Ein Radblog aus Köln

Radtour in Köln: Decksteiner Weiher, Grüngürtel, Baggerseen – Tag 3

Nach zwei Tagen Schäl Sick haben wir dann am dritten Tourentag endlich rüber gemacht auf die linksrheinische Seite. Es ist unser letzter von insgesamt fünf Tagen auf dem Rad rund um Bonn (auf der Apfelroute; https://www.fahrradrabauken.de/2019/08/31/die-rheinische-apfelroute/) und Köln. Bevor wir zu schnell wieder vom Rad runter und in die Bürostühle rein müssen, wollten wir auch den letzten Tagen noch einmal nutzen und eine schöne Runde Süd-West-Nordwest in Köln drehen. So schnell kriegt uns keiner von den Drahteseln. Isso.

Decksteiner Weiher, grüner Gürtel, Baggerseen oder: Wie lang geplante 25 km werden können – Tag 3 unserer Radtour in Köln

Nach zwei Tagen Schäl Sick haben wir dann am dritten Tourentag endlich rüber gemacht auf die linksrheinische Seite. Es ist unser letzter von insgesamt fünf Tagen auf dem Rad rund um Bonn (auf der Apfelroute) und Köln. Bevor wir zu schnell wieder vom Rad runter und in die Bürostühle rein müssen, wollten wir auch den letzten Tag noch einmal nutzen und eine schöne Runde von Süd nach West gen Nordwesten in Köln drehen. So schnell kriegt uns keiner von den Drahteseln. Isso.

Es geht zurück in die City – Immer top was am planen dranne

Umtriebige Waldbewohner*innen – Cliffhanger und endlich die Auflösung aus Teil 1 der Geschichte

Aber halt! Bevor wir euch vom dritten Tourentag berichten, sind wir euch noch etwas von Tag 1 schuldig. Erinnert sich hier noch jemand an den waghalsigen Cliffhanger aus Teil 1 unserer Köln Tour.

Dunkel wars der Mond schien helle

Es war Nacht und überall Bäume, Wald also. Wir zu dritt, auf nächtlicher Wanderung rund um das Waldbad Dünnwald. Zur Rast machen wir es uns auf einem Baumstapel gemütlich und schauen in die Sterne. Die sind auch überall. Jedenfalls sitzen wir da rum und es ist sehr leise, was ja schon irgendwie schön ist, aber so im fast stockfinsteren Wald auch ein bißchen gruselig wirkt. Versetzt euch mal in die Lage. Und dann diese Geräusche. Irgendwas zwischen Fiepen und Knurren, ziemlich nah und nach und nach immer vehementer. So oder so ähnlich trug es sich zu:

Einer: “Hört ihr das Geräusch? Kommt das von direkt unter uns aus dem Holzstapel?” 

Ein anderer: “Nee, oder?” 

Ein Dritter: “Wird das immer aggressiver oder bild’ ich mir das ein?” 

Einer: “Alter! Das ist auf jeden Fall nicht nur eins, lass’ mal schnell abhauen.” 

Ein anderer: “Ach kommt, ist doch nur ein mickriges Fiepen, kein Ding, entspannt mal. Guckt mal die vielen Sterne. Ist doch voll schön.” 

Ein Dritter: “Sind das Augen, da zwischen den Holzstämmen?”

Holzstapel des Grauens

Nichts wie weg hier

Darauf hin war alle Lässigkeit Geschichte. Mit den Beinen in den Händen machten wir uns auf und davon, zurück zum Campingplatz, zurück ans Zelt. Puuh. Durchatmen. 


Einer: “Was war denn das bitteschön? So Vögel, die da nisten?“

Ein anderer: “Kein Plan, aber irgendwie sah das eher nach Madern aus oder so.”

Ein Dritter: “Glaub’ das waren Wald-Lemuren. Bestimmt. Such’ das mal im Netz.”

Einer: “Wald-Lemuren? Gibt’s die hier?”

Ein anderer: “Wikipedia sagt, “Lemuren (Lemuriformes, von lat. lemures „Schattengeister der Verstorbenen“ und forma „Gestalt“) (…) oft nächtliche Lebensweise, große Augen, markante Gesichter, von den römischen Totengeistern Lemures inspiriert.”

Ein Dritter: “Alter!”

Ein anderer: “(…) kommen ausschließlich auf Madagaskar und kleineren Inseln in der Nähe vor.”

Einer: “Das heißt noch gar nichts. In Köln gibt’s auch ‘ne Menge grüner Papageien. Würd’ dir auch erstmal keiner glauben.”

Wir können hier nicht halten, das ist „Wald-Lemuren Land“

Wir müssen laut lachen und einigen uns im Anschluss daran darauf, dass wir es so eben noch geschafft haben den gefährlichen Wald-Lemuren zu entkommen. Richtige Abenteurer eben, diese Rabauken, wenn wir nicht gerade weglaufen.

Eigentlich geht es doch ums Radfahren…

Aber eigentlich wollten wir ja von unserer Radtour berichten. Vom dritten Tag. Da will man nur kurz eine kleine Anekdote zur allgemeinen Erheiterung einstreuen und vergisst darüber fast, worum es bei uns geht.

…aber auch um Unsinn und Quatsch

Na gut, neben dem Radfahren geht’s auch um Blödsinn, Quatsch reden, kleine Abenteuer erleben und gemeinsam im Anschluss bei ‘nem Bier laut darüber zu lachen. Gehört für uns alles irgendwie zusammen. Isso. Aber weiter geht’s mit G’schichten vom Rad.

Grüngürtel – Decksteiner Weiher

Richtung Nord-Nordwest in Rabauken Stammbesetzung

An diesem dritten Tag sind wir wieder zu zweit unterwegs, Rabauken-Stammbesetzung also. Wie schon erwähnt, ist der Plan vom Rheinufer im Süden der Stadt über den Westen hoch in den Norden zu fahren. Letzter Tag heißt dann auch wieder nach Hause fahren.

Nur noch 5 Minuten Mutti, wir wollen noch nicht nach Hause

Ziel sind also Nippes und Ehrenfeld. Passt auch gut zur Tagesroute. Wie auch schon auf den ersten beiden Köln-Tagestouren nutzen wir wieder das von der Stadt Köln bereitgestellte Rad-Kartenmaterial. Mehr und vor allem weniger nutzen wir Teilstrecken der Touren “Mit dem Rad rund um Lindenthal”, “Mit dem Rad rund um Ehrenfeld” und “Mit dem Rad in den Nordwesten”.

“Mit dem Rad rund um Lindenthal”, “Mit dem Rad rund um Ehrenfeld” und “Mit dem Rad in den Nordwesten” – Das ist unsere Strecke

Infos und Material zu den Routen findet ihr im Netz auf den Seiten der Stadt Köln (https://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/freizeit-natur-sport/ferien-freizeit/radtouren-und-um-koeln). 

Aufwachen, Kaffee und eine Frühstücksstulle im Grünen

Nachdem wir morgens aus dem Zelt gekrochen sind und einen Kaffee getrunken haben, geht’s wieder los. Wir wollen erst einmal ein wenig Strecke machen bevor wir uns irgendwo auf ‘ne Frühstücksstulle im Grünen niederlassen. Die ersten Kilometer geht es am Rheinufer entlang aus südlicher Richtung rheinabwärts Richtung City.

Keep on Rolling – Morgens ist es am Schönsten

Wir lassen rollen. Gerade frühe morgendliche Stunden auf dem Rad können besonders schön sein. Man hat das Gefühl vor allen anderen aufgestanden zu sein und die Wege für sich zu haben. Alles ist noch im Halbschlaf und wacht erst so langsam auf. Gute Tageszeit einfach. Muss nicht jeden Tag sein, aber auf Radtouren immer gerne.

Der Kölner Grüngürtel mit dem Rad

Auf der Höhe von Raderthal biegen wir links grob Richtung Zollstock und Klettenberg ab und kommen so direkt auf den äußeren Kölner Grüngürtel. Wir lassen den Kalscheurener Weiher links liegen und fahren entlang des zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Entlastung für den zunehmend voll belegten Melaten-Friedhof eröffneten Südfriedhof.

Kultur und Erweiterung des eigenen Horizonts? Heute nicht. Schlamm bleibt Schlamm

Wer will kann sich da in unmittelbarer Umgebung, auf dem Weg zum Decksteiner Weiher, ein römisches Schlammfangbecken anschauen. Kein Plan was das ist, vielleicht genau das was es bezeichnet zu sein. Aber woher ist der römische Schlamm gekommen und wurde warum aufgefangen? Wir wissen es nicht und sind auch, ignorant wie eh und je, im vollen Tempo dran vorbeigeradelt.

Am Trainingszentrum des FC Köln vorbei in Richtung Müngersdorfer Stadion.

Next time. Bevor wir uns hier und hier im äußeren Grüngürtel zu sehr im Detail verlieren: Wir passieren noch den Decksteiner Weiher (Stullenpause) und radeln dann gelassen am Trainingszentrum des FC Köln vorbei in Richtung Müngersdorfer Stadion. Alles ja irgendwie mitten in Köln aber trotzdem recht grün und ab vom Schuss. Der Grüngürtel macht es möglich. Gerade die Ecke um den Decksteiner Weiher lohnt sich. Einfach mal auf’s Rad schwingen, hin und ein bißchen durchatmen. Tut gut.

Dat Wasser vun Kölle – Baggerseen im Nordwesten

Weiter geht es auf der Teilstrecke “Rund um Ehrenfeld” Richtung Norden. Unser letztes Zwischenziel sind die Stockheimer Höfe, ein Freizeit-/Naherholungsgebiet rund um die Stadtteile Pesch, Esch und Auweiler. Dort gibt es u.a. mehrere aus ehemaligen Kiesgruben entwickelte Baggerseen. Wir fahren also weiter vom Müngersdorfer Stadion aus, parallel zum alten Militärring, an Vogelsang vorbei nach Bocklemünd/Mengenich, wo wir uns ordentlichst verfransen und nach gefühlt fünf Ortsrunden endlich den (Aus-)Weg nach Pesch finden.

Pumpst du noch oder flickst du schon?

Schon seit heute morgen plagt uns ein schleichender Platter am Hinterrad eines unserer Pferde. Irgendwie über Nacht entstanden. Wann so was genau entsteht, ist ja immer so ‘ne Frage. Auf jeden Fall entweicht Luft, stetig. Aber wenig halt.

Schon wieder Urban.

Schleichender Druckverlust am Pferd

Schleichender Druckverlust, der das Radeln nicht gerade angehmer macht. Nervt. Man könnte das flicken. Werkzeug haben wir ja dabei. Wäre vernünftig und würde das Problem langfristig beheben. Aber weisste was, die paar Kilometer, die wir heute noch fahren. Lass mal lieber 2-3 mal pumpen. Passt schon, kein Ding. Reparieren mach ich dann die Tage zuhause in Ruhe.

Lesson learned No. 1 – wäre schön

Rabauken-Tipp: Wenn man auf solche Ideen kommt, lieber gleich vergessen und einfach direkt ordentlich reparieren. Das mit dem pumpen kannste zwar machen, is’ aber halt auch kacke. 

Pumpen!

Auf der letzten Rille im Worringer Bruch

Vor allem wenn man dann auch noch mehrere Kilometer über schotterige Wald- und Feldwege strampelt und viel Gepäck dabei hat. Mal abgesehen davon, wir haben es noch gar nicht erwähnt, ist es den ganzen Tag lang schon sehr warm. Die Sonne knallt.

Die Wasservorräte gehen zur Neige und es ist sauheiß

Darüber hinaus gehen uns die Wasservorräte aus und nirgendwo in diesem gottverlassenen Teil Kölns gibt es irgendwelche Anzeichen von Büdchen oder Läden oder Restaurants oder so. Nichts. So wird jeder Kilometer zur Meile, mindestens. Die Strecke windet sich Ecke um Ecke, Kurve um Kurve und wir kommen nicht so richtig voran.

No sleep ’till Nippes – Jeder Kilometer wird zur Meile

Kaugummi ist das Stichwort, der letzte Nachmittag unserer Köln-Radtourtage wird ein seeehr langer werden. Nicht das die Gegend nicht schön wäre. Wir nähern uns dem Worringer Bruch und man steht irgendwo im Nirgendwo in Köln. Felder, Wald, Auen. Eigentlich perfekt, wenn nicht auch noch der Hunger wäre. Gefühlsmäßig nah am Totalschaden beschließen wir den Tag so langsam abzubrechen und Richtung Nippes zu fahren. Wir sind insgesamt 5 Tage unterwegs und die Aussicht auf ‘ne Pizza auf der Couch ist jetzt auch nicht die allerschlechteste. 

Auf der Zielgeraden – Abschied und neue Pläne im Gepäck

Die letzten Kilometer unserer Tour sind nicht die schönsten. Wir radeln entlang eines Gewerbegebietes durch den Stadteil Bilderstöckchen gen Nippes. Dort angekommen trennen sich unsere Wege dann. Für einen von uns geht es noch nach Ehrenfeld, sind aber auch nur noch einige wenige Minuten Fahrtzeit. Ein letzter kurzer Schnack und eine herzliche Umarmung.

Alles hat ein Ende… Wir verdrücken eine Träne

Starke Tage waren das. Super abwechslungsreich und vollgepackt mit schönen Momenten. Und das Allerbeste an solchen Verabschiedungen is ja eigentlich, dass die nächste Tour jetzt Tag für Tag wieder näher rückt. Pläne haben wir für 2020 auf jeden Fall ausreichend im Gepäck.

Radfahren im Münsterland 2020

Wir wollen auf jeden Fall noch durch’s Münsterland fahren und auch Köln und Umgebung haben noch einiges zu bieten. Vielleicht wird’s hier auch ein bißchen politischer, Rad fahren ist ja auch ein Statement. Zumindest verstehen wir es auch so. Mal sehen.

Ideen über Ideen

Und dann gibt’s da mittlerweile ja noch ‘ne ganz kleine Rabaukin, die das Licht der Welt erblickt hat. “Radfahren mit Kind” wäre doch auch ein ganz spannendes Thema. Picke Packe voll die Ideen-Liste. Gucken was so bei rumkommt. 

Maacht et jot!


Genug geschwafelt. Alles Gute euch allen für 2020! Wir wünschen euch viele schöne Momente auf und abseits des Fahrrads und das Wichtigste:

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Radtour in Köln: Königsforst und Wahner Heide – Tag 2

Tag 2 also und unsere Radtour durchs grüne Köln geht weiter. Wir bleiben noch einen Tag rechtsrheinisch. So schlimm kann der erste Tag auf der „falschen“ Rheinseite also nicht gewesen sein und es gibt ja auch noch einiges zu sehen hier in der Gegend. Apropos Tag 1, den könnt hier (https://www.fahrradrabauken.de/2019/11/17/radtour-in-koeln-um-koeln-und-um-koeln-herum/) nachlesen. Für den zweiten Tag haben wir uns vorgenommen weiter Richtung Süden zu fahren, den Königsforst und die Wahner Heide zu durchqueren. Also erst einmal viel Wald und Heidelandschaft, bevor wir dann – so der Plan – Richtung Rhein abbiegen und uns einen Campingplatz am Rheinufer besorgen.

Eine Fahrradtour in und um Köln | Tag 2 | Durch den Königsforst und die Wahner Heide

Jetzt auch mal in Bewegtbild. Mehr davon? Dann schreibt uns und wir strengen uns noch etwas mehr an.

