Zwei Kölner, noch mehr Kölsch und die Idee mit dem Rad unser zu Hause zu erkunden.

Kulturelle Landpartie – KLP 2018 im schönen Wendland – Teil 1

Kulturelle Landpartie – KLP 2018 im schönen Wendland Was ist die Kulturelle Landpartie? Dafür schaut am Besten auf der KLP Seite. Für uns persönlich waren es vier superspannende Tage mit…

Kulturelle Landpartie – KLP 2018 im schönen Wendland

Was ist die Kulturelle Landpartie? Dafür schaut am Besten auf der KLP Seite. Für uns persönlich waren es vier superspannende Tage mit eindrucksvollen Momenten, tollen Begegnungen und anregenden Gesprächen. Und auch Rad fahren kann man zwischen dem Drawehn-Höhenzug, der Lüneburger Heide und der Elbe vom feinsten.

Tag 1 der Kulturellen Landpartie im Wendland ca. 55km

0700 das ist die Uhrzeit, an der es dieses Mal in die Bahn geht. Alles läuft schon etwas routinierter ab, anscheinend haben wir schon einige Erfahrungswerte an der Ruhr oder auf der deutschen Weinstraße gesammelt.

Also ab zur Radstation am Hbf, aufsatteln  und ab gehts Richtung Wendland, zur Kulturellen Landpartie. Wie auf jeder unserer Touren wird im Zug lecker gefrühstückt, damit nur einer von uns den extra Stress morgens hat, wechseln wir uns damit immer ab. Beim Schmieren stellte sich noch die Frage nach der Sinnhaftigkeit von Remoulade, vor allem um 5 Uhr morgens. Wenn man dann aber die Remu-Stulle in der Hand hat, ist die Freude groß wie bei kleinen Kindern, wenn Mutti die Picknickdose im Zoo aufmacht. Ein Tag, der so beginnt kann eigentlich nur gut werden. Dieses Mal ist die Bahnfahrt ein wenig länger und wir schieben unsere Räder erst gegen halb 12 aus dem Hundertwasserbahnhof in Uelzen. Endlich kann es so richtig losgehen!

Tourenplanung a la Fahrradrabauken – Lessons not learned oder so ähnlich

Ausgefeilte und bis ins Detail geplante Touren sind eines unser Markenzeichen. Nicht. Das zeigt sich dann immer wieder darin, dass wir auf den ersten Metern nicht wirklich wissen, wo es hingeht und was wir eigentlich genau vorhaben. Es gibt vonseiten der Kulturellen Landpartie den Service, sich das wirklich super Programmheft im Vorfeld schicken zu lassen, aber das wäre zu einfach und auch mit Rückporto verbunden gewesen. Und außerdem, warum auch vorher schon mal reingucken wenn man sich das Teil in einem lokalen Buchladen hinterlegen lassen kann. Weitere Planung also direkt vor Ort. Ist eh besser, weil man dabei nämlich guten alten Traditionen frönen kann. Die erste Mission steht damit fest: Den KLP-Reisebegleiter in der Buchhandlung abholen und in den nächstbesten Biergarten um einen Plan zu schmieden.

Eine “richtige” Karte haben wir nicht, nur diese: 

Ein weiterer “Fehler” in der Planung ist ein Urvertrauen auf LTE und Handyempfang. Notiz am Rande: Gibt es (zum Glück) noch nicht überall bzw. nicht durchgehend. Das Handy bleibt in der Tasche und wir fahren einfach mal los. Richtung Klein Grabenstedt. Das Gute am Programmheft ist, das Zeltmöglichkeiten direkt unter den Veranstaltungs-/Ausstellungsorten vermerkt sind.

Essen aus dem Supermarkt – Das Camping und die KLP kann starten

Unterwegs decken wir uns an einem kleinen Supermarkt mit Eiern, Brot, Nudeln, Oliven und ‘ner Pulle Rotwein ein. Das was man an Campingkochausrüstung für ein selbstgemachtes Abendessen und Frühstück mit Kaffee braucht haben wir mit in den Radtasche. Nicht alle Wunderpunkte (so heißen die Veranstaltungs- und Ausstellungspunkte) bieten nach 18 Uhr noch Verpflegung an. Schnell merken wir, dass die Straßen teils noch alte Kopfsteinpflasterstraßen sind, und dass unsere Idee mit den Eiern eher semi gut war. Also gaaanz vorsichtig fahren, Eier vs. grobes Kopfsteinpflaster, und die Frage ob es am nächsten Morgen tatsächlich lecker Omelette gibt.

