Kraft. Zwischen Cuxhaven und Stade ist aber nix. Weder schön noch irgendwas. Das hatten wir uns anderes vorgestellt. Am Ende vom Tag sind wir 94 km gefahren, haben gefühlte 3l Sonnenmilch verbraucht und landen wieder in einem Zimmer, weil es in der Nähe keinen Platz für unser Zelt gibt. Diesmal freuen wir uns über ein Bett, denn wir sind wirklich durch. Stade selbst ist eine klasse Stadt, zumindest im Kern. Nach einem kleinen Stadtbummel inklusive Nahrungsaufnahme fallen wir tot ins Bett. 

Hamburg City wir kommen – Quer durchs Alte Land

Wir fahren durch das alte Land, vorbei an riesigen Obstplantagen und alten Gutshöfen. Wenn wir mal groß sind kaufen wir uns auch so eine schnörkelige Tür, fürs Zelt. Für mehr wir es wohl nicht reichen, wenn überhaupt. So unschön der letzte Tag landschaftlich war, umso schöner ist es jetzt. Stade – Hamburg, eine super Etappe. @Henrik aka zu Hause gebliebener Rabauke: Leckeren Käsekuchen gibt es übrigens an der alten Mühle Aurora in Jork kurz vor Hamburg.

St. Pauli ist leider die letzte Station auf dem Nordseeküstenradweg

Leider ist Hamburg auch unsere letzte Station auf dieser Tour. Das Gute ist, dass wir noch drei ganze Tage haben, um es uns richtig gut gehen zu lassen und ein Geschenk bekomm’ ich auch noch noch. Fix ist ein Hotel im Herzen von St. Pauli gebucht und schon wieder haben wir einen ganz anderen Urlaub. Zwar ein Städtetrip, diesmal aber mit einer sehr kompetenten Stadtführerin. Nina hat einige Jahre in Hamburg gewohnt und somit ist es eine Art Heimspiel. Wir bewegen uns abseits der typischen Touristenhochburgen und können so voll und ganz in die Stadt eintauchen. Hamburg meine Perle. 

Auf der Reeperbahn nachts um halb eins – besser nicht

Samstag Abend wir stürzen uns ins Getümmel. Hotelzimmer ist keine Option, denn es ist Samstag und wir sind wieder unter Leuten. Spontan treffen wir noch eine Freundin und lassen den Abend bei Astra und einer lauen Sommernacht (!) in Hamburg (!) ausklingen.

Der nächste Tag lässt sich wie folgt zusammenfassen: Elbstrand, bevor der große Andrang kommt. Besuchen der alten Hood von Nina. Besuch der “Kleinen Konditorei” und die verzweifelte Suche nach Dinkelvollkorntalern, mit anschließendem Besuch bei Anna-Lena zu Hause und wieder essen. Eimsbüddel, auch ganz nett. 

Jetzt aber nichts wie ab ins Bett, denn morgen ist..

…Geschenke Tag! Yeah! Ein Kanutrip auf der Alster

Wir paddeln auf der Alster. Wenn ihr in Hamburg seid, macht das! Kleine Kanäle und eine ganz andere Perspektive auf die Stadt. Mega! Mehr kann man dazu nicht sagen. Wir paddeln so lange bis uns nach 4,5 h Stunden der Hintern und die Arme weh tun. Erstmal ausruhen am Wasser, bis der Magen knurrt. Richtiges Essen! Richtige Pizza. Essen macht schon glücklich oder eben unglücklich, wenn man auf Restaurants angewiesen ist, die nicht wirklich günstig sind, aber eben solches Essen verkaufen. Fazit: Der Nordseeradweg ist keine kulinarische Reise wie die Kulturelle Landpartie.

Fazit einer sehr geilen Tour entlang der Nordseeküste

Zusammenfassend lässt sich sagen: der Nordseeküstenradweg ist eine abwechslungsreiche Tour. Weit mehr als Schafe, Deiche, Regen und Schafsmist auf den Wegen.

Hier gibt es noch Frauen, die ihre Männer verabschieden, wenn sie aufs Meer fahren. Schön mal weniger schöne Abschnitte. Sonne und Regen im ständigen Wechsel. Tolle und weniger schöne, fast trostlose Orte. Gefühlt sind es mehrere Urlaube in einem und mit Hamburg als krönendem Abschluss kann man einfach nichts verkehrt machen. Infos zur Küste und allem Zipp und Zapp, nicht nur zu Radtouren gibt es auf https://www.reiseland-niedersachsen.de.

