Zwei Kölner, noch mehr Kölsch und die Idee mit dem Rad unser zu Hause zu erkunden.

Rheinradweg – von Köln nach Xanten

Rheinradweg – von Köln nach Xanten in zwei Tagen Die Sonne lacht bzw. besser knallt über Köln. Seit Tagen. Normalerweise checken wir das Wetter und hoffen, dass es nicht regnet….

Rheinradweg – von Köln nach Xanten in zwei Tagen

Die Sonne lacht bzw. besser knallt über Köln. Seit Tagen. Normalerweise checken wir das Wetter und hoffen, dass es nicht regnet. An diesem Wochenende ist es einmal anders. Angesichts der langen Hitzewelle von weit über 30°C hoffen wir, dass es sich etwas abkühlt und wir den Rheinradweg ohne Sonnenbrand erleben werden. Verkehrte Welt.

Brauhaus, Fahrradrabauken und ein todsicheres Dingen

Alleine reisen ist bestimmt auch schön, doch zu zweit oder mit mehreren noch schöner. Dieses Mal gibt es eine Rabaukentour in einer Alternativbesetzung mit meinem Bruder aus Münster. Treffpunkt ist Freitagnachmittag in Deutz, wir freuen uns wie Bolle, dass wir uns endlich wieder sehen und vier lange Tage vor uns haben. Da es erst Samstag losgeht, bleibt noch genug Zeit, um die Taschen zu packen, euphorisch über die anstehende Tour zu diskutieren und für das ein oder andere Kölsch.

Fahrradrabauken plus Münster-Support

In der Original-Rabaukenbesetzung plus Münster-Support sitzen wir auf Barhockern und lassen uns die warme Luft von Köllefornia um die Nase wehen. Besser geht es nicht. Leider ist Henrik dieses Mal nicht mit von der Partie, aber ein Geschwisterwochenende hatten wir auch noch nie. Also zack Kölsch ausgetrunken, Augen geschlossen wieder aufgemacht und die Welt ein weiteres Mal verflucht. Vorfreude sollte man, besonders bei der Hitze nicht mit Kölsch feiern. Egal. Los gehts.

Gotta gotta gotta go! Eins, Zwei Abenteuer!

Schnell sind alle Taschen am Rad und wir auf der Straße. Erst mal raus aus Köln, denn mit Autos haben wir in den nächsten Tagen keinen Vertrag. Dieses Mal haben wir keine Karte, denn der Rhein wird uns als Orientierung reichen, oder?

Immer Richtung Norden am Rhein entlang

Geradelt wird in Richtung Norden, an den Ford Werken vorbei. Dass es hier schön ist, wäre gelogen, aber danach sind wir erst mal raus aus der Stadt. Der Weg ist bekannt, nur das wir dieses Mal nicht nach Monheim mit der Fähre übersetzten, sondern auf der einen Rheinseite bleiben wollen. Zum Glück ist es heute etwas bewölkt, so dass der Schweiß zwar läuft, uns aber zumindest die Sonne nicht sofort verbrennt. 

Wir bleiben unserem Motto “Erst mal machen und dann nachdenken” treu und fahren dicht am Rhein. Der Asphalt wechselt zu Schotter und der Schotter zu Wiese mit Löchern. Die Geschwindigkeit reduziert sich rapide und wir wackeln auf dünnen Reifen durch die zerklüftete Prärie am Rhein.

Steppe in der Zonser Grind

 

Steppe gibt es nicht nur in Afrika

Keine FahrradfahrerInnen, nur noch FußgängerInnen und JoggerInnen kommen uns entgegen. Kann einem zu denken geben, muss es aber nicht. Also weiter, bis das T-Shirt nass ist und wir uns nach einem glatten Straßenbelag sehen. Die Sonne hat die Wiese mittlerweile so weit verbrannt, dass sich vor uns eine endlose gelbe Wüste auftut. Vielleicht ein Superlativ, aber angesichts des Vorabends und der Hitze: Gefühlte Strecke = reale Strecke x 1000.

(c) Googlemaps – Zonser Grind

 

“Wer pinkeln muss, hat noch nicht genug gestrampelt”

Irgendwer hat mal gesagt: “Wer Pinkeln muss, hat noch nicht genug gestrampelt” das nur am Rande. Weiter immer weiter. Das Schöne ist, wenn man keine Karte hat, dass man sich von Ort zu Ort treten kann. Deswegen soll es an dieser Stelle keinen Routenvorschlag von unserer Seite geben. Guckt euch grob die Orte auf der Karte an und fahrt einfach los – Fahrt quasi euren eigenen Rheinradweg. Es gibt natürlich auch eine vorgegebene Strecke, die sicherlich sehr schön ist und auch von uns das ein oder andere Mal in Teilen gefahren wurde, aber eine gewisse Planlosigkeit macht eben Spaß. Probiert es aus.
Falls Ihr doch Lust habt auf den Spuren der Rabauken unterwegs zu sein, hier die Ortsnamen zum Sammeln und Abfahren:

Tag 1: Niehl – Merkenich – Worringen – Rheinfeld – Feste Zons – Stürzelberg – Uedesheim – Grimlinghausen – Neuss- Düsseldorf – Meerbusch

Rheincamping Meerbusch – Wer (fast) am Rhein zelten will… bidde!

So ziemlich auf der Hälfte (Nähe Meerbusch) findet ihr einen tollen Campingplatz am Rhein. 70km stehen mittlerweile auf dem Tacho, aber richtig kaputt sind wir irgendwie noch nicht. Sollen wir weiterfahren oder es einfach gut sein lassen und unser Zelt aufbauen? Eine Pause muss auf jeden Fall erstmals sein. Weit und breit ist eigentlich nichts außer der Campingplatz “Rheincamping Meerbusch” und ein Hotel mit Marmortischen und dem dazugehörigen Publikum. Warum sitzen wir hier nochmal? “Also bei Swissair* gibt es immer Blaubeersaft” danke für diesen kosmopolitischen Beitrag, werter Herr am Nachbartisch. (*Name geändert)

Nobel geht die Welt zugrunde – bloß weg hier

Nobel geht die Welt zugrunde, wenn das unsere aktuellen Probleme sind, dann gute Nacht. Wir grinsen, schütteln unsere Köpfe und wollen bezahlen. 6€ pro Bier – geschenkt! Ist eben auch das Four Seasons mit vier Sternen. Nicht unsere Welt und wird es auch nie werden. Noch nicht mal Speisekarten gibt es. Pfff… also ab auf den 50m entfernten Campingplatz. Mit ca. 23€ für ein Zelt und zwei Personen nicht das super Schnäppchen, aber direkt am Rhein und mit Strandbar! Diese kann man auch ohne Platzgebühr besuchen. Daher der Rabaukentipp: Nicht in den vier Sterne Tempel, sondern mit netten Leuten und den Füßen im Sand ab in die Strandbar.