Idyllischer Hof und eine Dusche in der Schreinerei

Immer noch äußerst vorsichtig fahrend – Rührei in der Tasche war nicht unser Plan – nähern wir uns unserem ersten Zielort. 3 aus 4, keine schlechte Eier-Quote bei dem widrigen Straßenbelag und das Frühstück am nächsten Morgen ist gerettet. Nach ca. 55 km kommen wir an einem idyllischen Hofgebäude an. Vor den alten Stallanlagen sitzen entspannt noch eine Handvoll Leute zusammen und lassen den Tag gemütlich bei Wein und Bier ausklingen. So haben wir uns das vorgestellt!

Schreinerei, Hutmacherin und Töpferei

Unser Gastgeber für heute Nacht ist Christian und ebenso entspannt wie seine Gäste am Tisch. Christian betreibt auf dem Hof eine Schreinerei mit 15 Mitarbeiter*innen und in den alten Stallanlagen haben sich Hutmacherin und Töpfermeister für die KLP einquartiert, die jetzt ebenfalls gut gelaunt am Tisch sitzen.

Pro Person bezahlen wir ‘n 5er und können dafür auch die Toilette und Dusche in der Schreinerei nutzen. Ein Luxus, den wir in den nächsten Tagen vermissen werden. Wären wir nicht über den Heideradweg gefahren, hätten wir mit 35 km nicht ganz solange gebraucht, aber was Solls. Zelt aufbauen, eine gerade Unterlage suchen, Nudeln in den Topf, Wein entschraubt und mit Blechtassen auf den ersten Tag im Wendland anstoßen.

So viel Grün und die Vorfreude auf eine geile Zeit

Mega! So viel Grün haben wir schon lange nicht mehr gesehen und schütten vor lauter Freude oder Unachtsamkeit die Hälfte der Nudeln auf die Wiese. Hier greift keine 3-Sekunden-Regel, is’ aber alles Natur also wieder rauf auf den Teller. Käse und Oliven drüber und fertig ist das 5 Sterne Campingmenü.

Exkurs: Rundlingsdörfer

Direkt am ersten Tag ist uns aufgefallen, dass viele Ortschaften im Wendland nicht nur recht klein, sondern auch ähnlich aufgebaut sind. 30, 50, 60, manchmal vielleicht auch 100 Bewohner*innen. Nagelt uns nicht drauf fest, vielleicht hier und da auch einige Menschen mehr. Für uns aber doch klein, das Sauerland ist dagegen stark urbanisiert und das Münsterland quasi Metropolregion. Wie dem auch sei. Jedenfalls gibt es im Wendland eine Siedlungsform, der man immer wieder begegnet, den sogenannten Rundlingen. Die Verbreitung dieses Siedlungstyps beschränkt sich auf einen Streifen zwischen Ostsee und Erzgebirge. Viele sehr gut erhaltene und restaurierte Rundlinge findet man im Wendland. Typisch ist, das Rundlingsdörfer aus einer Aneinanderreihung von Hofanlagen (so 3-10) bestehen, welche sich rund bzw. halbrund um einen zentralen Dorfplatz ansammeln. Es gibt dann für gewöhnlich nur einen Zugang. Sieht so ein bisschen wie ‘ne birnenförmige Wagenburg mit einer Lücke aus. Warum so gesiedelt wurde – Wehrgründe, Kultplatz, effizientere Landwirtschaft – ist nicht ganz geklärt. Heute gibt es scheinbar noch ca. 100 sehr gut erhaltene Rundlingsdörfer. Seit 1969 engagiert sich ein lokaler Verein für den Erhalt der Rundlinge (http://www.rundlingsverein.de/). Sehenswert.

Tag 2 der Kulturellen Landpartie im Wendland ca. 55 km

So schön, wie die Auftakt war, so grau ist es, als wir morgens die Reißverschlüsse vom Vorzelt öffnen. Es nieselt nasse Bindfäden und kein heller Fleck zeichnet ich am Horizont ab. Zum Glück haben wir unser Lager neben den Holzstapeln der Schreinerei aufgebaut.

Wo ist die Sonne? Wir frühstücken lieber unter einem Abdach

Das Holz ist überdacht und hat noch etwas Platz für zwei Personen mit Gasbrenner. Ei braten und ab damit ins Brötchen (Omelette geht auch ohne Öl) dazu noch einen Kaffee in die Hand und die Stimmung steigt trotz Regen. Zur Krönung wird tatsächlich die heiße Dusche, denn die Nacht war nicht wirklich warm. Wir sehen verdutzte Gesichter in der Schreinerei – die KLP scheint an einigen Gesellen vorbei gegangen zu sein.