Gerne wären wir einfach weiter gefahren, doch das ganze Geld für die Hotels und Pensionen muss jetzt erstmal wieder verdient werden. Danke Nordsee! Es war schön.

 

 

 

 

 

 

*Anders als der GPS-Verlauf der oben dargestellten Karte, sind wir den Nordseeküstenradweg, wo immer es ging an der Küste entlanggefahren. Da wir uns nicht selber tracken, können wir leider nur diese Darstellung anbieten. Die gefahrenen Alternativrouten gibt es in der Druckfassung von Bikeline (Esterbauer Verlag).

 

Impressionen

 

4 Kommentare zu Nordseeküstenradweg – eurovelo 12

Rheinradweg – von Köln nach Xanten

Rheinradweg – von Köln nach Xanten in zwei Tagen Die Sonne lacht bzw. besser knallt über Köln. Seit Tagen. Normalerweise checken wir das Wetter und hoffen, dass es nicht regnet….

Rheinradweg – von Köln nach Xanten in zwei Tagen

Die Sonne lacht bzw. besser knallt über Köln. Seit Tagen. Normalerweise checken wir das Wetter und hoffen, dass es nicht regnet. An diesem Wochenende ist es einmal anders. Angesichts der langen Hitzewelle von weit über 30°C hoffen wir, dass es sich etwas abkühlt und wir den Rheinradweg ohne Sonnenbrand erleben werden. Verkehrte Welt.

Brauhaus, Fahrradrabauken und ein todsicheres Dingen

Alleine reisen ist bestimmt auch schön, doch zu zweit oder mit mehreren noch schöner. Dieses Mal gibt es eine Rabaukentour in einer Alternativbesetzung mit meinem Bruder aus Münster. Treffpunkt ist Freitagnachmittag in Deutz, wir freuen uns wie Bolle, dass wir uns endlich wieder sehen und vier lange Tage vor uns haben. Da es erst Samstag losgeht, bleibt noch genug Zeit, um die Taschen zu packen, euphorisch über die anstehende Tour zu diskutieren und für das ein oder andere Kölsch.

Fahrradrabauken plus Münster-Support

In der Original-Rabaukenbesetzung plus Münster-Support sitzen wir auf Barhockern und lassen uns die warme Luft von Köllefornia um die Nase wehen. Besser geht es nicht. Leider ist Henrik dieses Mal nicht mit von der Partie, aber ein Geschwisterwochenende hatten wir auch noch nie. Also zack Kölsch ausgetrunken, Augen geschlossen wieder aufgemacht und die Welt ein weiteres Mal verflucht. Vorfreude sollte man, besonders bei der Hitze nicht mit Kölsch feiern. Egal. Los gehts.

Gotta gotta gotta go! Eins, Zwei Abenteuer!

Schnell sind alle Taschen am Rad und wir auf der Straße. Erst mal raus aus Köln, denn mit Autos haben wir in den nächsten Tagen keinen Vertrag. Dieses Mal haben wir keine Karte, denn der Rhein wird uns als Orientierung reichen, oder?

Immer Richtung Norden am Rhein entlang

Geradelt wird in Richtung Norden, an den Ford Werken vorbei. Dass es hier schön ist, wäre gelogen, aber danach sind wir erst mal raus aus der Stadt. Der Weg ist bekannt, nur das wir dieses Mal nicht nach Monheim mit der Fähre übersetzten, sondern auf der einen Rheinseite bleiben wollen. Zum Glück ist es heute etwas bewölkt, so dass der Schweiß zwar läuft, uns aber zumindest die Sonne nicht sofort verbrennt. 

Wir bleiben unserem Motto “Erst mal machen und dann nachdenken” treu und fahren dicht am Rhein. Der Asphalt wechselt zu Schotter und der Schotter zu Wiese mit Löchern. Die Geschwindigkeit reduziert sich rapide und wir wackeln auf dünnen Reifen durch die zerklüftete Prärie am Rhein.

Steppe in der Zonser Grind

 

Steppe gibt es nicht nur in Afrika

Keine FahrradfahrerInnen, nur noch FußgängerInnen und JoggerInnen kommen uns entgegen. Kann einem zu denken geben, muss es aber nicht. Also weiter, bis das T-Shirt nass ist und wir uns nach einem glatten Straßenbelag sehen. Die Sonne hat die Wiese mittlerweile so weit verbrannt, dass sich vor uns eine endlose gelbe Wüste auftut. Vielleicht ein Superlativ, aber angesichts des Vorabends und der Hitze: Gefühlte Strecke = reale Strecke x 1000.