Strandbar – Camping Meerbusch

 

Zelten, der Rhein und Nudeln im selbst gebauten Spirituskocher

Das Zelt ist schnell aufgebaut und wir setzen uns noch eine Weile an den Rhein und schauen den Schiffen hinterher. Doch, wir sind geschafft, aber glücklich. Am Zelt wartet auf uns eine Packung Nudeln mit Pesto. Was will man in einem Vier Sterne Hotel, wenn das Glück doch so nahe liegt. Mein Bruder hat sich einen eigenen Spirituskocher aus einer Dose gebaut. Der ultimative Test sind die 2L Wasser zum Nudel kochen. Es klappt. Geil! Wir werden bei Zeiten eine Anleitung einstellen, denn einfacher und günstiger kann man draußen nicht kochen. Danke kleiner Bruder, wieder etwas gelernt.

 

Wie lange ist es noch hell? Die Fingermethode – analog und ohne Internet

Die Sonne geht langsam unter und taucht alles, inklusive gelber Wiesen in ein goldenes Licht. Wie lange ist es noch hell? In Münster weiß man anscheinend noch mehr über die Natur. Hier die Anleitung zur Zeitmessung (dabei ein kleiner Dank an Bear Grylls): Man halte eine Hand gegen den Himmel und zähle die Finger zwischen Sonne und Horizont. Ein Finger steht für etwa 15min. Uns bleiben somit noch drei Fingerbreiten. Wer kann rechnen?

Danach folgt die Campingplatzroutine: Spülen – Zähne putzen, ab in den Schlafsack, noch etwas lesen und schon sind die Augen zu.

Wiedermal kein Frühstück – aber topfit und hoch motiviert

Frühstück haben wir nicht bestellt und somit gibt es Müsliriegel und Kaffee vom Spirituskocher. Geiles Teil!

Camping Meerbusch – Bikepacking vom Feinsten

 

Erinnerungen an den Ruhrtalradweg – Duisburg und die Rheinorange

Um neun Uhr sitzen wir wieder auf dem Rad. In der Ferne taucht Duisburg auf, Rheinorange inklusive. Jetzt kann ich endlich mal etwas erklären und erzähle von unserer Tour über den Ruhrradweg. Genau hier mündet die Ruhr in den Rhein. Okay die Finger- und Spirituskochernummer war cooler, trotzdem irgendwie komisch, vor einem Jahr standen wir noch auf der anderen Seite und hatten unsere erste Tour im Sack.

Direktor bei Thyssen und Reisefotograf – was für ein Leben

Das Schöne am Reisen ist, dass man immer wieder Leute trifft, die, wenn man Glück hat, ihre Geschichte erzählen. Wir machen eine längere Pause auf dem Deich und treffen einem Fotografen mit seiner Frau. Beide schon Ende siebzig. Wir fachsimpeln über Kameras und er erzählt von seinen Fotoreisen. Spannend. Wirklich. Zumal er erst mit 54 Fotograf geworden ist, nach dem er einen sehr gut bezahlten Job aufgegeben hat, jetzt aber auch “nur noch” Ausstellungen organisiert. Was wir wohl mit 54 machen? Hoffentlich irgendwas, was wir uns jetzt noch nicht vorstellen können. Das Leben ist schön und wir rollen weiter.

Kilometer schrubben und das surren der Reifen

Der Ehrgeiz hat und gepackt und wir fahren eine ganze Zeitlang über 30 km/h. Schweiß, Wind und das Surren der Reifen… und ein Vogelschiss. Bringt Glück, sieht nur kacke aus, vor allem wenn der Vogel sich allem Anschein nach vorher den Bauch mit blauen Beeren vollgeschlagen hat. Bis dahin dachten wir, dass es die nur bei Swissair gibt…

Shirtwechsel auf offenem Feld und weiter auf der Zielgeraden. Xanten.

 

 

Wir schieben durch die Innenstadt. Eigentlich hat die Stadt im Kreis Wesel ca. 21.000 EinwohnerInnen, aber es ist Wochenende und es erinnert, bei den Menschenmassen, eher an den Rhein-Promenadenflohmarkt in Köln. Wieder mal haben wir Glück und finden am Ende der Altstadt einen kleinen gemütlichen Biergarten und können dem Trubel entgehen. Erstmal wieder zu Kräften kommen und ein “Drehmoment” trinken. Hört sich schlimm an ist aber tierisch lecker, ebenso das Landbier. Wenn ihr mal in Xanten seid, geht in den Mühlengarten. Top Essen. Top Bier. Top Lage.

Mühlengarten in Xanten

 

Camping oder doch Hotel?

Zum Schlafen gibt es einen Campingplatz ca. 5km entfernt von Xanten, hier sollte eigentlich unser Basislager für die nächsten beiden Tage stehen. Mit dem Planen ist es aber so eine Sache. Aufgrund einer kleinen Geburtstagsfeier und großer Wiedersehensfreude mit dem Rest der Familie haben wir dann doch in einem Hotel eingecheckt. Nicht rabaukig aber zentral. Das ist aber eine andere Geschichte…

 

Fazit einer klasse Wochenendtour

Eine schöne Strecke und an einem Wochenende gut machbar. Am besten man fährt Freitagmittag los, mit einem Zwischenstopp in Meerbusch. Den Samstag hat man dann in Xanten und Sonntag kann es bequem mit der Bahn zurückgehen. Entweder direkt aus Xanten oder man fährt noch ca. 50 km nach Duisburg. Die Gesamtlänge der Strecke ist somit 140 km bzw. 190 km, wenn ihr am Sonntag noch fahren wollt. Probiert es einfach mal aus.

 

Impressionen

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Monheim am Rhein

Raus aus Köln: Den Rhein entlang nach Monheim   Heute geht’s nach Monheim am Rhein – Ein Tagestrip Zur Groov, in Richtung Zündorf sind wir schon geradelt, jetzt geht es…

Raus aus Köln: Den Rhein entlang nach Monheim

 

Heute geht’s nach Monheim am Rhein – Ein Tagestrip

Zur Groov, in Richtung Zündorf sind wir schon geradelt, jetzt geht es den Rhein mal nicht rauf, sondern runter. Monheim am Rhein – ein kleines beschauliches Städtchen mit ca. 40.00 EinwohnerInnen im Kreis Mettmann.    Übrigens, auch Monheim hat seinen Macron. In Monheim wurde im Jahr 2009 ein 27-jähriger Bürgermeister gewählt. 27? Ja genau, da waren andere schon tot. Kurt Cobain zum Beispiel. Daniel Zimmermann lebt aber noch. Der damals wohl jüngste NRW-Bürgermeister und die Partei die er vertritt – PETO – haben vor Ort eine Reihe politischer Initiativen angestoßen, für eine offene Gesellschaft, aber auch für eine unternehmensfreundliche Kommune. Liberale Politik halt. Für alle älteren LeserInnen über 30 Jahre ist vielleicht noch interessant, dass PETO in Monheim eine AG30 Plus zur Einbindung der Interessen älterer (!) Menschen gegründet hat. Apropos alte Menschen, schön ist es schon am Rhein und die Landschafft erst, neee wat is das schön hier. Ja, ja und das Wetter…. es gibt auf jeden Fall extrem leckeres Spaghettieis und wer jetzt noch weitere Argumente braucht dem/der ist auch nicht mehr zu helfen. Auf nach Monheim!