Der Regen hört endlich auf und wir packen zusammen. Aber wir fahren nicht, ohne noch einmal im Betrieb über den Hof zu schlendern und die Hutmacherin und den Töpfermeister einen Besuch abzustatten. Landidylle vom feinsten.

Freunde, Bullis und ein Parkplatz voller Oldtimer

Ganz ohne moderne Kommunikationsmittel geht es dann doch nicht, als wir uns mit Freunden im 10 km entfernen Kussebode verabreden. Die Beiden inklusive neuem Familienzuwachs, sind mit ihrem alten T3 Bulli unterwegs und stehen auf einem Parkplatz an einem anderen Wunderpunkt. Campen scheint hier wirklich kein Problem zu sein. Der T3 Bulli ist fast schon zu modern, im Kontrast zu den viel älteren Modellen auf dem Gelände. 

Weiterfahren wollen wir nicht sofort, sondern wir lassen uns erst einmal nieder und essen eine Portion Linseneintopf, trinken ein bis vier Wendlandbräu aus der lokalen Brauerei (https://www.storchenbier.de/) und lassen uns von KLP-Veteranen die Landpartie erklären. So schön es hier auch schon wieder ist, wir wollen noch nach Gorleben zur Widerstandspartie. Die angekündigten 22 Grad lassen zudem auf sich warten und so müssen wir uns erst mal wieder Warmstrampeln. Unsere Nachtlagerscouts fahren schon mal vor uns sichern uns einen tollen Platz mitten im Wald nahe des Atommülllager Gorleben. Was dem Städter sein SUV, scheint hier der Bulli zu sein, nur irgendwie weitaus sympathischer und auch sehr viel praktischer.

In Gorleben steppt der Bär – gegen das “Endlager”

Die Widerstandspartie am Atommülllager nahe Gorleben ist ein großes buntes Fest mit Publikum aus allen Generationen. Schon der Weg zum Veranstaltungsgelände ist überwältigend. Autos, Radfahrer, Fussgänger alle machen sich auf den Weg, um friedlich miteinander zu feiern und zu demonstrieren. Hier fühlen wir uns richtig. Selbst die Bühne wird mit Solarstrom betrieben und liefert, auch noch ohne Sonne, acht weitere Stunden tanzbare Reggae- und Elektrobeats.

Willkommen auf der Widerstandspartie

Die Musik fliegt über das Gelände, über den Zaun auch in Richtung Polizei, die sich auf der anderen Seite in Stellung gebracht hat. Wir wollen wirklich nicht tauschen, sondern lieber noch ein paar Wendlandbier trinken und tanzen. Definitiv haben wir die bessere Zeit, auch wenn es schon bedrückend ist, vor einem Atommülllager zu stehen.

Endlager und leckeres Essen aus dem Steinofen

Irgendwie politisiert der Ort und wir driften, nicht der mittlerweile späten Stunde geschuldet, in politische Diskussionen ab. Auf jeder Betriebsfeier eher zu vermeiden, aber hier angebracht. Greenpeace hat sich dauerhaft mit dem alten Schiff “Beluga” positioniert und bietet nach etwas Kletterei einen tollen Blick auf die Hauptbühne. Wir gönnen uns leckere Pizza aus dem Steinofen, schrebbeligen Punkrock aus dem Lieferwagen und kühles Bier aus dem Becher. Hervorragend. 

Punk, Elektro und Reggae

Auch wer es eher elektronisch mag, kommt bis tief in die Morgenstunden voll auf die Kosten. Für uns jedoch geht die Party ein bißchen eher zu Ende und wir laufen erschöpft und überwältigt von den Eindrücken des Tages Richtung Wald. An unserem Lager angekommen sitzen wir noch eine Weile glücklich und zufrieden vor dem Zelt, bevor uns später die Musik im Hintergrund mit einem breiten Grinsen in den Schlaf trägt. 

Das ist das Ende von Teil 1 unserer KLP Geschichten

Der zweite Teil der KLP ist jetzt auch am Start. folgt vielleicht sogar umgehend. Könnte aber auch noch einige Tage dauern. Wir geben Gas, aber das Wetter treibt uns eher nach draußen als vor den Rechner. Wir bitten um rabaukige Nachsicht.

Impressionen

3 Kommentare zu Kulturelle Landpartie – KLP 2018 im schönen Wendland – Teil 1

Kulturelle Landpartie

Rabaukenfrühling und Kulturelle Landpartie Raus aus dem Winterschlaf, Rost von der Kette geschüttelt und aufgesattelt. Macht euch auf was gefasst. Es geht richtig geil los! Nachdem wir die letzten Monate…

Rabaukenfrühling und Kulturelle Landpartie

Raus aus dem Winterschlaf, Rost von der Kette geschüttelt und aufgesattelt. Macht euch auf was gefasst.