Nochmal zur Erinnerung: Wir schreiben den Frühsommer 2019. Mai, um genauer zu sein. Die Sonne lacht diebisch an diesem längeren Feiertagswochenende. Ein paar Tage vorher haben wir klargemacht, das wir mal eine mehrtägige Tour in und um Köln machen wollen. Mit Übernachtung im Zelt. So ein bisschen also wie als Kind im eigenen Garten (ja wir sind Landeier) also. Gesagt getan. So sind wir. Spontan und Macher. Nicht.

‘ker wat schön. Zelten am Waldrand

Drahtesel trifft Esel – Mit dem Rad im Königsforst und in der Wahner Heide

Schäl Sick Tag 2 und der morgendliche Abschied von Jakob (Name selbstverständlich bis zu Unkenntlichkeit – und noch viel weiter – geändert), bei dem noch so urbanes Zeugs („irgendwo tanzen gehen“) auf dem Plan steht, während es uns weiterhin raus aus der Stadt ins Grüne zieht. Aber erst einmal trinken wir zusammen noch in Ruhe einen selbst gebrühten Kaffee am Zelt und genießen die morgendlich-gemütliche Stimmung am Platz. Das ist fast das Schönste überhaupt: Mit guten Freunden draußen unterwegs sein, bei gutem Wetter im Zelt pennen und morgens dann ganz entspannt – und nicht zu matschig – mit `nem frischen Kaffee und Prachtstulle in den Tag starten. Herrlich!

Hm, lecker Prachtstulle (Symbolbild für jeden morgen im Zelt)

Mit dem Rad durch Köln – Klappe die Zweite

Tag 2 also, und unsere Radtour durchs grüne Köln geht weiter. Wir bleiben noch einen Tag rechtsrheinisch. So schlimm kann der erste Tag auf der „falschen“ Rheinseite also nicht gewesen sein und es gibt ja auch noch einiges zu sehen hier in der Gegend. Apropos Tag 1, den könnt hier (https://www.fahrradrabauken.de/2019/11/17/radtour-in-koeln-um-koeln-und-um-koeln-herum/) nachlesen.

Fahrradfahren im Königsforst und in der Wahner Heide bei Köln

Für den zweiten Tag haben wir uns vorgenommen weiter Richtung Süden zu fahren, den Königsforst und die Wahner Heide zu durchqueren. Also erst einmal viel Wald und Heidelandschaft, bevor wir dann – so der Plan – Richtung Rhein abbiegen und uns einen Campingplatz am Rheinufer besorgen. Wenn das mal nicht nach einem guten Plan klingt!

Fahrradrabauken - Hinter den Kulissen
Hinten den Kulissen

Die Radfahrkarten gibt es umsonst – Die nehmen wir doch gerne mit

Auch heute folgen wir wieder mehr oder weniger genau einer Radtourroute die auch von der Stadt Köln promoted wird. Die Strecke nennt sich „Mit dem Rad durch den Königsforst und die Wahner Heide“. Ausführliche Infos und GPS-Kartenmaterial zur Strecke könnt ihr online hier (https://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/freizeit-natur-sport/ferien-freizeit/mit-dem-rad-durch-den-koenigsforst-und-die-wahner-heide) abrufen und auch mehrseitige Flyer zur Route kann man von der Stadt Köln beziehen. Genug gelabert. Ab aufs Rad und losgestrampelt…

So sieht das gedruckte Kartenmaterial zu den Touren aus

Sommerwetter und frische Erdbeeren im Königsforst – Wer kann da schon widerstehen?!

Während wir gemächlich beim feinstem Sommerwetter aus dem Dünnwald in Richtung Königsforst und Wahner Heide tuckern, klopft auch direkt schon wieder der Hunger an. Zumindest bei einem von uns beiden. Naja, da das Frühstück nicht gerade üppig war, ist das vielleicht auch verständlich.

Alles was du über Erdbeeren wissen musst – lies hier #Clickbait

Einer Fata Morgana gleich erscheint am Waldesrand eine Erdbeerbude. Nice, frische Erdbeeren. Genau der richtige Zwischensnack. Obwohl wir noch keine Stunde auf dem Rad sitzen, schlagen wir zu, kaufen uns eine große Schale, setzen uns an den Wegesrand und schauen uns Erbeerenkauend die vorbeiziehenden Wandererer*innen und Radfahrer*innen an. Ein zu verlockendens kulinarisches Angebot. Radfahren werden wir ja eh noch den ganzen Tag, dann kann man es auch locker angehen lassen.

Erdbeerbude im Königsforst

Wir pesen durch den Königsforst

Den Magen voll mit Erdbeeren zieht es uns weiter Richtung Königsforst. Irgendwo zwischen Einflugschneise des Flughafens Köln-Bonn und mitten im Grünen, so sagte man uns und so war es dann auch. Wer den Königsforst noch nicht kennt, hier mal schnell ein paar lose aneinander gereihte Fakten (den Rest könnt ihr selber bei Wikipedia oder so nachlesen):

5 Dinge die jede*r über den Königsforst wissen sollte #Clickbait2

  • Teile sind Vogelschutz und FFH-Gebiet (nein, hat nichts mit ausziehen zu tun, sondern mit schützenswerter Flora und Fauna)
  • 25 Quadratkilometer groß und auf den Stadgebieten von Köln, Bergisch Gladbach und Rösrath verlaufend
  • das größte zusammenhängende Waldgebiet der rechtsrheinischen Mittelterasse, höchster Erhebung ist der Tütberg mit 212 Metern
  • Kölns höchsten Punkt, den Monte Troodelöh mit einer Höhe von unglaublichen 118,04 Metern über Null, findet ihr auch im Königsforst
  • Es gibt Wald- und Bodenlehrpfade sowie ein Wildgehege und vieles mehr (Naherholungsgebiet, you name it)

Keine Asphaltwüste und immer noch Köln

Mit dem Rad sind wir auf Wald- und Feldwegen unterwegs. Ab und zu auch auf asphaltierten Wegen. Wir durchqueren den Forst grob betrachtet quasi von Nordwest nach Südost Richtung Wahner Heide und dann zum Rhein.

Wahner Heide – Mit dem Rad durch die Kölner Prärie

Nachdem wir Bahnlinie und Autobahn hinter uns gelassen haben rollen wir schnurstracks auf das nächste Natur- und Kulturhighlight Kölns zu: Die Wahner Heide. Auch hierzu liefern wir euch mit Hilfe des Internetz erstmal ein paar Fakten… Die Wahner Heide:

4 Dinge die… Ihr wisst schon oder nicht? Dann lest weiter über die Wahner Heide

  • wurde lange Zeit militärisch genutzt (Preußen, Nazis, Royal Airforce, Belgische Armee, Bundeswehr)
  • beherbergt 350 Ziegen und Glanrinder zur Pflege der traditionellen Heidelandschaft
  • ist Lebensort für ca. 700 auf der Roten Liste notierten gefährdeten Pflanzen und Tierarten
  • ist ca. 5000 Hektar groß und hat eine Vielzahl von Wander- und Radwegen auf denen man entspannt cruisen kann

Heidelandschaft (fast) mitten in Köln

Da wir heute nicht die meisten Kilometer abschrubben werden, lassen wir uns Zeit, halten immer mal wieder an und genießen die außergewöhnliche Heidelandschaft. Apropos Heidelandschaft. Wisst ihr wie so etwas entsteht? Nein? Wir auch nicht. Erst hatten wir die Idee das hier auszuführen. So schlaubergermäßig mit gefährlichem Halbwissen aus unseriösen Quellen halt. Aber das lassen wir jetzt doch einfach mal sein. Der Text wird eh schon wieder viel länger als geplant. Wir fahren also über natürliche Wege durch die Heidelandschaft, fahren und fahren, gucken, fotografieren. Pausieren. Und dann wieder das Gleiche von vorn und alles ohne Zeitdruck und Stress. Quasi vor der eigenen Haustür. Wie wunderbar!

Wahner Heide in Köln
Wahner Heide

Immer noch Kölner Stadtgebiet

Auf unseren Rädern sitzend staunen wir immer wieder über diese Landschaft. Dass es so etwas auf dem Kölner Stadtgebiet gibt ist schon der Knaller. Hier will man am liebsten das Zelt aufschlagen (darf man natürlich nicht) und nachts in den Sternenhimmel blicken. So ein bisschen fühlt man sich wie in der Prärie. Wir fahren durch den Geisterbusch und entlang der Binnendünen, queren den Linder Bruch und kommen langsam aber sicher dem Rhein immer näher. Der Nachmittag ist nicht mehr der Jüngste und unseren Plan am Rhein zu zelten möchten wir auf jeden Fall einhalten. Noch einmal in die Heide geblickt, durchgeatmet und abgespeichert. Weiter geht es in südlicher Richtung mit einem Schlenker gen Westen Richtung Rhein.

Königsforst & Wahner Heide

Campen am Rheinufer und Ausklang im Biergarten an der Groov

Wahn, Zündorf und Porz. Auch Kölner Stadtteile. Alle drei recht nah am Rheinufer, rechtsrheinisch im Süden der Stadt. Wir sind wieder urbaner. Nachdem wir einen ganzen Tag lang durch Wälder und Heidelandschaften geradelt sind, müssen wir da jetzt durch wenn wir unser Nachtlager auf der linken Rheinseite erreichen wollen. Unser Ziel ist erst einmal die Groov in Zündorf, dort kann mit der kleinen Rheinfähre übergesetzt werden. Außerdem kann man da recht lässig noch ein Getränk zu sich nehmen, was ja jetzt auch nicht nebensächlich ist. Was die Groov ist könnt ihr übrigens in einem unserer anderen Tourenberichte nachlesen (http://www.fahrradrabauken.de/2017/08/28/auf-zur-groov/).

Mit dem Krokodil über den Rhein, todesmutige Rabauken

Heute jedenfalls gönnen wir uns in Ruhe ein Getränk und kreuzen den Rhein dann mit der erwähnten kleinen Fähre („Krokodil“). Am anderen Rheinufer angekommen geht es dann nordwärts Richtung Rodenkirchen. Im Internet lesen wir „Campingplatz mit Biergarten und mehr“. Nach einem langen Tag auf dem Rad, genau das wodrauf wir Bock haben. Camping Berger (https://www.camping-berger.koeln/) liegt direkt am Flussufer. Für unseren Geschmack eigentlich ein, zwei Nummern zu groß und professionell. Wir mögen’s ja gern spartanisch auf Campingplätzen. Aber was soll’s. Räder abgestellt, Zelt aufgebaut, im Biergarten Platz genommen, lecker gegessen und dann ins Zelt. Ende Tag 2.

Noch sind wir nicht durch – Tourentag 3

Aber ein Tag folgt ja noch. Der dritte Tag unserer Köln Tour führt uns dann über grüne Wege mitten durch das linksrheinische Köln bis hoch in den Norden der Stadt. Pleiten, Pech und Pannen pflasterten unseren letzten Tourentag. Aber dazu dann mehr in Teil 3. Irgendwann, demnächst, hoffentlich möglichst bald. Vielleicht sogar noch 2019!

Cheers, eure Fahrradrabauken

Schöne Weihnachtszeit schonmal und frohes Neues!

Hier haben wir uns ausgeruht, was dann passiert ist werdet ihr nicht glauben #Clickbait3

Im letzten Teil klären wir auch endlich auf, was es mit diesem Holzstapel und den kleinen umtriebigen Waldbewohnern auf sich hat. Das Beste kommt wie immer zum Schluss bzw. wir vergessen ganz gerne auch mal die ein oder andere Sache.

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Radtour in Köln: Schäl Sick und Kölner Wälder im Nordosten – Tag 1

Ein langes Wochenende im Sommer, die Sonne lacht. Sie kann sich quasi vor lachen kaum halten und das macht dann im Ergebnis so um die 30 Grad. Köln zeigt sich wettermäßig von seiner Prachtseite und das will genutzt werden. Ab aufs Rad also. Endlich mal wieder. Dieses Mal wollen wir gar nicht weit weg, sondern direkt aus der Bude und in den Sattel. Außerdem, so dachten wir, waren wir noch nie so wirklich in und um Köln unterwegs…

Radtour durch das grüne Köln – Der erste von drei Teilen

Auf zu neuen Abenteuern.

Ein langes Wochenende im Sommer, die Sonne lacht. Sie kann sich quasi vor lachen kaum halten und das macht dann im Ergebnis so um die 30 Grad. Köln zeigt sich wettermäßig von seiner Prachtseite und das will genutzt werden. Ab aufs Rad also. Endlich mal wieder. Dieses Mal wollen wir gar nicht weit weg, sondern direkt aus der Bude und in den Sattel. Außerdem, so dachten wir, waren wir noch nie so wirklich in und um Köln unterwegs. Und vom Hören-Sagen soll das ja auch hier und da recht naturig und schön sein. Also ab auf eine Radtour in Köln.

Pläne. Absolut Rabaukenfachgebiet.

Köln ist nicht Beton und Autolärm?

Kurzum: Wir haben uns gedacht, Köln mal von seiner grünen Seiten zu betrachten und haben uns dafür drei Tage Zeit genommen. Wo wir waren und was wir dabei erlebt haben, fassen wir euch hier in den nächsten Wochen in drei einzelnen etwas kleineren Beiträgen in Bild und Text zusammen. Viel Spaß beim Lesen des ersten Teils!

Teil 1 Radtour in Köln: “Der Nordosten – Mit dem Rad unterwegs in Kölner Wäldern“

Den erste Tag verläuft für uns mehr oder weniger grob entlang der Route „Mit dem Rad in den waldreichen Nordosten”. Eine Fahrradtourenstrecke, die auch von der Stadt Köln als touristisches Angebot präsentiert wird (www.stadt-koeln.de/radfahren). Mit offiziell 37 km ist die Tour ideal für einen Einstieg am Nachmittag und für einen sommerlichen Tagestrip mit dem Rad in und um Köln herum. Offizieller Startpunkt der Strecke ist der Wiener Platz in Köln-Mühlheim.

Auf zu neuen Ufern! Die Schäl Sick

Mit dieser ersten Tour haben wir eine Ecke angepeilt, die wir bis lang noch gar nicht auf dem Schirm hatten. Klar, ‘ne Karte vom Kölner Stadtgebiet haben wir auch schon mal gesehen und das es da oben rechts in der Ecke recht grün ist, das war uns irgendwie auch klar. Aber da mal rüberfahren und das live und in Farbe sehen ist Neuland für uns. Das macht es ja aber auch erst so’n bißchen spannend.

Taschen sind gepackt. Los geht’s!

Sonderedition: Fahrradrabauken & Special Guest

Es geht also auf die andere Rheinseite und für uns Wahlnippeser und -ehrenfelder ist das die rechte Rheinseite. Im Alltag kommen wir ja nicht so häufig auf die Schäl Sick rüber. Da wir diese immense Herausforderung aber nicht nur zu zweit angehen wollten, haben wir uns freundschaftliche Verstärkung dazu geholt wollen einen Tag zu dritt mit dem Rad durch Kölner Wälder im Nordosten unserer Lieblingsstadt fahren. Jakob ist für den ersten Tag am Start und wir freuen uns wie Bolle das er dabei ist. Is’ nämlich auch ‘n Raubauke, der Typ.

Fesche Unterstützung hatten wir diesmal. Der Jakob.

Km –3: Der Biergarten am Rhein – Erstmal ‘ne Pause

Aber bevor das Ganze so richtig losgeht, machen wir erst mal eine Pause. Gehört sich so für uns. Wir wollen es ja nicht übertreiben, denn der Tag ist ja schließlich noch lang. Am Biergarten „Schwimmbad“ lassen wir uns nieder. Kippchen, ein kühles Bier und ein Plausch darüber was heute noch so gehen wird, wo man lang fährt und das wir richtig Bock darauf haben die Stadt mal aus einer für uns anderen Perspektive kennenzulernen. Die Sonne scheint, der Rahmen könnte also nicht besser gesetzt sein.