Immer den Rhein hoch

In Monheim ist man schon nach ca. 23 km, entweder geht es über die Autobahnbrücke Richtung Leverkusen. Der Radweg läuft hier parallel zu Fahrbahn der Autos, ist aber akustisch komplett von der Autobahn getrennt.

Autobahn oder doch lieber am Rhein entlang

Leider ist auf Grund der allgemeinen Straßenlage in NRW auch diese Brücke baufällig und es wird fleißig gebaut. Die Autos dürfen weiterfahren nur der Radweg neben der Straße ist leider und eigentlich für Räder und Fußgänger gesperrt… An Feiertagen kein Problem, denn an den arbeitsfreien Tagen schieben sich Massen von Fahrräder an den Zäunen vorbei, um nicht die (sehr schlecht ausgeschilderte) Umleitung zu fahren. Leider gibt es hier, von unserer Seite noch keine Erfahrungswerte, wie es an normalen Werktagen aussieht und ob der gesperrte Radweg dann noch befahrbar ist. Schreibt uns gerne hier zu.

Fahrradfahren inklusive Bootstour auf Gevatter Rhein

Viel schöner ist es eh auf der anderen Rheinseite, sprich nicht über die Brücke, sondern einfach am Rhein vorbei in Richtung Monheim. Der Rhein muss zwar immer noch überquert werden, das kann aber bequem und westlicher schöner mit der Rheinfähre auf der Höhe Köln-Langel/Hitdorf geschehen. Nicht umsonst wie die autobahnnahe Überquerung, aber mit zwei Euro für Mensch mit Fahrrad immer noch in Ordnung. Mit der Fähre wird der Rhein im gemächlichen Tempo überquert und lässt Zeit um kurz durchzuatmen, um das schöne Rheinpanorama genießen.

Keine richtige Pause – also wieder rauf aufs Rad

Nächster Stopp am Wendepunkt das Eiscafe Dolomiti. Wir haben das Eiscafé lediglich durch Zufall entdeckt und waren etwas erschrocken über die riesigen Portionen zu verhältnismäßig wenig Geld. 4,7 von 5 Sternen in Bewertungen sagen eigentlich schon alles. Wir sind auf jeden Fall jetzt schon Fans des großartigen original italienischen Eiscafés. Das sagen wir frei und ungezwungen und ohne Spagetti-Eis-Flatrate. Schade eigentlich! Wenn wir eine hätten, würden wir liebend gerne das Eis mit euch teilen.

Fazit der Tagestour

Für eine Tagestour ist Monheim am Rhein ein super Zwischenstopp und zu Hause plagt auch nicht das schlechte Gewissen über einen viel zu großen Eisbecher, wenn ihr die ca. 23 km zurückfahrt. Eine Kamera hatten wir leider diesmal nicht dabei und kommt als Gedächtnisstütze mit auf unsere Packliste. Zum Glück gibt es aber Leute die nicht so verplant sind und wirklich schöne Bilder gemacht haben. Bei den Aussichten sind 50 km sind doch machbar oder doch lieber wieder Streamingdienst und TK-Pizza? 

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Kulturelle Landpartie – KLP 2018 im schönen Wendland – Teil 2

Kulturelle Landpartie – KLP 2018 im schönen Wendland Hier geht es zum ersten Teil der KLP. Was ist die Kulturelle Landpartie? Dafür schaut am Besten auf der KLP Seite. Für…

Kulturelle Landpartie – KLP 2018 im schönen Wendland

Hier geht es zum ersten Teil der KLP.

Was ist die Kulturelle Landpartie? Dafür schaut am Besten auf der KLP Seite. Für uns persönlich waren es vier superspannende Tage mit eindrucksvollen Momenten, tollen Begegnungen und anregenden Gesprächen. Und auch Rad fahren kann man zwischen dem Drawehn-Höhenzug, der Lüneburger Heide und der Elbe vom feinsten.

Tag 3 der Kulturellen Landpartie im Wendland ca. 67 km

Kein Frühstück und Hunger im Wald

Clever wie wir sind haben wir nichts eingekauft. D.h. kein Wasser, kein Brot sprich kein Frühstück. Blutige KLP-Anfänger eben. Unsere Verplanungskünste haben wir ja weiter oben bereits erwähnt. Wo und wie wir genau schlafen, konnten wir uns bei der Planung auch noch den ersten Tagen noch nicht wirklich vorstellen. Einen Apfel haben wir aber noch in der Tasche. Zum Glück gibt es gute Freunde, die einen Apfel als Tauschware akzeptieren (oder Mitleid haben) und so bekommen wir ein wahres Festmahl mitten im Wald bei Sonnenschein. Ein dickes Danke an dieser Stelle an Jörg und Laura!

Stille im Wald und ein Camp voller entspannter Leute

Es ist still im Wald, als wir um den Tisch sitzen, auch der Rest der Festivalmenschen steht langsam auf, frühstück oder liegt einfach nur in Hängematten. Jeder für sich, nur die Geräusche des Waldes im Hintergrund und doch hat man das Gefühl einer Gemeinschaft anzugehören, die für etwas wichtiges friedlich kämpft. Der Platz ist einfach zu schön und somit kommen wir erst gegen 13 Uhr wieder aufs Rad. Eine Fahrradkette muss noch fix geölt werden und siehe da es läuft viel besser – somit steht dieser kleine Helfer jetzt auch hier. 

Ein Stück Elberadweg liegt vor uns

Wir sind schon relativ weit nord-östlich, d.h. an der Elbe und so wollen wir zumindest kurz auf dem Elberadweg fahren mit frisch geölter Kette laufen die Kilometer, trotz Gegenwind, fast wie von selbst.
Das Publikum wechselt in Richtung grau und mit Motor und es sind an diesem sonnigen Wochenende viele Fahrräder an der Elbe unterwegs. Elbe alles schön und gut aber wir wollen zurück nach unserem Bullerbü. 