Es geht richtig geil los!

Nachdem wir die letzten Monate vor allem am Blog gearbeitet haben, jeder mal irgendwie im Urlaub und unterwegs war, steigt die Vorfreude auf unsere erste Tour in rabaukigen Ausmaßen an.

Der Frühling ist da, Leute!

Und da wir beiden ne recht gute Partie sind, das Ländliche nie so richtig aus den Klamotten geschüttelt haben und Kultur ja irgendwie auch interessant ist, lag die Idee für eine erste Tour so was von auf der Hand: Landkreis Lüchow-Dannenberg. Viel Fläche und wenig Menschen im östlichen Niedersachsen. Früher mal sogenanntes Zonenrandgebiet, aber das ist Geschichte.

Ökologische Themen, basisdemokratische Initiativen, Solidarität und Widerstand – Kulturelle Landpartie

Hier geht es zum ersten Teil und hier zum zweiten der KLP 2018

Der Landkreis Lüchow-Dannenberg hat landschaftlich und kulturell eine Menge zu bieten. Ein absolutes Aushängeschild ist seit fast 30 Jahren die Kulturelle Landpartie, eine 12 tägige selbstorganisierte Kulturveranstaltung, entsprungen aus politischen Widerstand gegen den „wunden Punkt“, das Atommülllager Gorleben.

925 Aktive, 123 Punkte in 88 Orten, 12 Tage.

Viel dreht sich bei der Landpartie um ökologische Themen, basisdemokratische Initiativen, Solidarität und Widerstand, natürlich. Handwerker und Künstler öffnen ihre Türen und geben Einblicke in ihre Arbeit. Musik, Performances, Theater, Mode. Das Programm ist riesig und vielfältig. Kann man hier gar nicht in ein paar Worten wiedergeben. Schaut es euch einfach mal auf der Homepage (https://www.kulturelle-landpartie.de/) an. Ein mehr als rabaukiges Ziel!

Wir freuen uns wie Bolle und sind gespannt was wir so erleben.

Falls von euch schon einmal jemand bei der Kulturellen Landpartie war und gute Tipps zu Orten, Personen, Veranstaltungen hat. Immer her damit. Schreibt uns einfach, freuen wir uns sehr drüber.

In dem Sinne: Geniesst das gute Wetter, schwingt euch auf die Räder und 

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Tagebau Garzweiler

Wochenend’ und Sonnenschein… …in der Realität ist es 01.00 Uhr nachts, Freitag, an dem ersten lauen Frühlingstag im April an dem man wirklich nachts noch auf ein Kölsch draußen sitzen…

Wochenend’ und Sonnenschein…

…in der Realität ist es 01.00 Uhr nachts, Freitag, an dem ersten lauen Frühlingstag im April an dem man wirklich nachts noch auf ein Kölsch draußen sitzen kann. Beste Rahmenbedingungen für gute Ideen. Das wir uns am nächsten Tag aufs Rad schwingen wollen, ist klar, aber wo es genau hingehen soll noch nicht.

Irgendwie kommen wir dann auf das Braunkohleabbaugebiet Garzweiler bei Köln

Garzweiler – das ist nicht der, durch die Medien bekannte Tagebau Hambach, in dem sich Aktivisten und Aktivistinnen im Hambacher Forst einen neuen Wohnsitz in den Bäumen eingerichtet haben, um zumindest noch dieses Stück Wald vor RWE zu retten. An dieser Stelle vielen Dank für den Hinweis @Rhein-Erft Tourismus e.V. und @RadRegionRheinland e.V. . Garzweiler ist aber da, wo viele Orte mit “Neu-” beginnen, in dem sich Anwohner neu einrichten mussten, da ihre Städte und Dörfer für das „Gemeinwohl“ weggebaggert wurden.

Auf eine sozialverträgliche Weise, versteht sich.

Kann man sich ja gut vorstellen, wie so was sozial verträglich ablaufen kann. IrRWEge. Wo früher also Garzweiler war, ist jetzt ein riesiges Loch und da wollen wir hin. Prost, ein Bier trinken wir aber noch.

Pünktlich, naja fast pünktlich, geht es los.

Treffpunkt ist Ehrenfeld in Köln und wir fahren einfach die Venloer Straße weiter hoch. Die ungefähre Richtung haben wir im Kopf, da wir morgens noch mal kurz in unserem Blog unter dem Menüpunkt Knotenpunkten geschaut haben. Kein Witz, es war wirklich so. Herausgekommen ist eine detailreiche Rad- und Fahrradkarte Richtung Tagebau Garzweiler (um die 50-km-Strecke ab Köln). 