Bevor es losgeht sollte man sich erstmal ausruhen – Alte Rabaukenweisheit

Start in Mühlheim am Wiener Platz

Wieder auf unseren Drahteseln Platz genommen, geht es über die Mühlheimer Brücke Richtung Wiener Platz. Wenn man diese beiden Stationen passiert hat, freut man sich noch umso mehr mal ein wenig aus der Stadt raus zu kommen. Fahrradfreundlich ist diese Ecke Kölns dann auch nicht wirklich. Nichts wie raus hier also!

Auf geht’s. Raus aus Mühlheim

Ritter, Baumwolle und alte Mühlen

Aber es wird dann auch direkt cooler. So langsam wird es grüner und wir treffen auf einen kleinen Bachlauf. Wir fahren durch den Stadtteil Hohlweide, passieren eine frühere Ritterburg und eine alte Baumwollbleicherei. Die alte Bleicherei steht auf dem Gebiet einer historischen Mühle, deren Geschichte und vielfältige Nutzungsweise bis in das 14. Jahrhundert zurückreicht. Der letzte Betreiber stellte hier bis 2009 Papierwaren her. Steht aber alles auch auf den Schildern entlang der Route. Top!

Fortbildung aus’m Sattel

Es geht weiter entlang des Bachlaufs. Immer entlang der Strunde, einem recht kleinen Rinnsal, das in vergangenen Zeiten wohl recht umtriebig von verschiedenen Mühlen genutzt wurde und somit damals wirtschaftlich sicherlich nicht unbedeutend war. Bis zu 36 Mühlen sorgten auf den gerade mal ca. 20 Kilometern für regionale wirtschaftliche Entwicklung, vor allem in der Papierindustrie. Es geht dann durch verschiedene kleinere Waldstücke und wir nutzen den kühlen Schatten um eine kleine Snack-Pause einzulegen. Das ganze Ding soll ja nicht in Stress ausarten.

Beim Pausentee im Wald

Wald, Wald, Dünnwald Campingplatz

Wir fahren irgendwo entlang der Stadtgrenze Köln-Bergisch Gladbach. Zumindest passieren wir die Ortsschilder auf der Tour das ein oder andere Mal. Unsere temporäre Orientierungslosigkeit zeigt eines der seltenen Bilder auf denen wir zusammen zu sehen sind. Hinter den Kulissen quasi.

Die Drei Fragezeichen… ähm Rabauken und das grüne Köln

Kölns Nord–Östliche Wälder – Köln in grün auf der Radtour

Weiter geht es kreuz und quer durch Kölns Nord-Östliche Wälder. Ziel unseres heutigen Tages soll das Campingplatz am Dünnwalder Waldbad (https://waldbad-camping.de/) sein. Dort wollen wir unser Camp für die erste Nacht im grünen Köln aufschlagen. Wir pesen durch den Thurner Wald, lassen den Höhenfelder See links liegen und kommen dann auf das Gebiet des Dünnwalder Walds. Eine richtig schöne Ecke. Lohnt sich.

Fahrradrabauken stehen am Wegesrand
Immer fokussiert. Diese Rakauken.

Dünnwald. Endstation der Radtour in Köln aber nur für Tag 1

Endstation für heute. 3er Zelt, 3 Schlafsäcke, Waldrand. Herrlich. Um uns rum eine pubertierende Jugendgruppe. Weniger schön. Aber wir machens uns gemütlich und lassen die Beine ein wenig baumeln. Wir haben jetzt nicht wirklich massiv viele Kilometer geschrubbt an diesem Tag, aber das war auch nie der Plan. Im Waldbad Dünnwald angekommen blicken wir auf einen Tag im Sattel zurück, der auch ohne Schmerzen in den Beinen viel zu bieten hatte. Wir wollten aus der Stadtmitte auf grünen Pfaden ins waldige Köln und das hat astrein geklappt. Darauf stoßen wir das ein oder andere Mal an, lassen es uns in der Gastro gutgehen und palavern über dies das. Können wir eh am Besten. Wenn irgendwas gut ist, dann das hier.

Basti und das Zelt am Waldrand

Cliffhanger. Was dann Nachts noch so passierte und was das dann wiederum mit kleinen umtriebigen Waldbewohnern zu tun hatte, erzählen wir euch im nächsten Teil unser dollen Köln-Geschichte. Und jetzt, äh, abschalten. Genau.

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Wahl: Beste Fahrradblogs 2019 – Wir brauchen eure Stimmen!

lle Jahre wieder, mittlerweile die fünfte Runde, ruft fahrrad.de zur Wahl der besten Fahrradblogs auf. Nachdem wir im letzten Jahr Dank euch einen starken dritten Platz gemacht haben, sind wir auch in diesem Jahre wieder am Start und wollen das Ding jetzt aber auch mal abräumen und nach Köln holen.

Wahl des besten Fahrradblogs 2019 ist gestartet – Wir brauchen eure Stimmen!

Alle Jahre wieder, mittlerweile die fünfte Runde, ruft fahrrad.de zur Wahl der besten Fahrradblogs auf. Nachdem wir im letzten Jahr Dank euch einen starken dritten Platz gemacht haben, sind wir auch in diesem Jahre wieder am Start und wollen das Ding jetzt aber auch mal abräumen und nach Köln holen.

Als kleines Weihnachtsgeschenk für uns quasi. Ihr seht, wir bleiben bescheiden. Wie dem auch sei, ohne euch kriegen wir das natürlich nicht auf die Kette. So viele Endgeräte können wir uns einfach nicht leisten.

Wir trinken schon mal auf den 1. Platz 😉

Stimmt für uns ab – Aktuell Platz 2

Wir brauchen also eure Stimmen und das so oft es geht. Also im Elektroschrott wühlen und alle Endgeräte aktivieren. Wir treten wieder in der Kategorie Radreise & Bikepacking an.

Top Fahrrad Blog 2019 – Anleitung

1. Link anklicken

Ab sofort bis zum 20. November könnt ihr eure Stimme für uns abgeben. Ist ganz einfach und geht auch ohne Angabe der eigenen Mailadresse.

Klickt einfach hier: https://www.fahrrad.de/info/blogwahl-radreise-2019

2. Wählt euren Rabauken–Lieblingsartikel

Damit eure Stimme gewertet werden kann, müsst ihr noch euren Rabauken-Lieblingsartikel angeben. Ihr kennt die natürlich samt Link alle auswendig, schon klar.

Falls ihr aber doch irgendwie auf dem Schlauch steht, nehmt doch einfach den folgenden Link: http://www.fahrradrabauken.de/2019/07/19/tour-lamour-mit-dem-rad-mal-wieder-im-revier/

3. Schon geschafft

Das ganze Prozedere dann nochmal mit allen weiteren Endgeräten und Zack, sind wir sicher Erster! Zwischenstand (23.10.) ist übrigens Platz 2 Von 32. Finden wir schon ganz geil, bißchen fehlt aber noch ;). Tausend Dank schon mal für all eure Stimmen! Und nicht vergessen: Seid Rabauken!

#fahrraddeBlogwahl2019 #nummer1

2 Kommentare zu Wahl: Beste Fahrradblogs 2019 – Wir brauchen eure Stimmen!

Radtouren NRW: Mit dem Rad auf der rheinischen APFELROUTE

Die rheinische Apfelroute in südlicher Nähe von Köln ist auf jeden Fall einen Ausflug wert. Vorbei an bunten Gemüsefeldern, zahlreichen Obstplantagen und regionalen Hofläden. Eine Route im Werden mit Potential….

Die rheinische Apfelroute in südlicher Nähe von Köln ist auf jeden Fall einen Ausflug wert. Vorbei an bunten Gemüsefeldern, zahlreichen Obstplantagen und regionalen Hofläden. Eine Route im Werden mit Potential. Entspannt aus Bonn, Köln oder aus dem Rest von NRW erreichbar. Wir sind unterwegs mit Zelt. Es geht über 124 km und der Rhein ist auch nicht weit. Lest selbst.

ApfelrouteLogo

Auf geht es zur „Rheinischen Apfelroute“

Nachdem wir bei unserer letzten Tour morgens mal wieder unseren ursprünglichen Plan über den Haufen werfen mussten und etwas später als gedacht im Sauerland auf dem SauerlandRadring angekommen sind, haben wir uns diesmal für die weitaus störunanfälligere Anreisevariante entschieden.

Die Rheinische Apfelroute – auch ohne DB aus Köln zu erreichen

Das Beste ist nämlich, wenn ihr nicht nur aufs Auto verzichten könnt, sondern auch auf die Bahn. Raus auf’s Rad und einfach los. So soll es diesen Sommer sein und somit machen wir Ferien in der Nachbarschaft von Köln.

Rheinradweg

Urlaub in Köln und Umgebung auf der Rheinischen Apfelroute

Langweilig! Wat is’ da schon los? Könnt ihr ruhig denken, aber wir möchten euch mit den kommenden Zeilen vom Gegenteil überzeugen. Kurz ein bißchen Kontext: Die rheinische Apfelroute wurde mit lokalen und europäischen Fördermitteln entwickelt und im Mai diesen Jahres eröffnet. Ganz neues Ding also. Sie verbindet sechs linksrheinische Kommunen der Region Rhein-Voreifel – Alfter, Bornheim, Meckenheim, Rheinbach, Swisttal und Wachtberg. Kölner und Bonner Umland. Neben der Hauptroute von 124 km, kann man sich auf sechs weiteren Nebenstrecken austoben (jeweils ca. 15-40 km).

Rabaukenroutine und der Tatort

Der Rest ist alte Rabaukenroutine: Tasche packen, kurze Buxe an, Sonnenbrille auf, zum Abschied winken und go! Diesmal eben nur nicht zum Bahnhof, sondern am Rhein entlang zum Treffpunkt, hinter dem Rheinauhafen, an der allen Tatortfans wohlbekannten Würstchenbude.

Würstchenbude bekannt aus dem Kölner Tatort
Tatort Würstchenbude

Von Köln nach Bonn mit dem Rad

Wir treffen uns um halb 11 und brechen gemütlich in Richtung Bonn auf. Es ist ein normaler Donnerstag und die Stadt verfällt wie jeden Werktag in ein wuseliges Treiben. Auch wenn wir uns nicht gerne am Leid anderer erfreuen, aber irgendwie ist Freizeit noch schöner, wenn nicht alle frei haben. Nehmt es uns nicht übel oder nickt einfach still und leise.

Unterwegs auf dem Rheinradweg

Es geht ein gutes Stück den Rheinradweg hoch in Richtung Bonn. Ihr müsst auf keinen Fall NACH Bonn fahren, wenn ihr auf die Apfelroute wollt. Von Köln sind es nur ca. 30 km und schon steht Ihr vor dem ersten Knotenpunkt inklusive Schild für die Apfelroute.

Beschilderun der RheinischenApfelroute

Orientierungslosigkeit auf der Rheinischen Apfelroute – diesmal der Beschilderung geschuldet

Für uns war die Beschilderung am Anfang etwas verwirrend, was wir aber nicht auf die Organisator*innen der Route, sondern viel mehr auf eine mangelnde Vorbereitung schieben wollen. Um Licht ins Dunkel zu bringen, klären wir kurz auf.

Haupt– und Nebenrouten der Apfelroute – wir klären auf

Die Hauptroute ist durch einen roten Apfel und rote Schrift auf weißen Grund gekennzeichnet. Alle Nebenrouten zeigen gleiches Logo mit Schriftzug, aber eben in Weiß und auf farbigen Grund. Jede Kommune hat eine eigene Farbe. Verständlich? Ja? Sonst einfach mal hier klicken.

Eröffnung der Rheinischen Apfelroute im Mai 2019

Wir fahren in Richtung Sechtem und an Bornheim vorbei. Leider gab es im Vorfeld leichte Lieferschwierigkeiten bei den Schildern. Trotz eines eingeplanten Puffers gab es zur Eröffnung im Mai 2019 sowie Anfang Juni auf unsere Tour noch keine flächendeckende Beschilderung entland des Weges. Is’ aber wohl in der Mache.

Am Besten fährt es sich analog

Wir können nur die Empfehlung geben sich eine Karte auszudrucken und sich als Backup die GPS-Koordinaten aufs Handy oder Navi zu ziehen. Ein kurzer Blick auf Handy ist zwischendurch nicht verkehrt. Vielleicht habt ihr aber auch einfach einen besseren Orientierungssinn und/oder kennt euch in der Region aus.

Die Rheinische Apfelroute – es geht steil bergauf

Was man bei dem Namen Apfelroute wirklich nicht gleich vermutet ist, dass die Anstiege teilweise sehr knackig sein können.

Rheinische Apfelroute mit Steigung

Profisportler oder Ballermanntruppe

Wahrscheinlich wir jetzt der ein oder die andere schmunzeln, auf unsere schlaffen Waden zeigen und sich sagen jaja die Mallorca E-Bike-Truppe. Lieber Bier, als Training. Rächt sich jetzt. Mag sein. Zur Ehrenrettung sei aber gesagt: Das Ganze ist echt steil, dann noch mit Zelt und anderem Gepäck … Das ist anstrengend! Isso!

Die Voreifel ist halt steil

Als Familie mit kleinen Kids sucht man sich am besten kleine Teilabschnitte ohne große Steigung raus oder steigt am besten gleich aufs E-Bike um. Wobei wir das bei Kindern höchst fragwürdig finden würden. Also die E-Bikes.

Besser im Uhrzeigersinn. Ein Tipp der Routenmacher*innen

Die Rhein-Voreifel Touristik e.V. empfiehlt die Rheinische Apfelroute im Uhrzeigersinn zu befahren, da so das entspannteste Fahren möglich ist. Generell wurde bei der Planung der Route das Landschaftserlebnis und die Sicherheit in den Vordergrund gestellt. Steigungen lassen sich leider nicht in ganze vermeiden, aber immer noch besser als von einem LKW überrollt zu werden. Aktuell wird an einer Karte gearbeitet, welche die Steigerung zeigt. Danke für euren Kommentar unter diesem Beitrag @Rhein-Voreifel Touristik e.V.

SauerlandRadring wir vermissen dich

Shut up Legs! Weiter geht die „wilde Fahrt“ bergauf. Manchmal wünscht man sich tatsächlich wieder ins Sauerland auf die flachen Bahntrassen… Atmen, treten, Atmen, treten…. Gepäck rutscht … atmen, treten, schneller treten, nur nicht stehen bleiben… Gepäck rutscht weiter, schleift schon…bloß nicht anhalten… treten… „Ich fahr schon mal weiter…“ […] Jaja mach doch… Ich mache das Gepäck fest, das Schleifen hat aufgehört… Fuck, ich stehe.

Was dicht nicht umbringt… Blödsinn!

Wie so oft im Leben sind Herausforderungen gut und bringen dich weiter… blabla! Klingt wie so’n Wandspruch aus’m Fitti. Aber das Gute an Anstiegen: Sie belohnen dann doch häufig mit feinsten Aussichten, die wir so noch nicht kannten. Ohne Worte. Richtig gut!

Aussicht auf der Apfelroute Köln Bonn
Köln und Bonn auf einem Bild. Wenn auch klein. Schön!

Apfelroute mit Themenstationen

Auf dem Weg gibt es immer wieder Themenstationen rund um den Apfel – wir befinden uns übrigens in der größten Obst- und Gemüseanbau NRWs – doch leider sind diese während unserer Tour im Frühsommer 2019 größtenteils noch im Aufbau. Ihr könnt dennoch schon erahnen, dass es hier in Zukunft recht gemütlich und auch informativ zugehen kann.