Nächste Stop Hitzacker an der Elbe

Der Ort entpuppt sich als schönes Touristädtchen, hier mischen sich Elberadwegradler mit Stadttouristen und Menschen von der Kulturellen Landpartie. Komisch, aber irgendwie ganz anders als die anderen Wunderpunkte auf dem Land. Hitzacker fällt definitiv aus dem Rahmen. Am Wunderpunkt “Chor” gibt es Kuchen, Linsen, Bio-Bier und Chorgesang. Irgendwie nicht ganz unsere Welt, mal von der Verpflegung abgesehen.

Die Sonne bremst und macht träge

Auch wenn es in der Sonne schön ist, wollen wir noch nach Meuchefitz. Meuchefitz soll ein Highlight der KLP sein. Ein wirklich großer Nachteil an der KLP ist, dass es überall sehr schön ist, etwas zu essen und zu gucken gibt. All das erschwert jedes Mal das eigentliche Weiterkommen, ist es aber dennoch wert.  

Ob er wirklich gezaubert hat, können wir gar nicht sagen, cool war es trotzdem

Zack –  nächster Zwischenstopp bei Magic Seth in Küsten, eine Mischung aus Captain Jack Sparrow, Irischen Barkeeper, Lebenskünster und Marktschreier. Sympathischer Lebenskünstler und ein weiterer Pluspunkt für den Wunderpunkt ist, dass das Bier nur 1,50 € kostet. Quasi ohne Großstadtzuschlag.

Apropos Großstadt

Auf dem Weg nach Meuchefitz treffen wir einen Menschen, der hier lebt und der uns die Frage nach der Einwohnerzahl des Ortes nicht so ganz beantworten kann. Irgendwas zwischen 30-50. Je nachdem wie viele Menschen so in dem Gasthof leben und in der Haus-WG im Ort, meint er. Das würde sich immer mal wieder ändern… Ai wo fahren wir da nur hin? Weiterstrampeln – Bums – es ist Festivalzeit. Viel größer als gedacht und eine Menge Leute! Das kleine Dorf wandelt sich so zu einer kleinen Stadt aus Zelten, Bullies  und einem sehr bunten (mit Tendenz zu schwarzen Klamotten) Publikum.

Kurz durchatmen und ankommen – Schrebbelpunk rund um einen alten Gasthof

Die Kälte vom letzten Tag hat sich verflüchtigt und es knallt die Sonne von oben und der blaue Himmel macht Lust auf mehr Musik und schräg-sympathische Typen. Wir suchen uns einen freien Stellplatz auf der Wiese und bauen fix unser Zelt auf und dann ab zum Gasthof. Es gibt Pommes in Knoblauch-Öl frittiert (meeeega lecker) ein DYI Kino abgehangen mit Bettlaken, eine Open Air-Bühne und eine kleine Werkstatt, in der sich gefühlt zu viele Leute plus Band tummeln.

Exkurs Gasthof Meuchefitz

Der Gasthof hat eine interessante Geschichte, und mindestens einen Absatz hier verdient. 1980 wurde der Gasthof nach der Räumung eines Bohrplatzes zum Treffpunkt des Widerstandes gegen das Atomprojekt Gorleben. 1984 ist der Gasthof, welcher bis heute Treffpunkt für kritische und Widerstandsgruppen bietet komplett abgebrannt und über zwei Jahre neu aufgebaut worden. Seitdem bietet er Raum für ein selbstbestimmtes, kreativeres und menschlicheres Leben. Das sind nicht unsere Worte, aber besser kann man es wohl nicht ausdrücken. Dabei versteht sich der Gasthof nicht als Insel des Widerstands und möchte einen kontinuierlichen Austausch und Disskurs mit Leuten aus der Stadt wie auf dem Land ermöglichen. Ohne das Land kann auch die Stadt nicht, das wir Kinder- und Jugendgruppen im Landurlaub wieder nähergebracht. 

Ein tolles Projekt und einen Besuch wert, wie wir finden. Nicht nur um die Natur zu erleben und die Leute vor Ort zu verstehen, sondern auch einfach um ein Bier bei einem leckeren Essen zu genießen. Denn es wird nicht nur die Welt verändert, sondern auch super gekocht!

Die Luft ist eine Mischung aus Bier, warmer Luft und dem damit einhergehenden Schweiß

Muss man mögen, gehört aber irgendwie auch dazu. Wir lassen uns über das Gelände treiben, treffen alte Bekannte vom Vortag und lassen den Tag bei Punk und Pils gemütlich ausklingen. Gegen Mitternacht zwinkt uns die Klamottenwahl, vornehmlich die kurze Hose zum Abbrechen des Abends. Blauer Himmel heißt nämlich auch sternenklare Nacht und damit auch im Mai noch saukalt!

Man wird klüger und aus Fehlern lernt man? Nein danke!

Ach ja einkaufen und aus Fehlern soll man lernen – haben wir beides nicht gemacht und so füllen wir Wasser in leere Bierflaschen, um zumindest die Zähne zu putzen und morgens einen Kaffee zu trinken. Vor 15 Jahren hätten wir uns wahrscheinlich gefeiert, jetzt ist es eher die Notlösung und etwas unangenehm sich mit “Bier” die Zähne zu putzen. Trotzdem fällt man hier damit nicht auf.

“Was siehst du? Fünf Sterne” oder auch mehr – es ist sternenklar

Die Nacht ist sternenklar und wir sind begeistert von dem Anblick des Himmels über uns. Ein Hamburger Jung, der sich irgendwie zu uns ins Vorzelt verirrt hat, ist ebenfalls sprachlos. Alle die eher ländlich wohnen fragen sich jetzt sicher warum, aber guckt mal nachts in einer Stadt in den Himmel. Sterne gibt es da nicht. Trotz Firmament sind wir hundemüde und der Punkrock im Hintergrund wiegt uns sanft in den Schlaf.

Gute Nacht Meuchefitz und Rock on!

Letzter Tag der Kulturellen Landpartie im Wendland ca. 63 km

Wir wachen etwas traurig auf und das, obwohl die Sonne über der Wiese lacht, aber schon ist der letzte Tag unserer Reise. Es geht zwar noch nicht zurück, aber komisch ist es schon. Genug der Weinerlichkeit einen großen Schluck Wasser aus der Bierpulle – Zähne putzen und den Unmut zusammen mit dem Geschmack der letzten Tage ausspucken.