 

Es ist warm, aber die Sonnenbrille sitzt, eben so die kurze Hose.

Von Ehrenfeld bis Garzweiler geht es grob gesagt immer die Venloer hoch. Vorbei am Westfriedhof …stop hier waren wir auch noch nie. Also umdrehen.
Melaten ist schon groß, kennt auch fast jeder in Köln, aber eine Schlossallee gibt es da nicht und die erwartet man zumindest nicht auf einem Friedhof. Der Westfriedhof hat so eine zu bieten, in prächtig. Sehr schön, so schön Friedhöfe sein können. Bei der Gelegenheit gönnen wir uns auch den ersten Schluck. In diesem Fall Wasser, da es doch schon sehr heiß ist und weiter geht es.

Wir stellen fest, dass ein Rabaukenrad vorne leicht schleift …

Fachmännisch stellen wir gemeinsam fest, dass es wohl nicht das Schutzblech ist und man einfach weiterfahren kann. Top. Warum Probleme lösen, wenn wir keins sehen.

Während sich die Kölner Häuserreihen schon längst gelichtet haben, tauchen im Hintergrund die ersten Kohlemeiler auf … kehr was ist das schön: Raps, Sonne, grüne Wiesen und der dicke Klotz mit seinen Kühltürmen fügen sich nahtlos in die Umgebung ein.

Es geht bergab, nicht nur landschaftlich, sondern auch auf der Straße. Mit ca. 30 km/h fahren wir auf eine Ampel zu.

“Ey lass uns da vorne am Radladen mal anhalten das Schleifen wird lauter …”

Das war der letzte Satz bevor wir das Vorderrad neben dem Fahrrad stehen haben, den Schlauch und Mantel auf eine neue Felge wuppen und mit einer Feile das Dingen bearbeiten in welches das verdammte neue Vorderrad noch nicht rein passt (siehe Bild unten). Zur Erinnerung: Es ist sauheiß, wir haben wenig Ahnung und hängen irgendwo vor einem Fahrradladen ohne Schatten ab.
Nachdem wir uns wohl nicht so K-L-U-K angestellt haben und der nette Mann aus dem Radladen mit den Worten “Zum Glück gibt es Leute, die das gelernt haben” das ein oder andere Mal unter die Arme greift, steht die Mühle tatsächlich wieder, fahrbereit auf der Straße! Wohuu… also weiter gehts.

Wie richtige Mechaniker

Wir sind immer noch überwältigt von unserer eigenen Leistung und davon, dass das Vorderrad nicht einfach rausfliegt weil wir irgendwas vergessen haben fest zuschrauben.
Doch die Freude hält nicht lange an, denn Hunger ist kein guter Freund und Begleiter. Besser ist jetzt doch eine richtige Pause. So sitzen wir nach unserem gelungenem Debüt als Zweiradmechaniker, 10 km vor Grevenbroich in einem netten Gasthaus auf der Sonnenterrasse. Trotz eigener Küche, dürfen wir unsere Brötchen essen und trinken dabei das erste und verdiente Radler. Selbstgeschmierten Brötchen aus den mitgebrachten Butterbrotdosen und Sonne – besser kann es eigentlich nicht werden.

Und wir haben es doch geschafft – Garzweiler, der Tagbau

Unser Zeitplan ist aufgrund der Panne etwas durcheinandergeraten und somit stehen wir erst um circa 17 Uhr am Loch. Leider ist es ziemlich diesig und man kann die gewaltigen Ausmaße teilweise nur erahnen. Ist aber auch egal, gigantisch groß ist es wahrscheinlich bei jedem Wetter. Wir fahren so nah an das Loch, wie es geht, keine Plattform aber auch keine Menschen.

Ein paar Fakten am Rande

Da wir zwar keinen Bildungsauftrag haben, aber doch etwas Aufklärungsarbeit leisten möchten. Hier ein paar Fakten zum Braunkohleabbaugebiet in Garzweiler:

  • In den vergangenen 50 Jahren 16 Orte geschluckt
  • Mehr als 11.000 Menschen mussten dafür weichen
  • Bis 2045 soll hier weitergebaggert werden, die Umsiedlung von fünf weiteren Orten geht damit einher
  • Die Feinstaubbelastung steigt immer weiter an
  • Irgendwann gegen Jahrhundertende soll dann das sog. Restloch in einen See umgewandelt werden

