Campingplatz Rostocker Heide 1A Küstenpanorama an der Ostsee

Sommerferien oder das was davon im Corona Sommer 2020 noch übrig geblieben ist. So manch ein*e Wohnmobilhändler*in wird sich noch im Winter die Hände reiben und die ein oder andere Freudenträne aus dem Auge wischen. Die Campingplätze sind in diesem Sommer ganz gut belegt und das liegt sicherlich nicht nur am 1A Küstenpanorama auf dem Campingplatz Rostocker Heide in Graal–Müritz in der Nähe von Warnemünde.

Tagesziel Warnemünde auf dem Ostseeradweg

Voll ist aber nicht so unser Ding, deswegen ab auf die Räder und schnell weg vom Campingplatz in Richtung Warnemünde. 17 km hin und 17 km wieder zurück. Wahrscheinlich nicht weniger voll, aber ein super Tagesziel und auch gut mit Kind zu erreichen.

Fahrradfahren mit Kind im Fahrradanhänger

Vom Campingplatz geht es ein kurzes Stück über eine asphaltierte Straße und das inklusive Gegenverkehr. Wir sind Kölner Stadtverkehr erprobt (oder besser geschunden) und können auch mit Blech von vorne und hinten umgehen. Nach mittlerweile 7 Monaten radeln mit Kind kennen wir unsere Breite und können den Hänger sicher lenken.

Der Geruch von Kiefern hängt in der Luft

Zum Glück ist das Stück nur kurz und wir tauschen Asphalt gegen den Geruch von Kiefern. Schatten inklusive. Es geht über holprige Straßen bzw. Straßenplatten, die wohl noch aus einer anderen Zeit kommen. Egal, schnell immer weiter weg von der Straße. Das Holpern hört nach einiger Zeit auf und wir befinden uns auf einem geschotterten Waldweg nach Warnemünde.

Drei-Gang-Hollandrad ohne Akku mit Kind im Fahrradanhänger

E-Bikes, Mountainbikes, am besten noch in Kombination. Brauchen wir alles nicht. Wir haben gute, alte, solide Hollandräder mit drei bzw. fünf Gängen und einen kleinen Wurm hinten im Hänger. Mehr brauchen wir echt nicht. Ach so doch: Die Sonnenbrille auf der Nase. Passt.

Rastplätze im Wald bei Graal-Müritz

Sollte es hinten im Fahrradanhänger doch mal unruhig werden oder der eigene Magen knurren, befinden sich zahlreiche Rastplätze und Bänke auf der Strecke. Einfach mal die Stille genießen und den Vögeln lauschen… Schön wäre es. Ist aber alles nicht. Ruhe gibt es irgendwo bestimmt, aber jetzt im Juli ist der OstseeküstenRadweg stark frequentiert.

8 °C Außentemperatur auf dem Ostseeradweg – Es war einmal

Damals, noch ohne Kind sind wir den gesamten OstseeküstenRadweg im Oktober, bei unschlagbaren 8 °C Außentemperatur gefahren und waren fast alleine auf weiten Teilen der Strecke. Irgendwie scheint es hier einen Zusammenhang zwischen Sommer, Ostsee, Reisebeschränkungen und vermehrten Radtourismus geben. Wir bleiben dran.

Selbstbildnis verwackelt

Die Sehnsucht nach einer langen Tour

Aktuell fahren wir allerdings mit Kinderwagen beziehungsweise mit Fahrradanhänger und freuen uns über jeden Kilometer den wir schaffen, ohne anzuhalten und den Schnuller wieder „reinzudrücken“. Ein sehnsüchtiger Blick, auf die dick bepackten Fahrradfahrer*innen, die allem Anschein nach den gesamten OstseeküstenRadweg fahren, wird aber wohl trotzdem erlaubt sein.

Freiheit zum Nulltarif auf dem Alpe–Adria–Radweg

Der Entschluss steht. Alpe-Adria-Radweg im Ganzen oder zumindest eine andere längere Tour. Zusammen. Ohne Kind. Nur wir, der Gegenwind und das 12 Uhr Bier. Deal! Also, wenn die Großeltern mitmachen.

Ist das noch der Ostseeküstenradweg? Der Wald spuckt uns aus

Der Wald spuckt uns aus und wir stehen nach ca. 10 km an einer stark befahrenden Hauptstraße. Wir steigen lieber ab. Die Verantwortung wächst ja im Anhänger heran. Etwas Gutes hat die grauen Asphalt-Schlange dann doch bzw. der gut asphaltierte Radweg neben ihr. Es fährt sich jetzt suuuuuuper. Der Wind bläst ins Gesicht. Das Leben ist schön.

Die Sonne knallt aber unaufhörlich von oben und schon sehr bald vermissen wir unsere Kiefern. Langsam beginnt der Schweiß zu laufen. Kein neues Gefühl, aber sonst führen wir unseren halben Hausstand mit und jetzt eben nur noch Sachen fürs Kind. Haben wir eigentlich für uns Sonnencreme eingepackt? Ach egal, sind ja nur noch 7 km.

Klettern im Kletterwald in Markgrafenheide

Wem der Schweiß noch nicht bis in die Buxe gekrochen ist, kann in Markgrafenheide noch schnell in den Kletterwald. Wir radeln weiter in Richtung Hohe Düne vorbei an Militärischen Sperrgebiet.

Mit den Fahrrädern auf die Fähre in Warnemünde

Die Fähre ist schon in Sichtweite. Schnell wechseln ein paar Euro den Besitzer und wir stehen, nach einer kurzen Bootstour in Warnemünde. Auch hier war im Oktober (Ihr erinnert euch es ist Juli) mal weniger los. So oder so ist Warnemünde immer einen Besuch wert und sei es nur für ein Fischbrötchen und/oder ein Bier. Wir nehmen Letzteres für schmerzliche 5,60 €.

Fischbrötchen in Warnemünde

Schnell ist der Preis vergessen und bei entspannter Musik und frischer Seeluft zum Nulltarif machen wir eine langgezogene Pause und würden am liebsten kurz die Augen schließen. Das kann man aber eh immer mit Kindern, also hoch mit den müden Knochen und zurück zu den Rädern.

Übernachten auf dem Ostseeradweg in Warnemünde

In den Seitenstraßen befinden sich eine Menge kleiner Pensionen und Möglichkeiten die verbrauchten Kalorien wieder mit einem leckeren Frühstück reinzuholen. Warnemünde ist auf jeden Fall einen Stop wert und das nicht nur, wenn ihr auf dem Ostseeradweg unterwegs seid.

Zurück von Warnemünde nach Graal-Müritz

Wir müssen aber noch zurück. Nicht den gleichen Weg über den OstseeküstenRadweg, sondern über eine Alternativroute durch den Wald. Wahrscheinlich eher ein Wanderweg… Fahrradrabauken eben. Wir fahren aber hintereinander. Wir sind ja keine Wilden.

Fahrradrabauken