Der letzte Tag beginnt am Hippiebuffet…

Wir haben noch einen ganzen Tag! Das ist die Einstellung, die wir brauchen, der Kaffee hilft dabei. Durch die kalte Nacht hat sich etwas Kondensat am Zelt niedergelassen, sodass wir noch warten müssen, bis wir endlich zum “All you can Bio-Veggie”-Frühstücksbuffet im Nachbarort kommen. Warten, irgendwie ist das nichts für uns. Der Magen knurrt wie Sau und so verschwindet das Zelt endlich wieder in den Satteltaschen. Der Rosenhof, schon wieder so’n Idyll und ziemlich ruhig im Gegensatz zu Meuchefitz. Vielfalt ist auch ein Markenzeichen der KLP, es ist für viele Geschmäcker was dabei, irgendwo zwischen Chortag in der evangelischen Kirchengemeinde, Punk-Fest und Rosenhof. Das Frühstück ist superlecker zubereitet und arrangiert, wenn auch nicht für einen so hippiemäßigen Preis von 12€/p.P..

…inklusive Platz in der Sonne

Für das Geld gibt es einen Tisch in der Sonne inklusive. Perfekt. Nach dem üppigen Frühstück und einige Kaffee später gucken wir uns noch die verschiedenen Ausstellungen auf dem Hof an und machen uns
schließlich auf zur Mützingenta – der “abtrünnige” Ort und KLP-Aussteiger, wie uns zuvor zugeflüstert wurde. Mützingen macht seit einigen Jahren einfach sein eigenes Dingen zur gleichen Zeit und taucht somit auch nicht im Programmheft auf. Hin wollen wir trotzdem, ist nämlich ein Tipp und soll ebenfalls ein Highlight sein.

“Wir bauen uns ein Waldbad” und wünschen uns ein Grundeinkommen

Auf dem Weg befindet sich noch der Wunderpunkt mit dem schönen Namen “Wir bauen uns ein Waldbad”. Nach zwei Tagen ohne Dusche und bei erneuten Bombenwetter, zieht es uns wie von selbst in Richtung Waldbad. So müssen sich Insekten bei Licht fühlen. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil “Wir bauen uns ein Waldschwimmbad” heißt, das Dingen ist noch nicht fertig und baden können wir somit nicht. Als Kompensation gibt es ein Spiel und eine anregende Diskussion zum Thema “Grundeinkommen”.

Was würde ich tun, wenn ich ein Grundeinkommen bekäme…?

Interessante Frage, unter verschiedenen Aspekten zu beleuchten und gar nicht so einfach zu beantworten. Somit sprechen wir mit dem Organisator vor Ort eine ganze Weile, bevor es weiter geht. Unsere Wasserflaschen dürfen wir kostenfrei auffüllen, was eigentlich überall locker möglich ist. Doch Fragen hilft und ist auch freundlicher als sich wie selbstverständlich Wasser abzuzapfen. Gar nicht rabaukig, bringt aber immer das ein oder andere interessante Gespräch mit sich.

Hof zu Verkaufen

Mit der Aussicht wenigstens nicht zu verdursten fahren wir weiter. “Hof zu verkaufen” – das ist unser Stichwort, denn weg wollen wir eigentlich nicht mehr. Auf dem Hof gibt es die “Fahrradscheune” hier finden sich dutzende von alten Fahrrädern bis hin zu Modellen von 1900, erschwinglich und weniger erschwinglich. Zumindest nicht für unseren Geldbeutel. Wir dürfen alles besichtigen und stolpern auf einem alten Dachboden rum, während die Eigentümer bei Kaffee und Kuchen in der Sonne zusammensitzen. Wir klemmen noch schnell Werbung auf einige der Gepäckträger – vielleicht meldet sich ja wer.

Mützingenta – ein KLP Aussteiger

Auf der Mützingenta bewegen sich viele Familien, wie eigentlich überall auf der KLP.
Der Unterscheid ist eigentlich nur, dass sich auf einer Wiese alles bündelt, sprich Essbuden, Handwerker, Musik, noch mehr Buden. Es beschleicht uns der Gedanke, dass das Ganze so’n bißchen wie ein alternativer Jahrmarkt ist, quasi Hippiekommerz und gleichzeitig superentspannt und interessant.

Wir setzten uns wie alle anderen auf die Wiese, lassen den lieben Gott einen guten Menschen sein, trinken das letzte Wendlandbräu und beobachten das bunte Treiben der unterschiedlichsten Menschen. Zum Schluss gibt es noch eine leckere Falafeltasche auf die Hand und mit vielen Fragen und neuen Gedanken im Kopf verlassen wir etwas traurig das Wendland.

Zu viele neue Eindrücke – wir sind überwältigt

Die letzten 30 km fahren wir erst einmal schweigend nebeneinander her, so gewaltig sind die Eindrücke und verschieden Gespräche, die wir mit Leuten vor Ort geführt haben. Hier bildet sich ein ganz anders Leben ab, mit anderen Werten bzw. mit anderen zentralen Punkten im Leben. Diese Frage wird uns wahrscheinlich noch etwas beschäftigen.

Unser persönlicher Wunderpunkt – Dusche und Bett

In Uelzen endet die Tour schließlich an unseren persönlichen Wunderpunkt mit einer warmen Dusche und Seife. Gebucht haben wir ein neu eröffnetes Ökohotel, nicht bewusst, aber jetzt als Abschluss super.
Die Einrichtung ist aus unbehandeltem Holz. Wasser gibt es umsonst und einen Kühlschrank mit kalten Bio-Getränken mit und ohne Alkohol. Zufrieden sinken wir auf zwei Hocker vor dem Hotel.

Prost! Auf eine viel zu geile und kurze Zeit.

Wir müssen wiederkommen. #KLP 2019

 

Impressionen

2 Kommentare zu Kulturelle Landpartie – KLP 2018 im schönen Wendland – Teil 2

Kulturelle Landpartie – KLP 2018 im schönen Wendland – Teil 1

Kulturelle Landpartie – KLP 2018 im schönen Wendland Was ist die Kulturelle Landpartie? Dafür schaut am Besten auf der KLP Seite. Für uns persönlich waren es vier superspannende Tage mit…

Kulturelle Landpartie – KLP 2018 im schönen Wendland

Was ist die Kulturelle Landpartie? Dafür schaut am Besten auf der KLP Seite. Für uns persönlich waren es vier superspannende Tage mit eindrucksvollen Momenten, tollen Begegnungen und anregenden Gesprächen. Und auch Rad fahren kann man zwischen dem Drawehn-Höhenzug, der Lüneburger Heide und der Elbe vom feinsten.

Tag 1 der Kulturellen Landpartie im Wendland ca. 55km

0700 das ist die Uhrzeit, an der es dieses Mal in die Bahn geht. Alles läuft schon etwas routinierter ab, anscheinend haben wir schon einige Erfahrungswerte an der Ruhr oder auf der deutschen Weinstraße gesammelt.