Letzteres hört sich erst mal nicht schlecht an, aber bis dahin sind Bodenhorizonte (Bodenschichten) sowie Feuchtbiotope erstmal trocken gelegt. Weitere, tiefgreifendere Infos findet ihr hier

 

Zurück zur Tour

Immer wieder präsent in den Medien aber auch vor Ort ist der Protest von Anwohner*innen, Aktivist*innen der Politik gegen das weitere Baggern. Aufkleber mit dem Schriftzug IrRWEge zeichnet ein ganz klares Bild des immer noch bestehenden Widerstandes rund um den Tagebau und bezeichnet bestimmt nicht den Rad- oder Wanderweg. Es gibt allerdings auch eine Radtour von Radregionrheinland mit dem schönen Namen “Energieradtour”

Noch mehr Informationen

Für alle, die sich noch mehr informieren möchten, hier noch ein Tipp: Die Partei – “Die Grünen” fahren in diesem Frühjahr auch wieder aus verschiedenen Himmelsrichtungen und an verschiedenen Zeitpunkten Richtung Tagebau. Am letzten Wochenende aus Köln und am kommenden aus Mönchengladbach. Bei Interesse schaut einfach auf die jeweiligen Seiten der Ortsverbände.

Endegelände und auch das Ende der Tour

Den Tagebau haben wir jetzt gesehen und sind immer noch von den Ausmaßen überwältigt, doch leider haben wir nicht genug Zeit eingepackt und müssen an dieser Stelle die Tour abbrechen. In der Bahn von Jüchen nach Köln (fährt stündlich und nur 39 min) merken wir, dass uns das Thema nicht so recht loslassen will und etwas betrübt, spontan beschließen auf jeden Fall ein zweites Mal zum Tagebau zu fahren. Dann aber mit der Bahn direkt nach Jüchen und mit dem Rad zurück.

In ein paar Wochen gibt es dann Teil 2 der Geschichte.

In diesem Sinne 

 

Impressionen

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Blog Launch

Rabauken jetzt auch online So! Das warten hat endlich ein Ende – zumindest für uns. Ein Jahr lang geschraubt, geklebt und gehämmert. Nun ist er fertig: Der Raubaken-Blog! Fahrradrabauken –…

Rabauken jetzt auch online

So! Das warten hat endlich ein Ende – zumindest für uns. Ein Jahr lang geschraubt, geklebt und gehämmert. Nun ist er fertig: Der Raubaken-Blog!

Fahrradrabauken – Der FahrradBlog geht endlich online

Naja, fertig, was heißt das schon. Fertig sind Blogs ja eigentlich nie so wirklich. Blogs sind im besten Fall ja irgendwie auch lebendige Dinge und entwickeln sich immer weiter. Von daher haben wir uns vor ein paar Tagen drauf geeinigt, dass er erst einmal einfach da ist. Immer auch noch Work in Progress und verbesserungsfähig.

Frühjahr 2018 und wir treten wieder in die Pedale und fahren quer durchs Land

Bikepacking und Urbanbiking sind unsere Hauptthemenbereiche. Was ihr dort findet sind unsere Touren aus 2017. Texte, Bilder, Kartenmaterial und Höhenprofile alles am Start. Ziemlich gut. Wenn wir etwas besonders erlebenswert finden, z. B. schöne Campingplätze, Handwerksbetriebe, Manufakturen oder so was in der Art, dann findet ihr das unter dem entsprechenden Menüpunkt. Recht einfach also. Daneben wollen wir euch einfache Tipps geben, immer auch mit rabaukiger Note versteht sich.

Tourenideen, Höhenprofile, Campingplätze, Tipps etc. – Alles am Start

Der Raubauken Blog hat also einiges zu bieten, stöbert doch einfach mal herum. Für Anregungen zum Blog sind wir dankbar. Schreibt uns einfach und 

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Kraut- und Rübenradweg

Der Kraut- und Rübenradweg – perfekt als Anschluss an die Weinstraße      [zurück zur Weinstraße] 3 Tag – Yeah es wird flach und wir freuen uns auf den Kraut-…

Der Kraut- und Rübenradweg – perfekt als Anschluss an die Weinstraße

 
 

3 Tag – Yeah es wird flach und wir freuen uns auf den Kraut- und Rübenradweg

Leicht verkatert und mit etwas Kopfschmerzen machen wir die Augen auf. Die Welt flackert vor den Augen. Ein Blick aus dem Fenster offenbart, das sich das Wetter unserem inneren Gefühl angepasst hat und sich Schweigen noch einmal von seiner regnerischen Seite zeigt. Oh man der Kopf – Waren wir gestern wirklich noch auf dem Weintor? Es scheint fast so… show