Pause auf der Apfelroute
Rastpläze auf der Apfelroute

Die Erdbeerroute

Anfang Juni sehen wir mehr Erdbeeren als Äpfel. Die Gewächshäuser stehen brav in einer Reihe, eben so wie die Erdbeerpflänzchen die von fleißigen Erntehelfer*innen beackert werden. Wenn uns schon heiß ist, wie sieht es da bloß unter den Planen aus?

Erdbeeren auf der Rheinischen Apfelroute
Gewächshäuser auf der Rheinischen Apfelroute

Obstautomat in Wachtberg

Gefühlt sind wir am höchsten Punkt angekommen und wollen am liebsten auch oben bleiben. Bis Wachtberg sind es noch ein paar Kilometer. Verlockend klingt der Obstautomat an Obsthof Schwind. Wir überlegen kurz entscheiden uns aber dafür, diesem am nächsten Tag zu besuchen.

Wir sind durch und haben Hunger

Die Beine sind müde und der Magen will futtern. Wir rollen zum Rhein in Richtung des Campingplatz Siebengebirgsblick. Für alle Hobby Geograf*innen und Nichtkartenleser*innen und immer noch Dazulerner sei gesagt: Der Rhein ist ein Fluss. Dieser hat sich über Jahrtausende in ein Tal geschnitten und fließt dort auch unbeirrt weiter. Erkenntnis des Tages: Wenn man ca. 7 km von der Route auf einen Campingplatz rollt, fast ohne zu treten, wird der nächste Tag wahrscheinlich erstmal nicht so geil. Denn was man runter fährt muss auch wieder hochgestrampelt werden.

Morgen geht es nach Bornheim auf den Biohof Bursch

Am nächsten Tag sind wir auf den Biohof Bursch in Bornheim eingeladen. Findet den Fehler. Gegen Mittag. Keine Chance, das packen wir nicht. Somit mussten wir schon bei der Abfahrt umdisponieren. Der geliebte Plan B also. Zack, aus dem Hut gezaubert. Plan B is ja eh immer besser als Plan A.

Ausweichroute „Rheinradweg“

Aufstehen. In Ruhe frühstücken. Sachen packen und den Rheinradweg an Bad Godesberg und Bonn vorbei nach Bornheim. Wir sind selbst etwas überrascht. Das könnte tatsächlich klappen. Wir lernen dazu!

Campingplatz „Siebengebirgsblick“

Darauf stoßen wir erst mal an. Der Campingplatz „Siebengebirgsblick“ hält was der Name verspricht. Man sitzt fast direkt am Rhein und genießt einen tollen Blick aufs Siebengebirge inklusive Drachenfels. Der Campingplatz ist locker und ungezwungen. In der Strandbar gibt es Getränke und man kann auch direkt den Platz für die Nacht bezahlen.

Campingplatz-Siebengebiegsblick-Rheinradweg

Wir schließen unsere Räder an und fallen erschlagen in die Liegestühle. Prost mein Freund, das haben wir uns verdient. Kann jetzt noch bitte irgendwer unser Schlafgemach a.k.a. Zelt aufbauen? Vielleicht bleiben wir noch kurz sitzen. Nur kurz. Macht die Sache nicht besser, aber vielleicht baut ja jetzt wer endlich das Zelt auf. Nein? Dann gehen wir erst mal was essen.

Pizza aus dem Steinofen und Bauwagen

Pizza gibt es direkt neben der Bar im Bauwagen. Einmal extra scharf und mit Knoblauch. Was solls, knutschen wollen wir heute Abend eh nicht mehr.

Pizza Siebengebiegsblick Rheinradweg

Guter Campingplatz für Radfahrer*innen

Der Campingplatz bietet vielen Radfahrer*innen die auf dem Rheinradweg unterwegs sind einen Platz für die Nacht. Neben uns hat eine Gruppe Brasilianer ihr Lager aufgeschlagen, etwas weiter steht eine englischsprachige Familie und ein Solobiker aus der Schweiz ist auch noch auf dem Platz. Internationales Flair. Reden können und wollen wir heute aber nicht mehr. Gute Nacht Ihr Reisenden. Irgendwie schön mit den Fremden trotzdem irgendwie verbunden zu sein.

Schlafprobleme und frische Brötchen am Rhein

Wie schon mehrfach erwähnt, hat ein Rabauke ein massives Schlafproblem. Wer von uns es ist, könnt ihr auch aussuchen. Jedenfalls geht Bastian morgen um 6 Uhr schon mal duschen, um sich dann aufs Rad zuschwingen um etwas zu Essen aufzutreiben, während Henrik noch selig schlummert. Frühstück einpacken… soweit haben wir dann doch nicht gedacht.

Rheinpanorama und das Siebengebirge

Eigentlich ganz schön morgens am Rhein. Brötchen gibt es in einer Bäckerei in noch nicht mal 2,5 km Entfernung, die goldene Stunde am Morgen gratis dazu. Am schönsten ist es doch am Rhein (siehe Bild “Bikeporn” unten).

Drachenfels auf dem Rheinradweg

Continental Frühstück im Siebengebirge

Brötchen und ein Glas Erdbeermarmelade, das muss reichen. Den Kaffe gibt es am Zelt. Erst einen Tag unterwegs und trotzdem das Gefühl ganz weit weg zu sein. Mit dem Brötchen in der Hand grinsen wir uns an. Viele Worte brauchen wir hier nicht. Das Leben könnte schlimmer sein. Wenn wir jetzt noch zwei Kaffeebecher hätten, wäre es perfekt.

Kaffee am Rhein
Frühstück auf dem Campingplatz

Auf zum Gemüse!

Noch ein kurzer Schnack mit unserm Schweizer Nachbarn und dann machen uns auch auf den Weg. Wir hätten ihn ja mit genommen, aber so ambitionierte Ziele wie 120 km am Tag wollen wir natürlich nicht kaputtmachen. Für uns geht es an diesem Tag recht entspannt erst mal zum Mittagessen auf dem Biohof Bursch in Bornheim. Die ersten Kilometer am Rhein entlang.

Der Rheinradweg – zumindest ein Stück

Das Schöne an einer Flusstour ist, da es einfach rollt und das von ganz alleine. In Kombination mit Rückenwind sind wir schon fast auf dem Level von E-Bikes. Entgegen der Normalität sind wir damit auch viel zu schnell unterwegs. Somit besorgen wir noch schnell ein Handtuch, den neben einem Becher haben wir auch nur ein Handtuch dabei. Und das wollen wir nach Möglichkeit dann doch nicht teilen.

Prunk und Glitzer in Bad Godesberg

In Bonn haben wir auch jetzt Zeit für etwas Kultur. Bad Godesberg strotzt nur so von altem Geld. Als Bonn noch Hauptstadt war, wohnte man hier, wenn man etwas auf sich hielt. Doch auch heute muss sich die Rheinpromenade in Bad Godesberg nicht verstecken. Motto: Warum kleckern, wenn man Klotzen kann. Wir haben unser Zelt und das ist auch gut so. Hütten und Paläste und so. Statement.

Bad Godesberg

Die Kennedy Brücke und das Brückenmännchen von Bonn

An der Kennedy Brücke in Bonn hängt ein Knabe, der seinen Allerwertesten in Richtung Beuel streckt. Warum? Weil die Bonner die Brücke alleine finanziert haben und mit dem Brückenmännchen den Beulern zu verstehen geben, was sie davon halten. Die ganze Geschichte gibt es hier zu lesen.

Brückenmännchen Bonn
Brückenmänchen Bonn

Damit wir nicht ganz hungrig und ungehalten auf dem Bio-Hof Bursch aufschlagen genehmigen wir uns noch schnell eine Pommes plus Waffel direkt am Rhein. Nicht Bio, aber leider geil!

Pommes und Waffeln bevor wir bio werden

Mohnfeld in Bornheim

Nach der kleinen Vorspeise kündigen wir uns telefonisch bei Christian an. Christian ist ein waschechter Biobursche vom Biohof. Zumindest tagsüber, abends trifft man ihn dann doch eher in Kölle. Ein guter Freund der seit einiger Zeit auf dem Biohof Bursch arbeitet und uns eingeladen hat, mal vorbeizukommen.

Stadtleben und Landluft – geht beides

Das Stadtleben tut der Expertise aber keinen Abbruch. Wir kriegen das rundum Sorglos- bzw. rundum Staunpaket. Wusstet ihr, dass ein Horn mit Kuhmist im Herbst zu Vollmond eingebuddelt wird? Das Ganze einen Dreiviertel Meter tief. Das Horn samt Inhalt, wird über den Winter im Boden gelassen und kann so alle Energie in sich vereinen. Im Frühjahr wird das Horn mit dem Kuhdung, welches mittlerweile kompostiert ist, wieder ausgegraben. Der Inhalt wird in mit Wasser versetzt, verrührt und ergibt DAS Pflanzmittel.

Demeter Hof in der Nähe von Köln

Das Herzstück jedes Demeter Hofes quasi. Die Tonne im Hintergrund reicht für eine ganze Saison. Die ganze Prozedur geht auf Rudolf Steiner zurück, der Anfang der 1920er Jahre schon auf einem Anbau ohne Chemie setzte und die kosmischen Kräfte in sein Vorgehen einbezog.

Tomaten Biohof Bursch
Biohof Bursch Hühner

Bio gibt es in lecker beim Bursch

Kann man finden, wie man will, als Blödsinn abtun, lachen, Kopfschütteln oder einfach mal zustimmend nicken. Die Wissenschaft kann es nicht beweisen und wir damit schon mal gar nicht. Die Produkte sprechen aber auf dem Biohof Bursch für sich. Das Ergebnis dürfen wir frisch geerntet und gekocht direkt im anliegenden Bauerncafé probieren. Danke ko(s)mische Kräfte!

Essen bei Biohof Bursch
Essen bei Biohof Bursch2

Was kann man noch erleben?

Neben einem Streichelzoo für die kleinen Bioburschen mit bereits erwähnten Café, werden auch in regelmäßigen Abständen Führungen über den Hof angeboten. Wer keine Lust hat auf ein leckeres Stück Kuchen und nur leckere Lebensmittel braucht, wird sicherlich im Hofladen fündig. Hofladen, ist aber eigentlich untertrieben. Was die Mädels und Jungs hier auf die Beine stellen, ist ein Laden mit einem großen Angebot.

Biohof Bursch Speisekarte
Hofladen Biohof Bursch

Frisches Obst und Gemüse – vom Feld in den Laden

Direkter kann man kaum an frisches Gemüse und Eier von glücklichen Hühner kommen. Wenn Ihr auf der Apfelroute unterwegs seid, plant genug Zeit für einen tollen Stopp auf dem Biohof ein. Falls euch Christian über den Weg lauft bestellt, einen schönen Gruß von uns.

Biohühner Bursch

Leckeres Mittagessen, Kuchen, Bier und tolle Einblicke – Danke Christian

Danke Christian für einen tollen Einblick in die nachhaltige Landwirtschaft. Unser Highlight auf der Apfelroute, nicht nur wegen Kuchen und leckerem Essen.

Bauch voll, toll und wieder auf dem Rad. Wie alles Schöne hat nicht nur die Landpartie ein Ende, sondern auch unsere gemeinsame Zeit mit der Sonne. Wir fahren direkt in eine dunkle Wolkenfront. Gewitter ist an- und vorausgesagt. Diese praktischen Wettertipps gab es noch von Christian gratis mit auf dem Weg. Wir weigern uns aber weiterhin die Sonnenbrillen abzusetzen. Wird wohl schief gehen.

Gewitter auf der Apfelroute

Gewitter?! In Köln? Hallo?

Bloß nicht unter einen Baum stellen. Aber es regnet verdammt! Und nass ist uncool. Wir wollen zelten. Jetzt stehen die Räder aber vorerst still und wir warten, dass der Regen endlich aufhört und zusammen mit den Blitzen verschwindet.

Reicht jetzt nech!?

Nach 15 min ist der ganze Spuk vorbei und wir fahren weiter auf der Apfelroute. Diesmal die andere Seite (siehe Karte) nach Rheinbach. Eigentlich ist die Route ein Rundkurs, aber wir haben uns mal die Freiheit genommen den vorgeschriebenen Weg etwas abzuändern.

Rabaukenromantik auf der Apfelroute

Einfacher sollte es aber mit festgebuchten Unterkünften auf der Strecke gehen. An diesem Wochenende möchten wir aber in keiner Pension schlafen, sondern mit einer Pulle Wein und Gaskocher unter dem Sternenhimmel sitzen. Pure Rabaukenromantik.

Wie Radfahren im Wendland… fast

Wir fahren vorbei an Feldern, überqueren Bäche und blicken auf bunte Blumenwiesen. Fast wie auf der Kulturellen Landpartie im Wendland, nur mit weniger Punkrock, Protesten und Hippies.

Das Zelt steht im Katzenloch

Das Katzenloch soll unser Campingplatz für die Nacht werden. Kein Rhein in Sicht, auch keine Strandbar. Dafür aber ein herzlicher und sehr persönlicher Empfang und ein Kühlschrank mit kalten Getränken. “Nehmt euch einfach und schmeißt ‘nen Euro in Dose”. Top, so locker sollte es doch eigentlich immer sein. Die Betreiber*innen wissen ganz genau, was das Radlerherz vorm Zeltaufbau braucht…

Camping Katzenloch

Man kennt sich hier und kommt gerne wieder, wie man uns erzählt. Große Werbung braucht man dafür nicht. Bei Google findet man zwar den Platz, aber das war es dann auch. Das scheint uns eine bewusst gewählte Strategie. Als wir diese Zeilen schreiben, haben wir schon fast ein schlechtes Gewissen.

Zelten auf der Obstwiese

Der Platz ist klasse. Jeder Stellplatz ist so verwachsen, dass man die anderen Gäste kaum wahrnimmt. Diese Nacht schlafen wir umgeben von Obstbäumen auf einem kleinen Campingplatz in Euskirchen–Schweinheim.

Camping Katzenloch2

Schlafen… ja wäre nice. Aber auf dem Weg haben wir noch eine kleine Eckkneipe mit Speisekarte erspäht. Entschuldige bitte Köper, es gibt nur noch Fritten und Pils. Macht nix, ist gekauft.

Immer die Gleichen und Rabauken

Man kennt sich und sitzt am Holz. Wir sitzen etwas abseits und stopfen wirklich schon wieder Fritten in den Mund. Gibt auch heute auf der Karte nichts anderes. Es dauert nicht lange und wir kommen mit den Homies ins Gespräch. Um was es ging? Aufzüge. Rennräder, Scheibenbremsen, Flucht im letzten Weltkrieg, persönliche Schicksale in einem 70–jährigen Leben.

Tolle Begegnungen auf der Apfelroute

Wir wollen nicht mit Details langweilen, aber was wir immer wieder merken, ist, dass es sich lohnt zu zuhören und offen für neue Begegnungen zu sein. In lokalen Kneipen geht das besonders gut. Interessante Geschichten gibt es nämlich auch Rund um Köln. Direkt vor unserer Haustür. Vielleicht auch gerade da. Fahrt einfach mal raus.

In diesem Sinne. Wir knipsen das Licht aus.