Also ab zur Radstation am Hbf, aufsatteln  und ab gehts Richtung Wendland, zur Kulturellen Landpartie. Wie auf jeder unserer Touren wird im Zug lecker gefrühstückt, damit nur einer von uns den extra Stress morgens hat, wechseln wir uns damit immer ab. Beim Schmieren stellte sich noch die Frage nach der Sinnhaftigkeit von Remoulade, vor allem um 5 Uhr morgens. Wenn man dann aber die Remu-Stulle in der Hand hat, ist die Freude groß wie bei kleinen Kindern, wenn Mutti die Picknickdose im Zoo aufmacht. Ein Tag, der so beginnt kann eigentlich nur gut werden. Dieses Mal ist die Bahnfahrt ein wenig länger und wir schieben unsere Räder erst gegen halb 12 aus dem Hundertwasserbahnhof in Uelzen. Endlich kann es so richtig losgehen!

Tourenplanung a la Fahrradrabauken – Lessons not learned oder so ähnlich

Ausgefeilte und bis ins Detail geplante Touren sind eines unser Markenzeichen. Nicht. Das zeigt sich dann immer wieder darin, dass wir auf den ersten Metern nicht wirklich wissen, wo es hingeht und was wir eigentlich genau vorhaben. Es gibt vonseiten der Kulturellen Landpartie den Service, sich das wirklich super Programmheft im Vorfeld schicken zu lassen, aber das wäre zu einfach und auch mit Rückporto verbunden gewesen. Und außerdem, warum auch vorher schon mal reingucken wenn man sich das Teil in einem lokalen Buchladen hinterlegen lassen kann. Weitere Planung also direkt vor Ort. Ist eh besser, weil man dabei nämlich guten alten Traditionen frönen kann. Die erste Mission steht damit fest: Den KLP-Reisebegleiter in der Buchhandlung abholen und in den nächstbesten Biergarten um einen Plan zu schmieden.

Eine “richtige” Karte haben wir nicht, nur diese: 

Ein weiterer “Fehler” in der Planung ist ein Urvertrauen auf LTE und Handyempfang. Notiz am Rande: Gibt es (zum Glück) noch nicht überall bzw. nicht durchgehend. Das Handy bleibt in der Tasche und wir fahren einfach mal los. Richtung Klein Grabenstedt. Das Gute am Programmheft ist, das Zeltmöglichkeiten direkt unter den Veranstaltungs-/Ausstellungsorten vermerkt sind.

Essen aus dem Supermarkt – Das Camping und die KLP kann starten

Unterwegs decken wir uns an einem kleinen Supermarkt mit Eiern, Brot, Nudeln, Oliven und ‘ner Pulle Rotwein ein. Das was man an Campingkochausrüstung für ein selbstgemachtes Abendessen und Frühstück mit Kaffee braucht haben wir mit in den Radtasche. Nicht alle Wunderpunkte (so heißen die Veranstaltungs- und Ausstellungspunkte) bieten nach 18 Uhr noch Verpflegung an. Schnell merken wir, dass die Straßen teils noch alte Kopfsteinpflasterstraßen sind, und dass unsere Idee mit den Eiern eher semi gut war. Also gaaanz vorsichtig fahren, Eier vs. grobes Kopfsteinpflaster, und die Frage ob es am nächsten Morgen tatsächlich lecker Omelette gibt.

Idyllischer Hof und eine Dusche in der Schreinerei

Immer noch äußerst vorsichtig fahrend – Rührei in der Tasche war nicht unser Plan – nähern wir uns unserem ersten Zielort. 3 aus 4, keine schlechte Eier-Quote bei dem widrigen Straßenbelag und das Frühstück am nächsten Morgen ist gerettet. Nach ca. 55 km kommen wir an einem idyllischen Hofgebäude an. Vor den alten Stallanlagen sitzen entspannt noch eine Handvoll Leute zusammen und lassen den Tag gemütlich bei Wein und Bier ausklingen. So haben wir uns das vorgestellt!

Schreinerei, Hutmacherin und Töpferei

Unser Gastgeber für heute Nacht ist Christian und ebenso entspannt wie seine Gäste am Tisch. Christian betreibt auf dem Hof eine Schreinerei mit 15 Mitarbeiter*innen und in den alten Stallanlagen haben sich Hutmacherin und Töpfermeister für die KLP einquartiert, die jetzt ebenfalls gut gelaunt am Tisch sitzen.

Pro Person bezahlen wir ‘n 5er und können dafür auch die Toilette und Dusche in der Schreinerei nutzen. Ein Luxus, den wir in den nächsten Tagen vermissen werden. Wären wir nicht über den Heideradweg gefahren, hätten wir mit 35 km nicht ganz solange gebraucht, aber was Solls. Zelt aufbauen, eine gerade Unterlage suchen, Nudeln in den Topf, Wein entschraubt und mit Blechtassen auf den ersten Tag im Wendland anstoßen.

So viel Grün und die Vorfreude auf eine geile Zeit

Mega! So viel Grün haben wir schon lange nicht mehr gesehen und schütten vor lauter Freude oder Unachtsamkeit die Hälfte der Nudeln auf die Wiese. Hier greift keine 3-Sekunden-Regel, is’ aber alles Natur also wieder rauf auf den Teller. Käse und Oliven drüber und fertig ist das 5 Sterne Campingmenü.

Exkurs: Rundlingsdörfer

Direkt am ersten Tag ist uns aufgefallen, dass viele Ortschaften im Wendland nicht nur recht klein, sondern auch ähnlich aufgebaut sind. 30, 50, 60, manchmal vielleicht auch 100 Bewohner*innen. Nagelt uns nicht drauf fest, vielleicht hier und da auch einige Menschen mehr. Für uns aber doch klein, das Sauerland ist dagegen stark urbanisiert und das Münsterland quasi Metropolregion. Wie dem auch sei. Jedenfalls gibt es im Wendland eine Siedlungsform, der man immer wieder begegnet, den sogenannten Rundlingen. Die Verbreitung dieses Siedlungstyps beschränkt sich auf einen Streifen zwischen Ostsee und Erzgebirge. Viele sehr gut erhaltene und restaurierte Rundlinge findet man im Wendland. Typisch ist, das Rundlingsdörfer aus einer Aneinanderreihung von Hofanlagen (so 3-10) bestehen, welche sich rund bzw. halbrund um einen zentralen Dorfplatz ansammeln. Es gibt dann für gewöhnlich nur einen Zugang. Sieht so ein bisschen wie ‘ne birnenförmige Wagenburg mit einer Lücke aus. Warum so gesiedelt wurde – Wehrgründe, Kultplatz, effizientere Landwirtschaft – ist nicht ganz geklärt. Heute gibt es scheinbar noch ca. 100 sehr gut erhaltene Rundlingsdörfer. Seit 1969 engagiert sich ein lokaler Verein für den Erhalt der Rundlinge (http://www.rundlingsverein.de/). Sehenswert.