4 Tag – Und vorbei ist schon wieder der ganze Spaß

Aufstehen die Sonne lacht, ein schöner Tag. Regen, Kater und Müdigkeit sind verflogen und wir steigen bei einem Superwetter auf die Kisten, um die letzten Kilometer runterzutreten. Nach leichten Orientierungsschwierigkeiten finden wir den Weg zurück auf den Radweg und können durchstarten. Angedacht sind heute nur ca. 30- 40 km. Locker weg und dann mit dem Zug zurück nach Köln. Der Gedanke nicht so viele Kilometer vor der Brust zu haben wirkt zusätzlich sehr belebend.  show

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Auf zur Groov – Holland oder was?

Die Groov – “Die Freizeitinsel” liegt direkt am Rhein in Köln Zündorf   Nicht in den Niederlanden sondern “ums Eck” und auch unter der Woche schnell zu erreichen – Die…

Die Groov – “Die Freizeitinsel” liegt direkt am Rhein in Köln Zündorf

 

Nicht in den Niederlanden sondern “ums Eck” und auch unter der Woche schnell zu erreichen – Die Groov.

Die Groov (auch “Die Freizeitinsel” genannt) liegt direkt am Rhein in Köln Zündorf und ist ein kleines Freizeitparadies nicht weit entfernt vom Zentrum Kölns. Einst aus einem Altarm des Rheins entstanden war die Groov bis in Mitte des 19 Jhd. eine Insel, bis sie mit dem Ufer verbunden und zum Binnengewässer wurde. Das Gewässer selbst teilt sich in untere und obere Groov und im Norden befindet sich außerdem ein kleiner Yachthafen, der natürlich mit dem Rhein verbunden ist.

Die Groov ist die Freizeitinsel

Auf der Freizeitinsel finden sich ausladende Sandstrände, Parklandschaften mit alten Baumbeständen, schöne Biergärten, Minigolfanlage, Tretboot Verleih und wer beim Feierabendbier noch etwas Kultur brauch, der mittelalterliche Wehrturm welcher seit den 80er Jahren ein Heimatmuseum beherbergt. Wer Köln kennt, weiß das Sandstrände eher die Ausnahme im Stadtgebiet sind, allein deshalb lohnt sich schon ein Ausflug weg vom Innenstadttrubel.show

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Die Knotenpunkte – Fahrradtouren durch Köln und NRW

Sind euch auch schon die großen roten Quadrate mit einer Zahl in weißer Umrandung an Radkreuzungen aufgefallen? Die Knotenpunkte – Was unsere Nachbarn in den Niederlanden schon haben, wird jetzt…

Sind euch auch schon die großen roten Quadrate mit einer Zahl in weißer Umrandung an Radkreuzungen aufgefallen? Die Knotenpunkte – Was unsere Nachbarn in den Niederlanden schon haben, wird jetzt in Deutschland nachgerüstet. Das Ganze funktioniert so:

Von Köln nach Düsseldorf mit dem Fahrrad

Ihr sucht euch eine Route die ihr gerne fahren wollt z. B. von Köln nach Düsseldorf,  von Nippes nach Ehrenfeld oder von A nach B. Am Besten kann man sich seine Route auf http://www.radroutenplaner.nrw.de/ raussuchen. Das Ganze ist ähnlich gestaltet wie Maps für Autofahrer, nur werden hier passende Straßen und Wege für Radfahrer berücksichtig, was das Radeln wesentlich entspannter macht, als wenn man sich von google an einer Bundesstraße, ohne Radweg entlanglotsen lässt.

Einfach Start und Ziel eingeben und fertig ist die Tour. Soweit so gut und eigentlich alles beim Alten.

Zoomt man aber weiter auf die berechnete Route, findet man rote Kreise mit Zahlen. Das sind die Wegmarken, welche ihr notieren oder direkt ausdrucken könnt.

Knotenpunkte am Rhein

Somit fahrt ihr, um von Köln nach Düsseldorf zu fahren einfach die Punkte 99-98-88-30-n ab. Hört sich kryptisch an ist aber kinderleicht. Man fährt von Knoten zu Knoten und zwischen den Knoten einfach den “Kleinen weißen Schildern” nach (auf dem Bild unten gibt es keine falsche Richtung und ihr fahrt so oder so richtig).