Fazit der rheinischen Apfelroute

Leider immer noch im Aufbau (Stand Juni 2019). An einigen Stellen fehlt noch die Beschilderung. Also besser die GPX-Daten aufs Handy ziehen und die Karte auf A4 ausdrucken. Der Rest ist ein Selbstläufer. Wir finden, dass die Apfelroute Potential hat und eine Reise wert ist. Die Idee eine Radtour mit Themen der regionalen und ökologischen Landwirtschaft zu verknüpfen, finden wir super. Landschaftlich locken Wiesen, Felder, Hügel und der nahgelegene Rhein. Hier und da ist es recht steil und schwer zu fahren. Unser Toptipp: Ein Abstecher zum Biohof Bursch. Hier gibt es leckeres Essen, kühles Bier, Kuchen und Proviant für den Campingabend und noch vieles mehr. Probiert es einfach aus und schreibt uns unten in die Kommentare, wie es euch gefallen hat. Cheers!

3 Kommentare zu Radtouren NRW: Mit dem Rad auf der rheinischen APFELROUTE

Tagestour im Ruhrgebiet – Mit dem Rad im Radrevier Ruhr

Das Ruhrgebiet ist ja quasi unser Panama. Es gibt hundert und tausend Wege auf denen man den Pott vom Rad aus erkunden kann. Schon mehrmals waren wir daher mit dem Rad im Revier unterwegs und kriegen den Hals nicht voll. Deshalb haben wir noch einmal rübergemacht, vom Rheinland in den Ruhrpott. Klappe, die dritte und dann einen Tag entlang einiger unserer Lieblingsorte.

Tour l’amour: Mit dem Rad (mal wieder) im Revier

Das Ruhrgebiet ist ja quasi unser Panama. Es gibt hundert und tausend Wege auf denen man den Pott vom Rad aus erkunden kann. Schon mehrmals waren wir daher mit dem Rad im Revier unterwegs und kriegen den Hals nicht voll. Deshalb haben wir noch einmal rübergemacht, vom Rheinland in den Ruhrpott. Klappe, die dritte und dann einen Tag entlang einiger unserer Lieblingsorte. Ein todsicheres Ding. Aber lest selbst…

An der Erzbahnbude.

Radfahren im Ruhrgebiet und Radurlaub in der Metropole Ruhr #meinradrevier

Glaubste nicht, aber isso: Wir wurden eingeladen. Eingeladen, um einen Tag lang mit unseren Rädern entlang einer selbst ausgewählten Strecke Spaß zu haben. Kann man ablehnen, muss man aber auch nicht. Wir haben uns auf jeden Fall wie Bolle über die Einladung der Ruhr Tourismus GmbH gefreut. Die sind da seit einiger Zeit was am planen dranne und streben an, dass Radfahren im Ruhrgebiet und Radurlaub in der Metropole Ruhr nach vorne zu bringen. Halten wir für eine durchaus gute Sache.

#meinradrevier

#meinradrevier heißt eine der Initiativen, die versucht den Pott als Radregion über seine eigenen Grenzen hinaus bekannter zu machen. Hier werden echte Geschichten von Leuten gesammelt, für die das Revier aus Radperspektive eine besondere Bedeutung hat. Und wir sind auch dabei! Neben Profi-Mountainbikern, WDR Prominenz und anderen Nasen. Wenn ihr jetzt gleich hier auf den folgenden Link klickt um unsere neue Pott-Geschichte zu lesen und vielleicht auch um mehr über #meinradrevier zu erfahren, dann erschreckt nicht, ist nur der Basti, in ganz groß aber. Der beißt nicht…

Hier geht’s zu unserer Radreviergeschichte: https://www.ruhr-tourismus.de/meinradrevier/die-fahrradrabauken.html

1 Kommentar zu Tagestour im Ruhrgebiet – Mit dem Rad im Radrevier Ruhr

SauerlandRadring

Wir waren für euch vier Tage im Sauerland auf dem SauerlandRadring unterwegs und müssen sagen, auch ohne E-Bike kann man auf dem erstaunlich flachen SauerlandRadring ordentlich Gas geben. Es geht über alte Bahntrassen, durch Regen- und Hagelschauer entlang von Flüssen und Seen und in alte Gemäuer. Ein Rabaukenausflug mit Höhen und Tiefen. Bildlich wie wörtlich gesprochen.

SauerlandRadring – Radfahren im Sauerland

Wir waren für euch vier Tage im Sauerland auf dem SauerlandRadring unterwegs und müssen sagen, auch ohne E-Bike kann man auf dem erstaunlich flachen SauerlandRadring ordentlich Gas geben. Es geht über alte Bahntrassen, durch Regen- und Hagelschauer entlang von Flüssen und Seen und in alte Gemäuer. Ein Rabaukenausflug mit Höhen und Tiefen. Bildlich wie wörtlich gesprochen. Ach, nehmt euch ein Getränk eurer Wahl, macht’s euch gemütlich und lest doch einfach selbst, was so passiert ist.

SauerlandRadring – Echt schön

Es handelt sich um einen typischen Start für die Rabauken: Nichts geplant und total verplant. Eigentlich ist das schon fast ein „copy-paste“-Abschnitt. An dieser Stelle sei aber gesagt, wir machen das echt nicht extra. Großes Rabaukenehrenwort! Aber nun der Reihe nach.

Pascow Konzert am Vorabend

Unser abermalige Verpeiltheit verdanken wir wahrscheinlich einer wunderbar ausgelassenen Konzertnacht mit der Punkrockband Pascow im Kölner Gloria Theater. Mega Band, großartige Konzertlocation mit zwar teils krausem Programm aber dennoch ein echter Tipp, falls ihr mal in Köln unterwegs seid und feiern gehen wollt. Das hat jetzt aber alles nichts mit unserer Tour über den SauerlandRadring zu tun, wohl aber mit einer etwas ambivalenten „müde-ausgelassenen” Stimmung am Abreisetag Richtung Sauerland – Finnentrop. 

Die blauen Dinger im Hintergrund können wir immer noch nicht richtig lesen. Somit wieder mal RE.

Der IC mit Fahrradstellplatz ist am Vortag zu buchen! Bitte merken.

Wie ein Mantra möchten wir hier wiederholen was wir zuvor schon x–mal in unsere Texte geschrieben haben:

Der IC mit Fahrradstellplatz ist am Vortag zu buchen.

Der IC mit Fahrradstellplatz ist am Vortag zu buchen.

Der IC mit Fahrradstellplatz ist am Vortag zu buchen und nicht erst 20 min vor Abfahrt.

Zum Glück sind wir in Köln und es fahren noch ein paar weitere Züge also Plan B und ab in die Regionalbahn. Dauert durch die Umstiege und Wartezeiten zwar etwas länger, führt aber auch zum Ziel. Wenn wir eins können dann improvisieren. Isso.

Der SauerlandRadring ist schon 11!

Den Radring gibt es als Fahrradweg schon seit 11 Jahren. Bis heute hatten wir davon gar keine Ahnung. Der Radtourismus wird aber trotz bergigem Geländer oder durch E-Bikes, seht es wie ihr wollt, eine immer größere Nummer.

Was gibt es neues bei den Rabauken?

Was sich zum Vorjahr verändert hat? Nichts. Wir haben zu viel Zeug dabei und müssen dringend unsere Packliste überarbeiten, denn Kaffeekocher ohne Gaskartusche bringt eben nix. Die neue Luftpumpe ist in der Tasche und wird uns später noch retten. Als hätten wir es geahnt.

Einsatz der neuen Luftpumpe

Erstmal Luft auf die Schlappen. Orientieren, was in Finnentrop ganz wunderbar geht. Denn eine Übersichtskarte mit dazugehöriger Bank befinden sich direkt vor dem Bahnhof.

SauerlandRadring – Start in Finnentrop

Heute wollen wir ca. 30 km bis nach Eslohe. Lockeres einstrampeln quasi. Das Zimmer für die Nacht ist schon gebucht und wir haben mal gar keinen Stress. So ist es gut, absolute Entschleunigung. SauerlandRadring – Jetzt geht es endlich los. Aber erstmal ein Foto, woll!? So, jetzt aber wirklich.

Urlaub im Sauerland mit dem Fahrrad

Nicht viele Leute haben sich an diesem eher kalten Wochenende auf den Weg ins Sauerland gemacht. Wen wundert es. Die Temperaturen werden in den nächsten Tagen irgendwo zwischen 3 – 10 °C liegen und für Sonntag haben wir sogar den Jackpot mit Schnee gezogen. Aber ein Plan ist ein Plan ist ein Plan und freie Zeit sowieso rar. Also Zähne zusammenbeißen, mehr oder minder „richtige“ Klamotten eingepacken und rauf auf den Sattel.

Fahrradfahren auf alten Bahntrassen

Wir radeln über alte Bahntrassen umgeben von Nadel– und Laubwälder. Die Strecke ist asphaltiert und so schrubben wir Kilometer für Kilometer durch Wälder und Berge, entlang kleiner Dörfer und dahinplätschernden Bächen. Die Bahnstrecken wurden damals in den Fels gesprengt und so können wir mit minimaler Steigung und Gefälle über den Asphalt düsen.

Balkanexpress im Sauerland

Hier hat die Bahn sogar einen ganzen Wagon vergessen mitzunehmen. Oder warum steht hier der Balkan-Express?

BalkanExpress im Sauerland

Die Signalschilder und Wagons an den Seiten der asphaltierten Piste erinnern an die einstige Nutzung des Radwegs. Das Ganze in Kombination mit der Winter– ähm Abendsonne, ist wirklich schön.

Der Fledermaustunnel von Kückelheim – richtig gut!

Fledermausland in Kückelheim

Der Fledermaustunnel auf der Strecke ist eines der Highlights. Gerade erst wieder geöffnet (April-September) und rund 700 m lang und 10 °C Innentemperatur und das auch im Sommer. Es tummeln sich viele verschiedene Arten von Fledermäusen im Tunnel. Aber keine Angst wir haben keine Einzige gesehen, aber die Kleinen wohnen definitiv im Tunnel. Für mehr Infos Klickt hier.

„Wir können hier nicht halten das ist Fledermausland!“

Nachdem wir ohne Angst und Schrecken durch den Tunnel gepehst sind, geht es weiter über tot geteerte Trassen. Ein so toller Untergrund auf so vielen Kilometern, Rennradfahrer*innen drehen hier wahrscheinlich regelmäßig vollkommen frei. Das E-Bike kann man auf jeden Fall bei solchen Streckenverhältnissen getrost im Schuppen stehen lassen.

Tunnelblick und ordentlich Speed

Nach dem Tunnelblick und angenehmen 10 °C Umgebungstemperatur rollen wir entspannt in Eslohe ein und freuen uns auf ein weiters Highlight als Tagesabschluss. Die Domschänke in Eslohe mit Hotel und eigener kleiner Brauerei. Ja, wir gönnen es uns mal so richtig. Aber hier ist noch mal der Wetterbericht. Ihr versteht.

Tolles Zimmer inklusive barrierefreier Dusche. Scheint alles noch recht neu und wir haben ein bisschen Angst etwas kaputt zu machen.

Umziehen nein Danke

Keine Zeit verlieren und ab in die Dorfschänke. Ein gemütlicher, mit holzverkleideter Gastraum lädt zum Trinken ein. Nicht nur das selbstgebraute Bier (Esselbräu) in den Ausführungen Helles, MaiBock und Landbier gibt es hier zum probieren, es gibt auch noch einen Restaurantbetrieb. Vegetarische Gerichte sind sogar auf der Karte extra ausgezeichnet. Perfekt. Bier, Essen und das Bier kommt fast schneller als im Kölner Brauhaus. Muss man auch erstmal schaffen. Den Rest könnt Ihr euch denken. Wir fallen glückselig ins Bett.

Domschänke in Eslohe

Nach einem reichhaltigen Frühstück am nächsten Morgen verlassen wir unser Nachtlager leicht angemüdet, ganz untypisch mit dem halben Fahrradgepäck. Der Rest bleibt im Zimmer. Ein Zimmer für zwei Nächte? Das gab es bei uns auch noch nicht, aber ergibt in diesem Zusammenhang durchaus Sinn. Außerdem ist das Bier in der Schänke nicht das schlechteste. Das sagt uns auch ein älteres Duisburger Pärchen, welches ebenso zu Besuch in Eslohe ist, natürlich nicht nur wegen des Bieres. Also, Domschänke, ein echter Rabauken Tipp an dieser Stelle.

Die Nordschleife des SauerlandRadrings

Heute steht die Henneseeschleife (aka. Nordschleife) des SauerlandRadrings auf dem Programm. Mit etwas über 40 km nicht die längste Runde, aber wenn wir schon mal hier sind, nehmen wir die Strecke doch gerne mit. Es geht am Hennesee entlang, durch das hübsche Wennetal bis zum Ruhrtal. Hier könnte man dann auch direkt auf den Ruhrtalradweg wechseln. Wenn man will, kann man der Kreisstadt Meschede noch einen Besuch abstatten und sich z. B. den imposanten Bau der Abtei Königmünster ansehen. Lohnt sich.

Bier ja! Was Eslohe nicht so gut kann ist Wetter!

Der gute alte Landregen. Niedrig in der Intensität, aber Ausdauer hat er. Wir freuen uns an dieser Stelle einfach mal für die Natur, die das Wasser dringend nötig hat. Den nach folgenden Text müsst ihr auch einfach bei 23 Grad und strahlendem Sonnenschein vorstellen. Bitte nicht von den Bildern irritieren lassen.

Wer war eigentlich dieser Pampel?

Der Pampel – Der heimliche Star in Eslohe

Es geht bergab – nicht nur mit uns

Raus aus Eslohe bergab. Was für eine Strecke! Wir schaffen fast 50 km/h und freuen uns dabei wie kleine Jungs. Leider kommt nach der rasanten Abfahrt ein großes Stück Bundesstraße. Rennradfahrer*innen würden sich hier die Finger nach lecken, wir aber sind froh, als wir am Hennesee angekommen. Viel befahrene Straßen gibt es auch in Köln. Dafür sind wir ja nicht ins Sauerland gekommen, woll.

Himmelstreppe am Hennesee
Viele viele Stufen

Himmelstreppe – echt viele Stufen

Der Stausee mit der Himmelstreppe und dem frischen Quellwasser für unsere Wasserflaschen freut uns dann schon eher. Man kann sich gut vorstellen, was bei gutem Wetter am Hennesee los ist. Auch oder gerade weil, wir im Regen stehen und nur einer handvoll Leute begegnen.

Bootstour auf dem Hennesee

Auch mal Pause im Trockenen machen

Apfelkuchen ohne Kaffee

Die MS Hennesee macht sich aber nichts aus Wetter und bietet sowohl bei Sonne als auch bei Regen die richtige Abwechslung. Wir sitzen unter Deck im Warmen, trinken ein kühles alkoholhaltiges Getränk und Henrik schiebt sich ein Stück Apfelkuchen rein. Bier und Kuchen. Probiert das mal, passt besser, als man denkt. Kaffee war früher mal.

Es muss ja nicht immer Pils sein, oder doch?!

Pleiten, Pech und Pannen

Wir beobachten den Regen, der an die Scheibe peitscht und kommen mit der Betreiberin ins Gespräch, welche schon seit 24 Jahren auf diesem Boot arbeitet und für das Wohl ihrer Gäste sorgt. Wir können nur sagen das macht Sie wirklich prima. Eine Stunde Fahrtzeit ist wirklich zu kurz für alle Geschichten der letzten Jahrzehnte. Geht doch selbst mal vorbei und bestellt einen schönen Gruß von uns.

Abtei Königsmünster in Meschede

Jetzt geht es doch mal kurz runter vom SauerlandRadring. Wir wollen einen kurzen Abstecher zur Abtei Königsmünster in Meschede machen. Nicht weil wir für besseres Wetter beten wollen, einfach nur so.

Abtei Königsmünster in Meschede

Ruhe bitte!