Tag 2 der Kulturellen Landpartie im Wendland ca. 55 km

So schön, wie die Auftakt war, so grau ist es, als wir morgens die Reißverschlüsse vom Vorzelt öffnen. Es nieselt nasse Bindfäden und kein heller Fleck zeichnet ich am Horizont ab. Zum Glück haben wir unser Lager neben den Holzstapeln der Schreinerei aufgebaut.

Wo ist die Sonne? Wir frühstücken lieber unter einem Abdach

Das Holz ist überdacht und hat noch etwas Platz für zwei Personen mit Gasbrenner. Ei braten und ab damit ins Brötchen (Omelette geht auch ohne Öl) dazu noch einen Kaffee in die Hand und die Stimmung steigt trotz Regen. Zur Krönung wird tatsächlich die heiße Dusche, denn die Nacht war nicht wirklich warm. Wir sehen verdutzte Gesichter in der Schreinerei – die KLP scheint an einigen Gesellen vorbei gegangen zu sein.

Der Regen hört endlich auf und wir packen zusammen. Aber wir fahren nicht, ohne noch einmal im Betrieb über den Hof zu schlendern und die Hutmacherin und den Töpfermeister einen Besuch abzustatten. Landidylle vom feinsten.

Freunde, Bullis und ein Parkplatz voller Oldtimer

Ganz ohne moderne Kommunikationsmittel geht es dann doch nicht, als wir uns mit Freunden im 10 km entfernen Kussebode verabreden. Die Beiden inklusive neuem Familienzuwachs, sind mit ihrem alten T3 Bulli unterwegs und stehen auf einem Parkplatz an einem anderen Wunderpunkt. Campen scheint hier wirklich kein Problem zu sein. Der T3 Bulli ist fast schon zu modern, im Kontrast zu den viel älteren Modellen auf dem Gelände. 

Weiterfahren wollen wir nicht sofort, sondern wir lassen uns erst einmal nieder und essen eine Portion Linseneintopf, trinken ein bis vier Wendlandbräu aus der lokalen Brauerei (https://www.storchenbier.de/) und lassen uns von KLP-Veteranen die Landpartie erklären. So schön es hier auch schon wieder ist, wir wollen noch nach Gorleben zur Widerstandspartie. Die angekündigten 22 Grad lassen zudem auf sich warten und so müssen wir uns erst mal wieder Warmstrampeln. Unsere Nachtlagerscouts fahren schon mal vor uns sichern uns einen tollen Platz mitten im Wald nahe des Atommülllager Gorleben. Was dem Städter sein SUV, scheint hier der Bulli zu sein, nur irgendwie weitaus sympathischer und auch sehr viel praktischer.

In Gorleben steppt der Bär – gegen das “Endlager”

Die Widerstandspartie am Atommülllager nahe Gorleben ist ein großes buntes Fest mit Publikum aus allen Generationen. Schon der Weg zum Veranstaltungsgelände ist überwältigend. Autos, Radfahrer, Fussgänger alle machen sich auf den Weg, um friedlich miteinander zu feiern und zu demonstrieren. Hier fühlen wir uns richtig. Selbst die Bühne wird mit Solarstrom betrieben und liefert, auch noch ohne Sonne, acht weitere Stunden tanzbare Reggae- und Elektrobeats.

Willkommen auf der Widerstandspartie

Die Musik fliegt über das Gelände, über den Zaun auch in Richtung Polizei, die sich auf der anderen Seite in Stellung gebracht hat. Wir wollen wirklich nicht tauschen, sondern lieber noch ein paar Wendlandbier trinken und tanzen. Definitiv haben wir die bessere Zeit, auch wenn es schon bedrückend ist, vor einem Atommülllager zu stehen.

Endlager und leckeres Essen aus dem Steinofen

Irgendwie politisiert der Ort und wir driften, nicht der mittlerweile späten Stunde geschuldet, in politische Diskussionen ab. Auf jeder Betriebsfeier eher zu vermeiden, aber hier angebracht. Greenpeace hat sich dauerhaft mit dem alten Schiff “Beluga” positioniert und bietet nach etwas Kletterei einen tollen Blick auf die Hauptbühne. Wir gönnen uns leckere Pizza aus dem Steinofen, schrebbeligen Punkrock aus dem Lieferwagen und kühles Bier aus dem Becher. Hervorragend. 

Punk, Elektro und Reggae

Auch wer es eher elektronisch mag, kommt bis tief in die Morgenstunden voll auf die Kosten. Für uns jedoch geht die Party ein bißchen eher zu Ende und wir laufen erschöpft und überwältigt von den Eindrücken des Tages Richtung Wald. An unserem Lager angekommen sitzen wir noch eine Weile glücklich und zufrieden vor dem Zelt, bevor uns später die Musik im Hintergrund mit einem breiten Grinsen in den Schlaf trägt. 

Das ist das Ende von Teil 1 unserer KLP Geschichten

Der zweite Teil der KLP ist jetzt auch am Start. folgt vielleicht sogar umgehend. Könnte aber auch noch einige Tage dauern. Wir geben Gas, aber das Wetter treibt uns eher nach draußen als vor den Rechner. Wir bitten um rabaukige Nachsicht.

Impressionen

3 Kommentare zu Kulturelle Landpartie – KLP 2018 im schönen Wendland – Teil 1

Kulturelle Landpartie

Rabaukenfrühling und Kulturelle Landpartie Raus aus dem Winterschlaf, Rost von der Kette geschüttelt und aufgesattelt. Macht euch auf was gefasst. Es geht richtig geil los! Nachdem wir die letzten Monate…

Rabaukenfrühling und Kulturelle Landpartie

Raus aus dem Winterschlaf, Rost von der Kette geschüttelt und aufgesattelt. Macht euch auf was gefasst.

Es geht richtig geil los!

Nachdem wir die letzten Monate vor allem am Blog gearbeitet haben, jeder mal irgendwie im Urlaub und unterwegs war, steigt die Vorfreude auf unsere erste Tour in rabaukigen Ausmaßen an.

Der Frühling ist da, Leute!

Und da wir beiden ne recht gute Partie sind, das Ländliche nie so richtig aus den Klamotten geschüttelt haben und Kultur ja irgendwie auch interessant ist, lag die Idee für eine erste Tour so was von auf der Hand: Landkreis Lüchow-Dannenberg. Viel Fläche und wenig Menschen im östlichen Niedersachsen. Früher mal sogenanntes Zonenrandgebiet, aber das ist Geschichte.

