Familienradtour Ostseeküstenradweg – von 30 km Born nach Ribnitz-Damgarten, was erst mal nach vielen Kilometern und Gegenwind klingt, ist aber echt easy zu machen. Unsere Runde von Born nach Ribnitz-Damgarten ist genau das Richtige für alle, die mit Kids oder einfach entspannt mit Freund:innen unterwegs sein wollen.

Zwischen Boddenblick, Ostseeluft und Hafenbier zeigt diese Tour, dass man auch ohne Etappen- und Höhenmeterschlacht richtig viel entdecken kann. Perfekt für den Familienurlaub mit Strandpausen, Pommes- und Eisstopps.

GPX-Daten & Tourinfos

  • Strecke: ca. 60 km (hin und zurück)
  • Höhenmeter: ca. 80 m
  • Schwierigkeit: mittel – viel Asphalt, längere Distanzen
  • Untergrund: Asphalt, Deichwege, Waldpassagen
  • Geeignet für: Tagesausflug mit Tourenrädern, Renn- oder Gravelbikes
  • GPX auf Komoot

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Weitere Informationen

POIs entlang der Strecke:

  • Hafen Born am Darß (Start)
  • Gustow Fischbude (Born)
  • Boddenlandschaft zwischen Wieck und Prerow
  • Ostseeküstenradweg-Abschnitte Richtung Dierhagen
  • Reetdachhäuser bei Wustrow
  • Ribnitz-Damgarten Hafen & Innenstadt
  • Surfbar am Campingplatz Born (Start und Ziel)

Familienradtour Ostseeküstenradweg mal ohne Kinder

So schön es mit der Familie auch ist – und das meinen wir völlig ohne Ironie, manchmal muss man einfach raus. Alleine. Nur wir, die Räder, Sonnenbrillen, Asphalt, Deich und kühle Getränke. Fahrradrabaukenstyle eben.

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Nach dem Frühstück verabschieden wir uns vom Campingplatz, winken Kind und Kegel hinterher und machen uns auf Richtung Ribnitz-Damgarten. Gestern vorm Bulli haben wir noch die wildesten Pläne geschmiedet: 70 km, 80 km, einmal rund um den ganzen Bodden. Aber das streichen wir schnell wieder – es ist immer noch Familienurlaub, keine Bikepacking-Höhenmeterschlacht mit Zeltübernachtungen. Einfach mal gemütlich machen. Der Plan für heute sieht also wie folgt aus:

Ein bisschen am Bodden entlangfahren, einmal kurz in die Ostsee springen, irgendwo ein Kaltgetränk inklusive Pommes einverleiben und in erster Linie Stress rausnehmen. Denn wenn Radfahren Stress wird, läuft irgendwas verkehrt und gehört hier nicht auf unseren Blog 🙂

Rucksack statt Setup – Spoiler: das rächt sich

Packliste heute: Badehose, Rucksack, fertig. Klingt ultralightweight und ist es auch noch! Das Taschensetting wird später noch zur zentralen Frage dieses Tages. Cliffhanger, Baby. Gestartet wird wie immer spät. In manchem Hotel waren wir auch spät dran, aber hier ist eben Camping, und so richtig können wir uns nicht von unseren Liebsten und dem Kaffee trennen.

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Gegen halb elf sitzen wir endlich im Sattel, doch das Ziel bleibt: am Nachmittag wieder zurück am Camper sein. Tipp am Rande: Wer wirklich Fahrt und Geschwindigkeit rausnehmen will, fährt entweder früher los oder plant gleich kürzere Etappen. Z.B. 20 km hin und 20 km zurück, dann bleibt Zeit zum Baden und Bummeln. Hinterher sind wir aber immer schlauer, und das geben wir gerne an euch weiter.

Auf Dammstraßen Richtung Ostsee

Wir rollen raus aus Born auf dem Darß, diesmal in die andere Richtung über die Dammstraße in Richtung Küste Ahrenshoop. Links blitzt der Bodden, rechts Wälder. Nach sechs Kilometern kommen wir in Arenshoop-Altenhagen an einer leckeren Fischbude vorbei.

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Das Ganze ist ein Tipp von Einheimischen, aber für uns weder als Vegetarier noch als Radfahrer interessant. Wir sind nämlich erst 6 km unterwegs, und das 12-Uhr-Bier muss noch warten. Also weiter. Kurz ein Blick zum Hafen Altenhagen und dann einfach laufen lassen.

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Das Wetter ist Bombe, sprich: nicht zu heiß, aber auch nicht zu kalt. Feinstes Ostseewetter und Radfahrwetter eben auf unserer Familienradtour ohne Familie auf dem Ostseeküstenradweg. Die Sonnenbrille klebt auf der Nase, umweht von frischer Luft.

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Perfekte Bedingungen zum Gasgeben. Immer wieder kreuzen Strandaufgänge, die uns Richtung Ostsee locken. Badehosen hätten wir dabei, aber wir schieben den Sprung ins Meer noch auf und radeln erst einmal ein paar Kilometer. Erst das Vergnügen, dann das nächste Vergnügen.

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Ostseeküstenradweg, Reetdachhäuser & Gegenwind

Die Strecke führt uns lange über den Ostseeküstenradweg. Asphalt, Waldstücke, kleine Dörfer. Wir stecken mitten in einer Touriregion. Sind wir ja irgendwie auch. Die kleinen Orte auf unserer Strecke schreien immer wieder: „Stoppt hier, hier gibt es Eis und Kaltgetränke, Kuchen, Pommes und andere Leckereien – und außerdem ist der Strand ganz in der Nähe.“

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Wir versuchen, die Rufe der Sirenen zu überhören, und fokussieren uns weiterhin auf unser Ziel Ribnitz-Damgarten. Ostseeküstenradweg heißt auf jeden Fall auch: Wir müssen den Radweg mit vielen, vielen anderen Biker:innen teilen. Radfahrregion eben, garniert mit typischen Reetdachhäusern und frischer Ostseeluft. Das lockt nicht nur uns Kölner an.