Wie eben schon erwähnt, ein imposantes Bauwerk das auf einer Anhöhe über der Stadt thront, inklusive einem Haus der Stille für gestresste Büromenschen auf der Suche nach Einkehr und Besinnung. Wenn ihr Entspannung braucht, könnt ihr aber auch gerne mal eine Runde mit uns Radfahren. Eine Tour bereiten wir gerne vor, aber bitte ohne Reden 😉

Bitte Ruhe!

Pause im Landgasthaus Seemer

Endlich scheint draußen die Sonne und wir freuen uns wie bolle. Nach den ganzen Kilometern auf dem Rad freuen wir uns auf eine (Bier-) Pause und finden in Wenholthausen auch das passende Lokal. Um draußen zu sitzen ist es noch etwas kalt und somit geht es ab in die Pinte.

Achja Derby. Dortmund gegen Schalke

Die Hütte ist rappel voll, das Spiel aber schon zum Glück vorbei (letzteres sagt Basti). Wir finden noch ein Plätzchen bei den einzigen zwei Schalkefans in der hinteren Ecke des Ladens. Sicher ist sicher, auch wenn beide in Zivil unterwegs sind. Die beiden, Vaddern und Sohn, sind wie wir auch ein paar Tage auf Urlaub im Sauerland. Wir kommen sofort ins Gespräch und tauschen Geschichten über das Unterwegssein aus und kommen zum gemeinem Ergebnis: Hauptsache man ist unterwegs, alles andere ergibt wenig Sinn.

Urlaub im Sauerland

Einige Biere später müssen wir uns leider wieder auf den Weg machen, auch wenn wir gerne noch geblieben wären. Einen lieben Grüß an dieser Stelle an Yannik und Ralf. Es war schön mit euch. Wir hoffen ihr hattet noch einen schönen Urlaub.

Nicht der Rhein, aber eben auch kein Beton weit und breit

Sauerländer Gastfreundschaft

Als wir unsere Räder aufschließen. Hören wir hinter uns eine Stimme: „Wo wollt ihr hin? Bleibt doch hier!“ Wir drehen uns verdutzt um, denn den Fragesteller sehen wir gerade zum ersten Mal. Für alle die denken Sauerländer sind verbohrt und in sich gekehrt. An diesem Ort bestimmt nicht. Vorurteile sollte man widerlegen.

Nach Sonnenschein kommt Regen.

Wir sitzen wieder auf unseren Rädern, als es von oben zu schütten beginnt. Mach das auch mal: Bei Sonne in der Kneipe und bei Regen auf der Straße. Echt clever diese Fahrradrabauken.

Selbstbildnis mit drei Damen

Nachdenken ist nicht so rabaukig

Hilft alles nix. Die letzten 5 km lassen die Klamotten durchweichen und die Vorfreude auf eine heiße Dusche steigt an. In trockenen Sachen sitzen wir wieder in der Schänke unseres Hotels. Es fühlt sich schon etwas nach Wohnzimmer an. Täglich grüßt das Murmeltier. Essen, Bier nur diesmal „Op de Koning“, denn es ist Königstag in den Niederlanden und bei ca. 10 Niederländern im Gastraum kaum zu überhören. Wir erwidern ein „Op de Sauerland“ und stoßen auf das ein und das andere Getränk an. Gute Nacht.

Nee wat is dat schön

Zweiter Abschnitt SauerlandRadring

Heute soll es von Eslohe nach Saalhausen gehen. Also Taschen packen und mit Sack und Pack raus aufs Rad. Wir freuen uns wieder unser gesamtes Hab und Gut mit am Rad zu haben. Irgendwie fühlt es sich sonst eher nach Tagesausflug und nicht nach richtig unterwegs an. Im Hotel wird uns noch die Daumen für besseres Wetter gedrückt. Irgendwie scheint uns niemand um das Radfahren zu beneiden. Es geht wieder die gleiche Strecke wie zur Nordschleife bergab und wir brechen unseren Geschwindigkeitsrekord vom Vortag. Hui! Bad Fredeburg, wir kommen.

Stillleben am Hennesee

Höhenflug in Bad Fredeburg, Lost Places und Discgolf

Wenn Ihr genügend Gänge am Rad habt und euch ordentlich auspowern wollt, macht auf jeden Fall einen Abstecher auf den sog. „Höhenflug“. Eigentlich ein Wanderweg, aber die Aussicht über Bad Fredeburg kann sich auf jeden Fall sehen lassen. Notiz am Rande: Echt steil, sodass wir auch unsere Esel kleine Abschnitte den Berg hochschieben mussten. Es lohnt aber!

Wahrscheinlich eher Wanderweg, woll?
1000 Berge Panorama

Lost Place – Es ist fast gespenstisch

Bergab ist natürlich immer schöner als bergauf und so lassen wir die Bremsen ackern und rollen in Richtung Ort. Zufällig kommen wir an einem verlassenen und fast gruseligen Ort vorbei. Na gut es ist Sonntagnachmittag und es ist hell. Trotzdem wirkt das verlassene St. Raphaels aufgrund seiner Größe irgendwie gespenstisch.

Lost Places und die zwei Rabauken

Das Gebäude liegt oberhalb der Stadt und war für uns eine tolle und nicht eingeplante Ablenkung. Die zwei Fragezeichen und das verlassene Seniorenheim.

Irgendwie unheimlich

Discgolf in Bad Fredeburg

Eine weitere Möglichkeit mal vom Rad abzusteigen ist die Discgolfanlage nahe der Strecke und ebenfalls in Bad Fredeburg. Die Scheiben können an verschiedenen Stationen im Ort geliehen werden. 18 Löcher kann man bespielen und der Platz ist top gepflegt. Leider an diesem Tag Menschen leer. Könnte am Wetter liegen. Landhagel quasi. Aber klickt mal auf den Link oben, da sieht man dann, wie es bei passendem Wetter aussehen kann.

Wochenende und Sonnenschein

Fieses Wetter. Wir entscheiden uns, besser Richtung Unterkunft zu fahren. Ein Rabauke braucht eben Sonne. Den Hagelschauer müssen wir aber noch abwarten. Schade!

Ist das Sommer oder kann das bitte endlich weg

Eine weitere wegverlängernde Maßnahme führt über Niedersorpe. Es erwarten euch Waldwege und Strecken, auf denen ihr einfach laufen lassen könnt. Das Ganze in Kombi mit Sonne ergibt das folgende malerische Bild vom Sauerland.

Wunderschönes Sauerland
Was für ein Blick

Einfahrt in Schmallenberg. Das erste, was uns auffällt, ist das Tuningproblem einiger Autofahrer*innen, wobei hier die große Mehrheit tatsächlich männlich sein dürfte. Mehrmals werden wir mit laut aufheulenden Motoren überholt. Ja wir haben es ja verstanden, ihr seid schneller, aber geht’s noch?! Scheint aber ein Schmallenbergproblem zu sein, sonst werden wir hier eigentlich immer mit so einem großen Abstand überholt, in den sich in Köln bestimmt noch zwei weitere Autos quetschen würden. 

Wir machen eine ausgedehnte Pause und genießen die Abendsonne, die uns tatsächlich ausnahmsweise mal direkt ins Gesicht scheint. Prost!

So kann der Tag zu Ende gehen

Leider endet jede Pause und wir müssen weiter. Weit ist es nicht mehr als wir über die Schotterpiste in einem Waldstück bügeln. Bis jetzt hatten wir immer Glück, ob mit dem Wetter oder mit platten Reifen.

Das Glück ist mit den Dummen? Diesmal nicht!

Beides scheint uns auf dieser Tour verlassen zu haben. Zumindest scheint die Sonne als wir mit vom Kettenfett (nein, Kölner*innen, nicht der Schnaps) schwarzen Händen und Flickzeug in der Hand versuchen das platte Rad wieder zu flicken. Zum Glück ist das Loch schnell gefunden und geflickt. Einsatz neue Luftpumpe. Fazit: Mega Teil. Als hätten wir es geahnt. 

Wir wissen nur so halb was wir hier eigentlich tun
Rad flicken in schönster Umgebung

Saalhausen – jetzt kommen wir aber echt.

Saalhausen ist ein toller Ort mit vielen kleinen Fachwerkhäuschen und einem Park, von dessen Sauberkeit wir als Kölner nur träumen können. Echt ein malerischer Ort, direkt an der Lenne gelegen. Fahrt da mal hin.

Pizza in der Dorfschänke

Leider ist es schon sehr spät als wir endlich in den Ort rollen. Schnell die Sachen verstauen und ab in die Dorfschänke. Tatsächlich primär nicht um zu trinken, sondern um eine leckere Pizza bei „Tasso“ zu essen. Wären wir etwas früher in Saalhausen gewesen, hätte es auch noch andere Möglichkeiten zum Speisen gegeben. Es gibt eigentlich reichlich Möglichkeiten vor Ort. Pizza ist aber jetzt eh für uns genau das Richtige, außerdem gibt es auch Grevensteiner vom Fass. Bidde! 

Übernachten in Saalhausen

In der Pension Möser ist man speziell auf Radfahrer*innen eingestellt und weiß daher auch, was das Radlerherz nach einem anstrengenden Tag im Sattel braucht. Bett+Bike zertifiziert, ein Kühlschrank voller kalter Getränke und ein reichhaltiges Frühstück inklusive etwas Obst für den Weg. 

Pension Mörser – Hier kann man sich ausruhen

Wer noch nicht genug vom SauerlandRadring hat, kann sich noch die selbstgemachte Marmelade oder Senf aus dem Sauerland mitnehmen. Beides kann man in der Pension gegen etwas Kleingeld erwerben. Natürlich packen wir Senf ein. Wird das auch irgendwie zur Rabaukentradition? Schon auf dem RuhrtalRadweg haben wir uns mit lecker Regio-Senf eingedeckt.

Heute schließen wir den SauerlandRadring. Ein Wiedersehen mit Finnentrop. 

SauerlandRadring inklusive Nordschleife. Done!

An unserem letzten Tag scheint tatsächlich die Sonne! SauerlandRadring vom Feinsten. Sonne, dieses wunderbar wärmende Licht am Himmel. Nicht, das die Laune in den letzten Tagen schlecht war, aber Wärme motiviert schon. Wir wollen wieder in der Nacht draußen sitzen und mit einem Bier in der Hand in den Himmel gucken. Zum Glück geht die Saison ja gerade erst so richtig los.

Immer wieder tolle Landschaft

Der Plan sieht vor das wir in Finnentrop auf den Sieg-Radweg abbiegen und noch einen kurzen Zwischenstopp am Biggestausee machen, bevor es über Olpe wieder nach Hause Richtung Köln geht.

Ein toller Plan vs. Realität

Die Strecke Richtung Attendorn und damit Biggesee ist schon etwas hügeliger. Anspruchsvoll. Etwas Kondition solltet ihr also mitbringen. Es ist alles aber auch locker ohne E-Bike machbar. Der Schlüssel zum Erfolg ist auch hier sicherlich seine Kräfte einzuteilen. Belohnt wird man mit einen super Blick auf den Biggesee.

Achtung Steilstück

Essen am Biggesee – Montags ist alles geschlossen

Doch Achtung: An einem Montag hat so ziemlich alles geschlossen was auch nur im entferntesten Getränke oder Snacks verkaufen könnte. Dies schließt den Kiosk unten an der Staumauer eben so ein, wie die Holz-Hütte am „BiggeBlick“. Die Bude wird vom SGV – Sauerländischer Gebirgsverein betrieben. Warum wir das hier erwähnen? Der Anstieg zum BiggeBlick ist wirklich steil, so dass wir mal wieder durch den Wald schieben. Verschwitzt und echt im Eimer freuen wir uns auf ein kaltes Getränk, egal was, es muss ja noch nicht mal ein Pils sein. Wirklich!

BiggeBlick
Und hier der Ausblick über das Sauerland

Nett ist man hier aber heute nicht so ganz

Unsere Stimmung sinkt schon etwas, als uns zwei Radfahrer*innen entgegenkommen und uns erzählen, dass sie angeranzt wurden, weil sie ihre Räder nicht in den Radständer gestellt haben. Nun gut, denken wir, wird wohl nicht so schlimm gewesen sein. Außerdem haben wir Durst.

Durst! Durst! Durst! Durst!

Wir fragen freundlich nach etwas zu Trinken. Andere Gäste vor der Hütte fangen schon an zu schmunzeln und prompt bekommen wir ebenfalls die pure Gastfreundschaft des SGV zu spüren. Wir verstehen ja das Ruhetag ist, aber wenn ihr Getränkekisten in die Bude schleppt, wird die Frage ja wohl erlaubt sein. Im Pott hätte man einfach eine Hut-Kasse aufgemacht und fertig. Tja SGV, das war’s wohl erstmal mit uns.

Hier nochmal der Hennesee

Macht et joot!

Macht et joot, hier kommen wir bestimmt nicht mehr hin und wenn, bekommt ihr auch keine Mark von uns. Die Aussicht ist klasse, der Service aber mies. Unten gibt es einen Campingplatz mit ebenfalls kalten Getränken. So!

Tagebau und Talsperre

Schnell ist der Ärger vergessen und wir fahren weiter am Biggesee entlang. Vorbei an Hinweisschildern von früheren Ortschaften. Diese wurden zum “Wohle der Allgemeinheit” für den Bau der Talsperre geflutet. Mehr als 2500 Menschen waren damals in den 60er Jahren von den Umsiedlungen betroffen. Ein bisschen so wie in Garzweiler nur eben für Wasser- statt Kohlekraft. Bei niedrigem Wasserstand soll man hier angeblich noch Kirchturmspitzen sehen können. Ob das wohl stimmt?

Ist es im Sauerland steil? Nicht immer!

Es bleibt bei einem Auf und Ab in Richtung Olpe. Unsere Empfehlung an dieser Stelle ist ganz klar: Steigt in Attendorn in die Bahn! 1. Ihr seid noch nicht so kaputt und sich immer noch den Rest zu geben, ergibt rückblickend gesehen eher wenig Sinn und 2. Attendorn hat wenigstens einen aktiven Bahnhof ohne Schienenersatzverkehr. Somit endet diese Tour, wie sie begonnen hat: Mit Plan B. In diesem Fall einem Bus von Olpe nach Gummersbach. Attendorn wäre echt entspannter gewesen. 

Fazit für den SauerlandRadring

Eine tolle Strecke für alle Typen von Radfahrer*innen. Egal ob E-Bike oder durch eigene Kraft unterwegs. Ob sportlich oder eher Biertrinker*innen mit zu viel Gepäck an Bord. Wer dem Stadtlärm entkommen will, findet hier Ruhe, nette Menschen, Fledermäuse und leckeres Bier. Warum immer am Fluss entlangfahren? Unser Herz schlägt für das Sauerland. Sitzt der Ohrwurm? Bidde!

Mehr Infos über den SauerlandRadring

Wenn ihr jetzt heiß auf den SauerlandRadring seid, schaut doch mal auf der Radring – Seite vorbei. Peace out, mic drop, wir sind raus.

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Fahrradfahren an der Ostsee

Eine kleine Tagestour von Niendorf nach Travemünde Es geht hier um eine kleine Tagestour von ca. 20 km mit Leihrädern, die uns entlang des Brodtener Steilufers von Niendorf nach Travemünde…

Eine kleine Tagestour von Niendorf nach Travemünde

Es geht hier um eine kleine Tagestour von ca. 20 km mit Leihrädern, die uns entlang des Brodtener Steilufers von Niendorf nach Travemünde und wieder zurück nach Timmendorfer Strand führt. Nix Wildes, aber sehr sehr schöne Aussicht.