(c) Googlemaps – Zonser Grind

 

“Wer pinkeln muss, hat noch nicht genug gestrampelt”

Irgendwer hat mal gesagt: “Wer Pinkeln muss, hat noch nicht genug gestrampelt” das nur am Rande. Weiter immer weiter. Das Schöne ist, wenn man keine Karte hat, dass man sich von Ort zu Ort treten kann. Deswegen soll es an dieser Stelle keinen Routenvorschlag von unserer Seite geben. Guckt euch grob die Orte auf der Karte an und fahrt einfach los – Fahrt quasi euren eigenen Rheinradweg. Es gibt natürlich auch eine vorgegebene Strecke, die sicherlich sehr schön ist und auch von uns das ein oder andere Mal in Teilen gefahren wurde, aber eine gewisse Planlosigkeit macht eben Spaß. Probiert es aus.
Falls Ihr doch Lust habt auf den Spuren der Rabauken unterwegs zu sein, hier die Ortsnamen zum Sammeln und Abfahren:

Tag 1: Niehl – Merkenich – Worringen – Rheinfeld – Feste Zons – Stürzelberg – Uedesheim – Grimlinghausen – Neuss- Düsseldorf – Meerbusch

Rheincamping Meerbusch – Wer (fast) am Rhein zelten will… bidde!

So ziemlich auf der Hälfte (Nähe Meerbusch) findet ihr einen tollen Campingplatz am Rhein. 70km stehen mittlerweile auf dem Tacho, aber richtig kaputt sind wir irgendwie noch nicht. Sollen wir weiterfahren oder es einfach gut sein lassen und unser Zelt aufbauen? Eine Pause muss auf jeden Fall erstmals sein. Weit und breit ist eigentlich nichts außer der Campingplatz “Rheincamping Meerbusch” und ein Hotel mit Marmortischen und dem dazugehörigen Publikum. Warum sitzen wir hier nochmal? “Also bei Swissair* gibt es immer Blaubeersaft” danke für diesen kosmopolitischen Beitrag, werter Herr am Nachbartisch. (*Name geändert)

Nobel geht die Welt zugrunde – bloß weg hier

Nobel geht die Welt zugrunde, wenn das unsere aktuellen Probleme sind, dann gute Nacht. Wir grinsen, schütteln unsere Köpfe und wollen bezahlen. 6€ pro Bier – geschenkt! Ist eben auch das Four Seasons mit vier Sternen. Nicht unsere Welt und wird es auch nie werden. Noch nicht mal Speisekarten gibt es. Pfff… also ab auf den 50m entfernten Campingplatz. Mit ca. 23€ für ein Zelt und zwei Personen nicht das super Schnäppchen, aber direkt am Rhein und mit Strandbar! Diese kann man auch ohne Platzgebühr besuchen. Daher der Rabaukentipp: Nicht in den vier Sterne Tempel, sondern mit netten Leuten und den Füßen im Sand ab in die Strandbar.

Strandbar – Camping Meerbusch

 

Zelten, der Rhein und Nudeln im selbst gebauten Spirituskocher

Das Zelt ist schnell aufgebaut und wir setzen uns noch eine Weile an den Rhein und schauen den Schiffen hinterher. Doch, wir sind geschafft, aber glücklich. Am Zelt wartet auf uns eine Packung Nudeln mit Pesto. Was will man in einem Vier Sterne Hotel, wenn das Glück doch so nahe liegt. Mein Bruder hat sich einen eigenen Spirituskocher aus einer Dose gebaut. Der ultimative Test sind die 2L Wasser zum Nudel kochen. Es klappt. Geil! Wir werden bei Zeiten eine Anleitung einstellen, denn einfacher und günstiger kann man draußen nicht kochen. Danke kleiner Bruder, wieder etwas gelernt.

 

Wie lange ist es noch hell? Die Fingermethode – analog und ohne Internet

Die Sonne geht langsam unter und taucht alles, inklusive gelber Wiesen in ein goldenes Licht. Wie lange ist es noch hell? In Münster weiß man anscheinend noch mehr über die Natur. Hier die Anleitung zur Zeitmessung (dabei ein kleiner Dank an Bear Grylls): Man halte eine Hand gegen den Himmel und zähle die Finger zwischen Sonne und Horizont. Ein Finger steht für etwa 15min. Uns bleiben somit noch drei Fingerbreiten. Wer kann rechnen?