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Irgendwann nach rund 20 km verlassen wir aber die schöne Deichstraße und biegen auf eine Hauptstraße mit separatem Radweg nach Ribnitz-Damgarten ab. Alles kein Drama, aber dafür doch weniger Idylle.

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Ziel Ribnitz-Damgarten: Pommes, Bier, Hafenluft

Nach ca. 10 Kilometern auf unsere Familienradtour auf dem Ostseeküstenradweg erreichen wir dann Ribnitz-Damgarten. Unser Ziel für heute. Naja, also Halbzeit – wir müssen ja noch zurück.

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Jetzt aber erst einmal: Hunger. Durst. Wir rollen in den Hafen ein und bestellen Pommes mit Majo und ein kaltes Rostocker Bier. Unter dem blauen Himmel ist die Welt ziemlich in Ordnung.

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Kleiner Tipp für Kulturinteressierte: Das Bernsteinmuseum liegt nur einen Kilometer entfernt in der Altstadt. Ribnitz nennt sich auch die „Bernsteinstadt“, und wer Lust hat, erfährt hier alles über das Gold der Ostsee. Wir trinken lieber das Gold der Ostsee.

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Das Einkaufs-Desaster

Weil wir clever sind, verbinden wir den Ausflug gleich mit einem mittleren Großeinkauf fürs Camping. Getränke, Windeln, etwas frisches Obst und was man sonst eben immer in Supermärkten so findet – und beim Reingehen noch nicht wusste, dass man es braucht, geschweige denn kauft. Alles eigentlich halb so wild, aber heute ein ausgesprochen dummer Plan. Denn: 1 × Rucksack ≠ 2 × Radtaschen. Nicht nur wegen der Anzahl, auch vom Volumen her.

Also alles Gekaufte irgendwie verstauen. Die Windeln baumeln am Lenker, eine Pulle Aperol hängt halb aus der Fronttasche, der Rest (gefühlt 20 Kilo) landet in Henriks Rucksack. Fairerweise tauschen wir den nach der Hälfte. Was für ein Upfuck. Warum eigentlich einkaufen und dann 30 km ohne richtige Taschen fahren? Was wissen wir schon.

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Ostsee? Heute nicht

Eigentlich wollten wir unterwegs noch in die Ostsee springen, sonst würden wir dem Titel: Familienradtour Ostseeküstenradweg wohl nicht gerecht. Das mit dem Strand wird aber wohl nix mehr. Zumindest heute. Sei es drum, wir sind ja eh nicht so die Wasserratten, hätte dieser Geschichte aber vielleicht noch das nötige Urlaubsgefühl verliehen.

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Es ist aber schon 16 Uhr, und wir sind nicht mehr ganz nur „ein paar Stunden weg“, sondern etwas länger unterwegs, als wir eigentlich wollten. Unsere Kommunikation ist definitiv noch ausbaufähig. Das Meer bleibt also nur im Blick. Immer wieder locken die Strandaufgänge mit kleinen Sandpfaden direkt ins glitzernde Wasser. Wir schauen sehnsüchtig allen Menschen in Badeklamotten und mit Luftmatratzen hinterher, treten aber tapfer weiter.

In Dierhagen soll der Strand besonders breit sein. Eigentlich aber egal wo – ein Abstecher zur Ostsee lohnt sich immer. Wir dagegen haben noch Kilometer vor uns, und die Badehose bleibt weiter trocken.

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Zurück nach Born auf dem Darß – Asphalt, Beine, Feierabendbier

Den Rest des Weges kennt ihr von der Familienradtour auf dem Ostseeküstenradweg schon. Denn Rückweg ist gleich Hinweg und andersherum. Zurück geht’s also dieselbe Strecke, nur mit mehr Schweiß. Doch zumindest der Gott des Windes, wer auch immer das ist, ist ganz bei uns und schiebt uns von hinten ordentlich an.

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Es fühlt sich fast wie E-Biken an. Zumindest stellen wir uns das so vor. Rückenwind – so geil! Und so geht es mit über 30 km/h mit Blick auf den Asphalt zurück zum Basecamp in Born auf dem Darß. Am Campingplatz in Born gibt es übrigens direkt am Platz eine Surfbar – und damit die perfekte Kulisse für unseren Tagesabschluss mit einem kalten Getränk.

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Prost, mein Freund, auf unsere 60-km-Tour. Nudeln kochen wir uns gleich auf dem Campingkocher. Fahrradrabaukenmanier.

Tipps aus dem Sattel

  • Etappenplanung: Rechnet realistisch und locker lieber 20–30 km hin und zurück statt 60 km mit Gepäck.
  • Packen: Ohne Radtaschen kein Großeinkauf. Voll Rucksack, Aperol-Flasche am Lenker und Windeln am Rahmen sind so semi-lustig.
  • Einkehr: Fischbude (Born), Pommes & Bier am Hafen Ribnitz-Damgarten, Surfbar in Born auf dem Darß.
  • Baden: Strandaufgänge gibt’s fast überall zwischen Born und Dierhagen. Badehose oder Badeanzug nicht vergessen.
  • Abschluss: Surfbar Born für Sundowner.

Falls ihr eher mit Kids unterwegs seid: Schaut euch unsere kürzere Familienradtour Born – Prerow über den Ostseeküstenradweg an. 30 km, Strand, Eis und entspanntes Tempo – und somit ideal für den Familienurlaub.

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