Brodtener Steilufer – tolle Aussicht

Urlaub in Niendorf – nähe Timmendorfer Strand

Es ist Ostern bzw. kurz vor Ostern, die Sonne knallt in Köln mit über 20 Grad auf alle Kölner*innen. Hätten wir das gewusst… wären wir wahrscheinlich trotzdem nicht zu Hause, sondern unterwegs.

Bewährte alternative Besetzung

Leider immer noch getrennt voneinander. Henrik testet das Wetter in Frankreich und die andere Rabaukenhälfte, und damit meine Wenigkeit, hat es an die Ostsee verschlagen. Natürlich in altbewährter alternativer Besetzung mit Nina – siehe Nordseeradweg.

Ohne Rad geht es eben nicht

Wir wachen relativ früh auf und stellen fest, dass die Sonne schon wieder über der Ostseeküste erstrahlt. Rabaukenwetter und beste Vorraussetzungen also, um sich Räder zu leihen und einfach die Küste entlang nach Travemünde zu fahren.

Niendorf Fahrradverleih
Beste Leihräder, nur nicht für längere Touren

Wir sind guter Dinge, auch wenn es hier oben natürlich keine 20, sondern eher 14–16 und nachts drei Grad sind. Liebe Güße an dieser Stelle nach Cöllefornia.

Travemünde ist das Ziel

Travemünde ist nicht weit weg von Niendorf, muss aber auch nicht. Wir wollen keine Kilometer schrubben, sondern entspannt an der Küste entlang fahren. Quasi testen, wie das mit dem Radfahren nochmal funktionierte. Aussicht schlägt hier, um Längen, Schnelligkeit oder Distanz.

Rabauken nichts als Rabauken

„Schnell“ geht hier eh nicht, denn bei dem Wetter sind selbst die aller größten Stubenhocker*innen unterwegs und so teilen wir uns den Weg mit Fussgänger*innen, anderen Radfahrer*innen und Personen, welche sich mangels Übung oder besser mangels Körpergefühl nicht auf ein E-Bike setzten sollten. An dieser Stelle ein dringender Aufruf an alle, sich einfach zu entspannen und das Wetter zu genießen. ECO-Sport-Super-Boost ist auf engen Wegen fehl am Platz!

Fahrradleihen in Niendorf

Geliehen haben wir uns direkt in Niendorf zwei Räder mit 7-Gängen, denn etwas auf und ab geht es doch an der Steilküste der Ostsee. Drei würden aber auch dicke reichen. Tipp am Rande: Reserviert am besten einen Tag vorher die Räder. Wir hatten Glück, aber auch die beiden letzten Räder erwischt.

Brodtener Steilufer – tolle Aussicht

Mit einer entspannten Reisegeschwindigkeit von durchschnittlich ca. 12km/h fahren wir entlang des „Brodtener Steilufers“ und der Hermannshöhe nach Travemünde. Das Restaurant haben wir nicht ausprobiert, scheint aber für ein Päuschen sicherlich geeignet. Nur eben nicht nach 3 km und nach der ganzen Werbung in Niendorf und Umgebung fühlten wir uns schon fast genötigt dort zu halten. Machen wir aber nicht! So!

Brodtener Steilufer
Brodtener Steilufer – Kennt ihr schon oder?

Hafenspaziergang

Wie schlendern lieber am Hafen in Travemünde entlang und entscheiden uns für ein dickes Spagettieis, fast genau an der Kaikante. Gerade noch noch ein schmaler Streifen Fußweg trennt uns vom Wasser. Ist aber nicht schlimm, denn andere Leute zu sehen kann ja durchaus seinen Reiz haben. Eis, Leute gucken und die Nase in Richtung Sonne recken. Wenn 2019 schon so losgeht, kann es nur eine super Saison werden.

Hafen in Travemünde
Hafen in Travemünde – Immer einen Besuch wert

Reicht dann aber auch

Nachdem wir uns eine kurze Übersicht in Travemünde verschafft haben, reicht es uns aber auch schon wieder und wir kehren um, diesmal in Richtung Timmendorfer Strand.

Was schwimmt denn nu’ alles in der Ostsee?

Nicht nur das wollen wir wissen, sondern auch noch viel mehr und so verkriechen wir uns vor der Sonne und tauchen ein in die dunkle und bunte Unterwasserwelt von SEALIFE. Kennt ihr sicher, deswegen sparen wir uns hier eine detaillierte Beschreibung. Der Eintritt ist mit 16,50€ echt nicht billig und das Riesenaquarium leider auch gar nicht so riesig. Spannend ist es aber schon, auch wenn wir nach einer halben Stunde wieder draußen sind. Das kann aber jede*r für sich entscheiden.

Sealife Timmendorfer Strand
Sealife in Timmendorferstrand

Plastikschrott im Merchshop -Schade Sealife

Was uns aber viel mehr beschäftig ist folgende Frage: Wenn SEALIFE sich für den Erhalt und den Schutz der Meere einsetzt, warum werden im Souvenier-Shop so viele Plastiksachen verkauft? Kann uns das wer beantworten?

Fazit einer kleinen Tagestour

Ein kleiner aber feiner Tagesausflug, den wir euch nicht vorenthalten wollten und deswegen gibt es hier einen kurzen Abriss. Tolle Sicht, massig Sonne und zahlreiche Bänke auf der Stecke laden zum Verweilen und Abschalten ein.

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Fahrradfahren im Frühling 2019 – Frühjahrserwachen bei den Fahrradrabauken

Fahrradfahren im Frühling 2019 – Frühjahrserwachen bei den Fahrradrabauken Noch schmerzt das Sonnenlicht in den Augen, als wir unsere müden Glieder aus unserem Winterquartier, der gemütlichen Agnes Klause im Agnesviertel nahe…

Fahrradfahren im Frühling 2019 – Frühjahrserwachen bei den Fahrradrabauken

Noch schmerzt das Sonnenlicht in den Augen, als wir unsere müden Glieder aus unserem Winterquartier, der gemütlichen Agnes Klause im Agnesviertel nahe der Agneskirche in Köln, bewegen. Agnes ist für uns auf jeden Fall der beliebteste Frauenname 2018. Dennoch wirken die Knochen wie eingerostet. Wir schütteln uns den Winter aus den Klamotten, wischen uns den Bierschaum vom Mund und setzen die Sonnenbrillen auf unsere Nasen. Beton und Winter wir können euch nicht mehr sehen. Irgendwann ist auch mal jot!

Frühling bist du das? Lange nicht gesehen alter Freund

So langsam stabilisieren sich die Temperaturen in der Kölner Bucht wieder oberhalb der 10 Grad (darunter kriegste‘n Rabauken nicht wirklich auf’s Rad) und wir sind bereit für eine neue steile Saison mit neuen Abenteuern und Geschichten. Wenn ihr euch gefragt habt, was eure Lieblingsrabauken in der Zwischenzeit gemacht haben, können wir nur sagen: Untätig waren wir nicht. Zwar sind die Tourenräder über den Winter im Keller verschwunden, um auf besseres Wetter zuwarten, dennoch waren wir recht umtriebig. Wir haben es uns in warmen und spärlich beleuchtete Eckkneipen gemütlich gemacht, um uns mit aller Kraft dem Winter entgegenzustellen. 

Selbstreflexion und ein Jahresplan für alle Rabauken

Bewaffnet mit Stift und Papier, haben wir ein paar Sonnenstrahlen zurück in die schummrigen Eckpinten von Köln geholt und uns mit grandiosen Erinnerungen aus dem letzten Jahr über Wasser gehalten. Selbstreflexion bei Kölsch und Fritten sozusagen. Herausgekommen ist ein Rabaukenjahresplan, der sich sehen lassen kann. 

Radfahren in Köln, NRW und Deutschland – Fast alles beim Alten

Während der winterlichen Planungen für unsere Radtouren 2019 ist viel Kölsch den Rhein runtergeflossen. Soviel sei aber schon mal verraten: Wir werden in diesem Jahr vermehrt kürzere Tagestouren in und um Köln abreißen und haben so vor, euch die Stadt und ihr Umland aus unserer Perspektive schmackhaft zumachen: Kultige Büdchen, sympathische Eckpinten, Nachhaltigkeit, Ökologie und kritischer Konsum, sind Stichworte, die uns den Weg weisen werden. Haben wir richtig Bock drauf.

Büdchen, Nachhaltigkeit und weitere Spannungsbögen

Das ländliche NRW steht natürlich auch wieder dick auf’m Plan. Dis halt wo wir herkomm’. Es wird ein bißchen hügelig und hier und da auch ma flach, mehr geben wir noch nicht preis. Ende Mai/Anfang Juni wagen wir mal über den Tellerrand hinauszublicken und fahren raus aus’m Sektor. Wohin? Auch Geheimnis. Spannungsbogen usw. Wird aber wieder ‘ne feine Sache, da sind wir uns sicher.

Wir geben unser Bestes! Versprochen!

Toller Plan oder? Mal sehen, wie viel wir davon wirklich schaffen. Treu nach dem Motto: “Was du heute kannst besorgen, verschiebe doch auf morgen” gehen wir ausgeruht an den Start. Bock haben wir auf jeden Fall! Zudem auch eine neue Luftpumpe. Kann ja nichts mehr schiefgehen. Einem neuen Jahr voller Wahnsinn steht also nichts mehr im Wege.

Ideen für eine Fahrradtour

Rabaukensaisonstart ist Ende April. Wann geht es denn für euch los? Oder seid ihr schon längst unterwegs? Habt ihr noch Ideen? Lieblingsziele? Lieblingslokale? Sollen wir auf ein Stück Kuchen vorbeikommen? 😉 

Dann meldet euch doch bei uns. Wir freuen uns über jegliche An- und Aufregung.

In diesem Sinne 

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Fahrradfahren im Ruhrgebiet – Teil zwei der Industriekultur-Saga

Tagesradtour Dortmund – Hamm – Lünen – Wattenscheid – Wir werden klüger Keine Kompromisse, heute sind wir schlau und buchen schon am frühen Morgen ein Zimmer für die kommende Nacht….

Tagesradtour Dortmund – Hamm – Lünen – Wattenscheid – Wir werden klüger

Keine Kompromisse, heute sind wir schlau und buchen schon am frühen Morgen ein Zimmer für die kommende Nacht. Entspannt irgendwie, ohne Zelt fühlen wir uns nämlich ein bisschen nackt, hilf- und schutzlos. Fahrtechnisch drehen wir uns an diesem Morgen im Kreis und finden nicht so recht wieder auf die Route der Industriekultur. Zuerst schieben wir es noch auf den gestrigen Abend und die müden Knochen, denn der erste Tag inklusive Haldenanstieg steckt uns schon noch in den Gliedern.

Schutzpatronin der Bergmänner und der Radfahrer

So, was denn jetzt eigentlich, Karte oder Knotenpunkte? Mal wieder wird das Radeln ein wenig fransig, gefühlt stehen wir fast nur noch und überlegen wo es hingehen könnte. Überraschenderweise macht das weniger Lust, als einfach locker rollen zu lassen. Insbesondere an einem Morgen, der nicht so richtig rund läuft. Wir steigen einfach nicht mehr durch und langsam, die Mittagszeit nähert sich schon wieder, melden sich auch pünktlich unsere Mägen. Wir entscheiden uns dafür, eine etwas längere Pause einzulegen und den weiteren Tag zu planen.

Kneipenplanung und Fritten

Wo lässt dich das am besten machen? Richtig, in einer netten Pinte bei `nem lecker Pilsbier und einer Kleinigkeit zu essen. Nach nicht allzu langer Zeit nähert sich unsere potentielle Oase auch schon: Eine alte Bergmannskneipe, die nach der Schutzpatronin der Bergleute (und einiger weitere Berufs- und Personengruppen) St. Barbara benannt ist.

Pure Freude am Tresen – Draußen ist es aber auch schweinekalt

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob der Laden noch nicht geöffnet hätte. Mist, aber wir haben Glück, der Wirt hat uns beim rumtigern gesehen und bittet uns rein. Die nächste Stunde verbringen wir am Tresen, trinken etwas und essen Fritten. Perfekt.

St. Barbara – Du bietest uns Schutz

Die leckeren Fritten und das Bier lassen uns wieder zu Kräften kommen, denn auch die Kälte macht uns träge und schreit nicht gerade nach Weiterfahrt. Kurzer Check der Wetterapp und siehe da, ab 14 Uhr kommt zumindest die Sonne wieder raus, auch wenn die Temperatur weiter bei 14 Grad bleibt. Wie sagt man so schön, Abwarten und Biertrinken. Bevor uns das Zeitgefühl gänzlich verloren geht, bezahlen wir lieber schnell und fahren weiter. Die Eckkneipe schließt an eine alte Siedlung der Bergleute an, d. h. nicht dass die Siedlung leer steht. Ganz im Gegenteil.

Alte Kolonie Eving

Die Alte Kolonie Eving – Wir lassen uns durch die Straßen rollen

Sich so ein bisschen einen Plan zurechtlegen kann auch ganz cool sein. Während der längeren Mittagspause haben wir entschieden als nächstes durch die nahe gelegene denkmalgeschützte Arbeitersiedlung „Alte Kolonie Eving“ zu fahren. Wie es hier wohl früher mal ausgesehen hat, als es noch Spielplätze an den Ecken der Siedlungsstraßen gab? Die Siedlung wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet. Sie diente vor allem angeworbenen Arbeitern aus Osteuropa als Wohnsiedlung.

Zeche “Minister Stein” und “Fürst Hardenberg”

Geschuftet haben die ungefähr 270 in der Siedlung lebenden Kumpel in den Dortmunder Zechen Minister Stein und Fürst Hardenberg. Bis in die 1980er Jahre wurde hier Steinkohle zutage gefördert. Bergbauromantik pur, auch wenn wir mittlerweile verstanden haben, dass ein Bürojob doch nicht das schlechteste der Welt ist. So bleiben zumindest in den ersten Jahren noch die Knochen heile. Seit den 1970er Jahren wurde in der alten Kolonie immer mal wieder saniert, renoviert, Dinge umgekrempelt. Die Siedlung, mit ihrem hoch aufragenden Wohlfahrtshaus, ist definitiv sehenswert. Nicht verpassen und mal hin radeln.

Tipp: Knotenpunkte, mehr braucht man nicht.

Endlich macht es -klack- in unseren Köpfen, wieder mal so ‘n Rabaukendingen: Lange Leitung und zu wenig geplant. Aber uns geht ein Licht auf. Knotenpunkte! Stehen an jeder Kreuzung und sind der heiße Shit! Die Kombination aus unserer Karte und eben jenen Knotenpunkten hat uns die letzten eineinhalb Tage fast an den Rand des Wahnsinns navigiert. Das Ganze noch getoppt durch die Nutzung des Handys. Tipp von uns: Spart euch die Nerven und guckt nur auf die Knotenpunkte. Zur Sicherheit wiederholen wie es hier noch mal, als quasi Mantra: Nur und ausschließlich auf die Kontenpunkte gucken!

Stadt Hamm, sagt der Plan, aber die Beine sagen nein

Das Lanstroper Ei ist auf den ersten Blick ein ei(!)genartiges Bauwerk (auch der musste sein). Aus der Entfernung sieht man erst einmal ein Stahlgerüst, welches eine eirunde rostige Kugel trägt. Auf einem fast komplett flachen Teilstück radeln wir locker Meter für Meter an das Ei heran. Am Fuße des alten Wasserturms, der umliegende Zechen mit einem gleichmäßigen Wasserdruck versorgt hat, müssen wir leider feststellen, dass das Areal großflächig abgezäunt ist. Bauarbeiten sind nicht zu erkennen. Aber eine Infotafel verrät eine geplante umfassende Sanierung des mehr als 100 Jahre alten und 60 m hohen Turms. Erster Bauschritt bis 2016. Naja, Verspätung wegen Verzögerung im Betriebsablauf wahrscheinlich. Die Idee, aus dem Turm und seinem Umfeld ein Umweltbildungszentrum zu machen, ist auf jeden Fall mal zu begrüßen. Umwelt gut, Bildung auch. Gute Sache also.