Danach folgt die Campingplatzroutine: Spülen – Zähne putzen, ab in den Schlafsack, noch etwas lesen und schon sind die Augen zu.

Wiedermal kein Frühstück – aber topfit und hoch motiviert

Frühstück haben wir nicht bestellt und somit gibt es Müsliriegel und Kaffee vom Spirituskocher. Geiles Teil!

Camping Meerbusch – Bikepacking vom Feinsten

 

Erinnerungen an den Ruhrtalradweg – Duisburg und die Rheinorange

Um neun Uhr sitzen wir wieder auf dem Rad. In der Ferne taucht Duisburg auf, Rheinorange inklusive. Jetzt kann ich endlich mal etwas erklären und erzähle von unserer Tour über den Ruhrradweg. Genau hier mündet die Ruhr in den Rhein. Okay die Finger- und Spirituskochernummer war cooler, trotzdem irgendwie komisch, vor einem Jahr standen wir noch auf der anderen Seite und hatten unsere erste Tour im Sack.

Direktor bei Thyssen und Reisefotograf – was für ein Leben

Das Schöne am Reisen ist, dass man immer wieder Leute trifft, die, wenn man Glück hat, ihre Geschichte erzählen. Wir machen eine längere Pause auf dem Deich und treffen einem Fotografen mit seiner Frau. Beide schon Ende siebzig. Wir fachsimpeln über Kameras und er erzählt von seinen Fotoreisen. Spannend. Wirklich. Zumal er erst mit 54 Fotograf geworden ist, nach dem er einen sehr gut bezahlten Job aufgegeben hat, jetzt aber auch “nur noch” Ausstellungen organisiert. Was wir wohl mit 54 machen? Hoffentlich irgendwas, was wir uns jetzt noch nicht vorstellen können. Das Leben ist schön und wir rollen weiter.

Kilometer schrubben und das surren der Reifen

Der Ehrgeiz hat und gepackt und wir fahren eine ganze Zeitlang über 30 km/h. Schweiß, Wind und das Surren der Reifen… und ein Vogelschiss. Bringt Glück, sieht nur kacke aus, vor allem wenn der Vogel sich allem Anschein nach vorher den Bauch mit blauen Beeren vollgeschlagen hat. Bis dahin dachten wir, dass es die nur bei Swissair gibt…

Shirtwechsel auf offenem Feld und weiter auf der Zielgeraden. Xanten.

 

 

Wir schieben durch die Innenstadt. Eigentlich hat die Stadt im Kreis Wesel ca. 21.000 EinwohnerInnen, aber es ist Wochenende und es erinnert, bei den Menschenmassen, eher an den Rhein-Promenadenflohmarkt in Köln. Wieder mal haben wir Glück und finden am Ende der Altstadt einen kleinen gemütlichen Biergarten und können dem Trubel entgehen. Erstmal wieder zu Kräften kommen und ein “Drehmoment” trinken. Hört sich schlimm an ist aber tierisch lecker, ebenso das Landbier. Wenn ihr mal in Xanten seid, geht in den Mühlengarten. Top Essen. Top Bier. Top Lage.

Mühlengarten in Xanten

 

Camping oder doch Hotel?

Zum Schlafen gibt es einen Campingplatz ca. 5km entfernt von Xanten, hier sollte eigentlich unser Basislager für die nächsten beiden Tage stehen. Mit dem Planen ist es aber so eine Sache. Aufgrund einer kleinen Geburtstagsfeier und großer Wiedersehensfreude mit dem Rest der Familie haben wir dann doch in einem Hotel eingecheckt. Nicht rabaukig aber zentral. Das ist aber eine andere Geschichte…

 

Fazit einer klasse Wochenendtour

Eine schöne Strecke und an einem Wochenende gut machbar. Am besten man fährt Freitagmittag los, mit einem Zwischenstopp in Meerbusch. Den Samstag hat man dann in Xanten und Sonntag kann es bequem mit der Bahn zurückgehen. Entweder direkt aus Xanten oder man fährt noch ca. 50 km nach Duisburg. Die Gesamtlänge der Strecke ist somit 140 km bzw. 190 km, wenn ihr am Sonntag noch fahren wollt. Probiert es einfach mal aus.

 

Impressionen

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