Wer die unromantische Variante bevorzugt, kann sich auch die GPS-Route herunterladen oder sich die Strecke direkt in die Radroutenplaner APP laden. Nur Achtung die App verfügt über keinen Offlinemodus und muss somit eine Datenverbindung haben. Was zum einen den Akku schnell leer saugt (fatal bei der Suche nach Campingplätzen/Hotels – siehe RuhrtalRadweg Tag 2) und zum anderen in ländlichen Gegenden zu Problemen führen kann.  Ich persönlich möchte auch mein Handy nicht die ganze Zeit im Blick haben, wenn ich draußen unterwegs bin. GPS Karten können aber dennoch als Backup hilfreich sein.

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Weinstraße

Die deutsche Weinstraße – Eine Fahrradtour 1 Tag – Alter, viel zu früh/es ist mitten in der Nacht Worms-Diedersfeld 60km. Eigentlich sind wir uns in fast allen Dingen einig, aber…

Die deutsche Weinstraße – Eine Fahrradtour

1 Tag – Alter, viel zu früh/es ist mitten in der Nacht

Worms-Diedersfeld 60km. Eigentlich sind wir uns in fast allen Dingen einig, aber wenn es darum geht, wann wir losfahren vertreten wir zwei gegensätzliche Standpunkte: 1. Morgenstund’ hat Gold in Mund – oder besser gesagt: früh los, weil endlich Urlaub… yeah! 2. Morgens bin ich immer müde – oder grummel grummel lass uns später los, ich hasse die Welt. Rabauke eins gewinnt und wir brechen mitten in der Nacht bzw. an einem wunderschönen Morgen in Richtung Hbf Köln auf.  show

 

2 Tag – Noch mehr Weinberge

Diedersfeld Schweigen 60 km mehr geht nicht. Wir starten zuversichtlich in den Tag – noch ein paar km dann fahren wir wieder auf dem platten Land. So ist zumindest der Plan für heute. Die Weinstraße wollen wir hinter uns lassen und endlich zum gemütlichen Teil übergehen. Das Auf und Ab schlaucht doch sehr, sodass die Beine schon etwas brennen. Mit “Sack und Pack” durch die Weinberge ist doch etwas zu heftig. Nächstes Mal wollen wir unser Gepäck an die Tour anpassen. Einer Packliste mit dem Nötigsten findet ihr HIER. show

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RuhrtalRadweg

Bikepacking und Camping – Unterwegs auf dem Ruhrtalradweg     Tag 1 – Anreise Winterberg – RuhrtalRadweg 0 Km Der Wecker klingelt um halb 6 Uhr morgens und die Hand…

Bikepacking und Camping – Unterwegs auf dem Ruhrtalradweg

 

 

Tag 1 – Anreise Winterberg – RuhrtalRadweg 0 Km

Der Wecker klingelt um halb 6 Uhr morgens und die Hand möchte diesen nervigen Gegenstand am Liebsten durch das noch dunkle Zimmer werfen – doch als der Kopf endlich mitbekommt, dass es zwar früh ist aber nicht die Arbeit ruft, sondern ein Wochenende auf dem Rad und dem RuhrtalRadweg geht es doch ganz schnell. Aufstehen -duschen – Taschen mit Klamotten auf das Rad und ab zum Kölner Hbf.    show

 

Tag 2 – Wir wussten gar nicht, dass Dortmund so grün ist

Nicht nur eine Dusche ist der Knaller, sondern auch ein richtiges Frühstück. Wir schlagen uns die Bäuche voll, als wenn wir nie wieder etwas zu essen bekommen würden, und dürfen uns sogar noch Brötchen mitnehmen. Top! Und schon geht es wieder los. Wir haben von einer kleinen Hofkäserei gehört, die wir uns unbedingt angucken wollen.    show

 

Tag 3 – Bei Regen aufstehen und wieder los – Ruhrtalradweg 

Tropf tropf tropf – irgendwas stimmt hier nicht. Ach ja wir sind unterwegs und es tropft nicht in die Wohnung, sondern ins Zelt. Zum Glück nur ganz leicht, aber es tropft. Die Wiese vor dem Zelt ist übernacht aufgeweicht und durch den anhaltenden Regen wird es auch nicht besser. Egal mit Matschfüße bewegen wir uns in Richtung Sanitäranlagen.   show

 

Tag 4 – Zieleinfahrt an der Duisburger Orange

Aufstehen, duschen, Sachen packen – jetzt schon fast Routine und die Gewissheit, dass man auf jeden Fall nicht so viel Kram für unterwegs braucht. Ein guter Indikator ist hierfür, dass alles, was man nicht braucht, langsam weiter nach unten in die Taschen wandert. Vielleicht sollte man sich mal aufschreiben, was man wirklich braucht und was zuhause bleiben kann – taufrische Erkenntnisse findet Ihr HIER.

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 Impressionen

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