Das Lanstroper Ei – malerisch schön

Nach einem tiefen Schluck aus der Wasserflasche radeln wir im Sonnuntergang durchs recht flache grüne Land. Dem Terrain sei Dank, schaffen wir es sogar fast bis Kamen. Auf der Rückfahrt Richtung Lünen können wir am Kanal entlang schön laufen lassen. Die Räder surren. Unser Tagesziel ist Datteln, irgendwie noch Ruhrgebiet, aber das Münsterland lässt sich bereits erahnen. Die letzten Meter fahren wir unschöner Weise an einer recht dicht mit Pkws befahrenen Hauptstraße entlang. Aus der Ferne sehen wir aber schon unsere Schlafstätte. Ein ehemaliges Hotel mit eigener Küche und heute ein B&B, wie wir später noch im Gespräch erfahren werden. Unser Gastgeber empfängt uns pottisch zurückhaltend freundlich. Nach ein paar Sätzen jedoch taut die Situation auf, sogar der etwas verstaubte Tresen samt Hahn wird für uns geöffnet. Hervorragend! Wir trinken zwei verdiente Bier an der Theke und lassen uns etwas über Pott und die Welt erzählen.

Gasthaus Zum Ankerplatz – Hoch die Tassen!

Gasthaus Zum Ankerplatz – Hoch die Tassen!

Auf Tipp unseres Herbergsvaters schlendern wir an der Dattelner Schleuse entlang zum nächstgelegenen Gasthaus. Es entpuppt sich als Glücksgriff. Superleckeres Essen, sehr nette Betreiber und eine Hochzeitsgesellschaft im Saal nebenan, die zu der gesamten Musikpalette der 90er abfeiert. Die Beine wippen im Takt. Mehr oder weniger textsicher lauschen wir Rednex, Snap! oder Ace of Base. Wir entscheiden uns dann doch gegen das Hochzeits-Crashing und feiern uns mit dem ein oder anderen Gedeck lieber selbst. Den ereignisreichen Tagen revuepassierend, beobachten wir die schwankenden Hochzeitsgäste an unserem Tisch vorbeiziehen. Die angesteckten Kippen wandern von Mal zu Mal etwas früher im Mund. Ein bisschen wie Theater nur echter, untermalt mit dem Besten aus der Musikbox der 90er. Wir zahlen die Zeche (der musste sein), machen uns auf den Heimweg und freuen uns auf unser gemütliches Bett.

Sonnenschein im Ruhrgebiet

Der dritte Tag. Die Sonne scheint und es ist Wochenende. Besser geht es doch wohl nicht. Moment ist das Dach wirklich gefroren? Egal, wir gehen erst mal frühstücken, der Sommer kommt gleich bestimmt wieder und liegt nur noch in den Federn. Nach der Stärkung verabschieden wir uns von unserem Gastgeber und lassen noch ein paar von unseren Fahrradrabauken-Aufklebern da. Wenn Ihr mal in Datteln seid, greift ruhig zu 😉

Schiffshebewerk Henrichenburg

Unser erstes Tagesziel ist der Schleusenpark Waltrop und das Schiffshebewerk Henrichenburg. Die Route ist selbst für uns Navigationsgenies einfach: Immer den Kanal entlang bis zur nächsten 90 Grad Kurve und weiter bis zum Schiffshebewerk Henrichenburg. Keine 8 km sind es von unserem Nachtlager bis dorthin. Ein idiotensicheres Dingen und damit genau das richtige für uns! Isso. Ruckzuck nähern wir und dem riesigen Aufzug für Schiffe und müssen leider feststellen, dass das LWL Museum den Großteil des Hebewerks mit einem Zaun blickdicht eingefasst hat. Trotzdem ein imposantes Gelände mit eindrucksvollen Bauwerken. 1899 wurde das alte Schiffshebewerk als eines der Schlüsselbauwerke am Dortmund-Ems-Kanal eröffnet. Die Teilnahme an der Eröffnungsfeier hat sich der olle Kaiser damals natürlich nicht entgehen lassen. 14 m Staustufe mussten hier überwunden werden damit die Schiffe bis zum Dortmunder Hafen weiterfahren konnten.

Schiffshebewerk Henrichenburg – so sieht das Dingen von außen aus

Schade, aber wir steigen nicht ab. So!

Wir entscheiden uns gegen den Eintritt und fahren einen kurzen Radweg, der uns rund um das weitläufige Gelände des Schleusenparks führt. Über die Inseln geht es vom historischen Hebewerk zum neuen Schiffshebewerk. Dort packen wir unsere Berliner vom Vortag aus und picknicken gemütlich mit Blick auf den Kanal. Jeder hat zwei und Vorräte müssen gut eingeteilt bzw. späterer Futterneid muss vermeiden werden. Wir reißen uns zusammen und lassen einen wieder in die Tasche wandern.

Der Landschaftspark Hoheward – Drachenbrücke und Sonnenuhr

Radweg und Drache in einem, aber eher etwas für Mountenbiker/innen

Weiter geht die Reise in Richtung Landschaftspark Hoheward, bekannt auch wegen der Drachenbrücke, der Sonnenuhr und dem Horizontobservatorium. 150 Millionen Tonnen aufgeschüttetes Material machen die Halde Hoheward zur größten ihrer Art im Ruhrgebiet. Der Landschaftspark ist imposant und mit dem Rad leicht erkundbar. Wer Lust hat, kann auch zur Spitze der Halde radeln. Wir sparen uns das aber, drehen eine kurze Schleife über die Drachenbrücke und fahren weiter. Die Zeit drängt ein wenig und wir wollen uns an unserem Lieblingsbüdchen „Holgers Erzbahnbude“ noch eines dieser leckeren bernsteinfarbenen Fiege Pilse gönnen.

Sonnenuntergang im Ruhrgebiet

Wir kosten die letzten Sonnenminuten an der Erzbahnbude voll aus und fahren erst mit der ersten Dämmerung in Richtung Wattenscheid, unserem nächsten Übernachtungsort auf der Reise durch den Pott. Nachdem wir schnell eingecheckt sind, studieren wir die Hausspeisekarte und entscheiden recht schnell, dass es woanders sicherlich etwas köstlicher sein wird. Ist dann auch so, Burger mit Fritten. Vielleicht nicht sonderlich kreativ aber absolut gut. Danach klingt der Abend dann locker aus. Wir reflektieren den Tag vor der Glotze. Kann man auch mal machen. Gute Nacht!

Wir wollen noch nicht zurück nach Köln

Tag 4 schon. Die Augen gehen langsam auf – ganz langsam – Shit, ist der ganze schöne Bums echt schon wieder vorbei? Es ist immer das Gleiche… „Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei…“ Ein Ohrwurm so schäbig wie das Gefühl am letzten Urlaubstag. Wenn wir könnten, würden wir einfach weiterfahren und nur zum Broteschmieren nach Hause kommen. Gerne richten wir ein Spendenkonto ein. Rabaukencrowdfounding quasi.

Mit dem Kaffee spülen wir das lethargische Gefühl den Hals runter. Wir haben doch noch einen ganzen Tag vor uns und heute machen wir uns mal nicht kaputt. Der Plan: Wir rollen lockere 15 km Richtung Bochum und übergießen und dort dann mit Kultur im Bergbaumuseum. Prima!

Wissenswertes über Bochum

Funfact: Der Bruder einer Rabaukenoma hatte eine Kneipe in der Nähe vom Bergbaumuseum. Das haben wir aber leider erst nach der Tour erfahren sonst wären wir bestimmt nicht im Museum gelandet. Gelernt ist gelernt. Isso!

Holgers Erzbahnbude – Wir kommen wieder

Somit fahren wir ein letztes Mal an Holgers Erzbahnbude vorbei. Achtung: Die Erzbahnbude hat erst ab 11 Uhr morgens auf! Skandal oder großes Glück. Eine Stunde später wären wie sicherlich wieder an einem der Tische versackt, um uns festzukrallen, um ja nicht nach Hause zu müssen.
So oder so ist Holgers Erzbahnbude Ruhrpott pur. Hier gibt es nicht nur kalte Getränke oder ein Tässchen Kaffee, sondern auch Eis, Kuchen und vieles mehr.

Fahrradreparaturen leicht gemacht

Wer einen neuen Fahrradschlauch braucht, dem/der wird hier ebenfalls geholfen. Kleine Reparaturen sind kein Problem und die geballte Radfahrexpertise sitzt sowieso bei Kaltgetränken am Tisch und hilft gerne. Nur eben nicht um 10 Uhr morgens. Ein bisschen schwer ums Herz wird es uns hierbei schon. Nicht, dass es in Köln an Bier (oder Kölsch – wie manche sagen) mangelt. Aber an der Weggabelung bei Holger stimmt einfach alles. Natur, kaltes Bier, Pause, Leute gucken, das ist schon top. Auch wenn das hier ein Radblog ist, hier der Hinweis für alle, die mit dem Auto an die Bude fahren wollen: Das geht nicht! Hier kommt ihr nur mit dem Rad hin.

Bergbaumuseum und andere Kultur

Halden haben wir mittlerweile genug gesehen, aber wie sieht die andere Seite der Medaille unter Tage aus? Spannende Frage. Das Ganze kann man sich zu Demonstrationszwecken in Bochum angucken. Im Endeffekt ist, das zwar kein richtiger Stollen bzw. keiner, der je betrieben wurde, aber in etwa 20 m Tiefe und auf ca. 2,5 km Länge bekommt man schon ein ganz gutes Gefühl von der vorherrschenden Enge. Aufgeregt wie kleine Kinder stehen wir mit selbigen im Aufzug und fahren ein. Ohne Helm und leider nur in einen nachgebauten Schacht. Etwas mulmig ist uns aber trotzdem. Darüber hinaus trägt die Führung, an der wir teilnehmen dazu bei, dass wir zumindest entfernt erahnen können, wie Arbeitsbedingungen und Arbeitsprozesse unter Tage abliefen. Laut, stickig, eng, so lässt es sich der Knochenjob der Kumpel am besten zusammenfassen Krass.

Bochum Bergbaumuseum
Radfahren in 20 m Tiefe

So ganz ohne Rad können wir dann doch nicht und wir setzten uns wieder auf einen Sattel bzw. auf zwei. Wir steigen aufs Tandem um – Kumpel, die wir sind, Bergleute wären wir wahrscheinlich auch gute gewesen. Vielleicht fahren wir bald mal eine Tour unter Tage oder kaufen uns generell mal ein Tandem, wobei das doch etwas schräg wäre.

Bergbaumuseumsfakten am Rande

Das Bergbaumuseum in Bochum wurde 1930 gegründet und ist mit ca. 400.000 Besuchern und Besucherinnen ist es das weltweit größte Museum seiner Art. Und das ‘umme Ecke. Isso. Im Dezember 2018 endete endgültig der Steinkohlebergbau in Deutschland. Mit „Glück auf Zukunft“ würdigt RAG-Stiftung, die RAG AG und die Evonik Industries AG zusammen mit dem Sozialpartner IG BCE die Leistungen der Region, der vergangenen Jahrzehnte und trieben die Zukunftsgestaltung des Ruhrgebiets voran. Das Bergbaumuseum ist auf jeden Fall einen Besuch wert auch, wenn man nicht gerne vom geliebten Drahtesel absteigen mag. Einfach mal machen, es lohnt sich. Großes Rabauken-Ehrenwort.

“Glück auf Zukunft”

Bergbaumuseum in Bochum

Leider wurde es im Herbst, zu unserer Tourenzeit mit Unterstützung von Bund und Ländern aufwendig saniert und neu ausgerichtet. Schade! Leider konnten wir im Herbst 2018 nicht auf den Förderturm oder in das Museum selbst. Die gute Nachricht: Jetzt, im Jahr 2019 ist alles wieder offen. Den Erfahrungsbericht müsst ihr in diesem Fall leider selbst verfassen.

Immer dieser Hunger

Und da ist er wieder unser alter und treuer Begleiter: der Hunger. Eigentlich sind es zwei Dauerbegleiter, denn Ersterer kommt meist nach einer weiteren Konstante: Planlosigkeit! Immer wieder gerne eingepackt, sonst wäre es aber auch nur halb so spannend, aber lernen werden wir es trotzdem nie. Früher hat Mutti die Tasche gepackt, jetzt fehlen eben die Müsliriegel und Apfelspalten. Die Bergleute hatten übrigens ihre Brote in Metalldosen, damit die Mäuse die Stullen nicht wegfuttern. Von angeknabberten Broten können wir jetzt aber nur träumen. Wieder zurück in der Wirklichkeit sind wir erleichtert wieder Tageslicht zu sehen. Dunkelheit und enge ganz schön als Tagesausflug, wir sind und bleiben aber Schreibtischtäter. Hut ab und wieder auf vor den ganzen Kumpel die einen Großteil ihres Lebens in dieser Enge verbracht haben.

Essen in Bochum. Hier wird es doch etwas geben…

Vor dem Museum sehen wir lediglich eine Pommesbude, noch mal Fritten würden unsere Mägen aber nicht verkraften und somit geht es direkt zum Bahnhof. Ein Familienstück Apfelkuchen und ein belegtes Vollkornbrot vom Bäcker wird es schon richten. Was tut man nicht alles für seinen Körper. Essen können wir auf jeden Fall, als hätten wir den ganzen Tag malocht. Mit Apfelkuchen im Bart sehen wir aus dem Fenster. Ruhrpott wir lieben dich! Isso!

Die Route der Industriekultur – Ein Fazit

Dadurch, dass die Strecke nicht geradeaus verläuft, wie beispielsweise bei einem Radweg am Fluss und es noch mehr zu sehen gibt, sind wir eigentlich jeden Tag bis zur Dämmerung gefahren. Wer die anderen Berichte unserer Touren kennt, weiß, dass wir eigentlich eher die gemütlichen Fahrer sind und beim Sonnenuntergang lieber mit Bier und Sonnenbrille irgendwo sitzen und nicht mehr fahren. Es gibt auf der Route der Industriekultur aber einfach unfassbar viel zu sehen und zu entdecken. Nicht nur Staub, Dreck und Pils. Sondern viel Grün, tolle Industriebauten, nette und herzliche Menschen, aber eben auch leckeres Pils. Macht das nicht Bock auf den nächsten Frühling? Uns schon!

Eine Tagestour im Ruhrgebiet

Was sind wir täglich gefahren? So zwischen 70 – 80km standen jeden Tag auf dem Tacho. Geplant? Könnte man denken, aber das sind eher rabaukige Zufälle gewesen. Nach jeder Tagestour, mit einem Blick auf die Karte hatten wir das Gefühl uns kaum vom Fleck bewegt und doch mega viel gesehen zu haben.

Überall gibt es Halden – Kunst inklusive

Viel Kultur, viel Industrie und viele Möglichkeiten

Alles in allem eine grandiose Tour! Etwas anders als sonst, mit mehr Kultur und tollen Möglichkeiten seine eigene Route der Industriekultur zu fahren. Immer vorausgesetzt man kann sich entscheiden. Der Ruhrpott ist einfach ein super und riesiges Gebiet zum Fahrradfahren, nicht zuletzt wegen der wirklich tollen Radwege zwischen den Orten. Radwege ohne Autos? Da können wir als Kölner nur von träumen!

Wir kommen sicherlich wieder! Nicht nur zur Holgers Erzbahnbude.


Impressionen


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