Ökologische Themen, basisdemokratische Initiativen, Solidarität und Widerstand – Kulturelle Landpartie

Hier geht es zum ersten Teil und hier zum zweiten der KLP 2018

Der Landkreis Lüchow-Dannenberg hat landschaftlich und kulturell eine Menge zu bieten. Ein absolutes Aushängeschild ist seit fast 30 Jahren die Kulturelle Landpartie, eine 12 tägige selbstorganisierte Kulturveranstaltung, entsprungen aus politischen Widerstand gegen den „wunden Punkt“, das Atommülllager Gorleben.

925 Aktive, 123 Punkte in 88 Orten, 12 Tage.

Viel dreht sich bei der Landpartie um ökologische Themen, basisdemokratische Initiativen, Solidarität und Widerstand, natürlich. Handwerker und Künstler öffnen ihre Türen und geben Einblicke in ihre Arbeit. Musik, Performances, Theater, Mode. Das Programm ist riesig und vielfältig. Kann man hier gar nicht in ein paar Worten wiedergeben. Schaut es euch einfach mal auf der Homepage (https://www.kulturelle-landpartie.de/) an. Ein mehr als rabaukiges Ziel!

Wir freuen uns wie Bolle und sind gespannt was wir so erleben.

Falls von euch schon einmal jemand bei der Kulturellen Landpartie war und gute Tipps zu Orten, Personen, Veranstaltungen hat. Immer her damit. Schreibt uns einfach, freuen wir uns sehr drüber.

In dem Sinne: Geniesst das gute Wetter, schwingt euch auf die Räder und 

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Tagebau Garzweiler

Wochenend’ und Sonnenschein… …in der Realität ist es 01.00 Uhr nachts, Freitag, an dem ersten lauen Frühlingstag im April an dem man wirklich nachts noch auf ein Kölsch draußen sitzen…

Wochenend’ und Sonnenschein…

…in der Realität ist es 01.00 Uhr nachts, Freitag, an dem ersten lauen Frühlingstag im April an dem man wirklich nachts noch auf ein Kölsch draußen sitzen kann. Beste Rahmenbedingungen für gute Ideen. Das wir uns am nächsten Tag aufs Rad schwingen wollen, ist klar, aber wo es genau hingehen soll noch nicht.

Irgendwie kommen wir dann auf das Braunkohleabbaugebiet Garzweiler bei Köln

Garzweiler – das ist nicht der, durch die Medien bekannte Tagebau Hambach, in dem sich Aktivisten und Aktivistinnen im Hambacher Forst einen neuen Wohnsitz in den Bäumen eingerichtet haben, um zumindest noch dieses Stück Wald vor RWE zu retten. An dieser Stelle vielen Dank für den Hinweis @Rhein-Erft Tourismus e.V. und @RadRegionRheinland e.V. . Garzweiler ist aber da, wo viele Orte mit “Neu-” beginnen, in dem sich Anwohner neu einrichten mussten, da ihre Städte und Dörfer für das „Gemeinwohl“ weggebaggert wurden.

Auf eine sozialverträgliche Weise, versteht sich.

Kann man sich ja gut vorstellen, wie so was sozial verträglich ablaufen kann. IrRWEge. Wo früher also Garzweiler war, ist jetzt ein riesiges Loch und da wollen wir hin. Prost, ein Bier trinken wir aber noch.

Pünktlich, naja fast pünktlich, geht es los.

Treffpunkt ist Ehrenfeld in Köln und wir fahren einfach die Venloer Straße weiter hoch. Die ungefähre Richtung haben wir im Kopf, da wir morgens noch mal kurz in unserem Blog unter dem Menüpunkt Knotenpunkten geschaut haben. Kein Witz, es war wirklich so. Herausgekommen ist eine detailreiche Rad- und Fahrradkarte Richtung Tagebau Garzweiler (um die 50-km-Strecke ab Köln). 

 

Es ist warm, aber die Sonnenbrille sitzt, eben so die kurze Hose.

Von Ehrenfeld bis Garzweiler geht es grob gesagt immer die Venloer hoch. Vorbei am Westfriedhof …stop hier waren wir auch noch nie. Also umdrehen.
Melaten ist schon groß, kennt auch fast jeder in Köln, aber eine Schlossallee gibt es da nicht und die erwartet man zumindest nicht auf einem Friedhof. Der Westfriedhof hat so eine zu bieten, in prächtig. Sehr schön, so schön Friedhöfe sein können. Bei der Gelegenheit gönnen wir uns auch den ersten Schluck. In diesem Fall Wasser, da es doch schon sehr heiß ist und weiter geht es.

Wir stellen fest, dass ein Rabaukenrad vorne leicht schleift …

Fachmännisch stellen wir gemeinsam fest, dass es wohl nicht das Schutzblech ist und man einfach weiterfahren kann. Top. Warum Probleme lösen, wenn wir keins sehen.

Während sich die Kölner Häuserreihen schon längst gelichtet haben, tauchen im Hintergrund die ersten Kohlemeiler auf … kehr was ist das schön: Raps, Sonne, grüne Wiesen und der dicke Klotz mit seinen Kühltürmen fügen sich nahtlos in die Umgebung ein.

Es geht bergab, nicht nur landschaftlich, sondern auch auf der Straße. Mit ca. 30 km/h fahren wir auf eine Ampel zu.

“Ey lass uns da vorne am Radladen mal anhalten das Schleifen wird lauter …”

Das war der letzte Satz bevor wir das Vorderrad neben dem Fahrrad stehen haben, den Schlauch und Mantel auf eine neue Felge wuppen und mit einer Feile das Dingen bearbeiten in welches das verdammte neue Vorderrad noch nicht rein passt (siehe Bild unten). Zur Erinnerung: Es ist sauheiß, wir haben wenig Ahnung und hängen irgendwo vor einem Fahrradladen ohne Schatten ab.
Nachdem wir uns wohl nicht so K-L-U-K angestellt haben und der nette Mann aus dem Radladen mit den Worten “Zum Glück gibt es Leute, die das gelernt haben” das ein oder andere Mal unter die Arme greift, steht die Mühle tatsächlich wieder, fahrbereit auf der Straße! Wohuu… also weiter gehts.

Wie richtige Mechaniker

Wir sind immer noch überwältigt von unserer eigenen Leistung und davon, dass das Vorderrad nicht einfach rausfliegt weil wir irgendwas vergessen haben fest zuschrauben.
Doch die Freude hält nicht lange an, denn Hunger ist kein guter Freund und Begleiter. Besser ist jetzt doch eine richtige Pause. So sitzen wir nach unserem gelungenem Debüt als Zweiradmechaniker, 10 km vor Grevenbroich in einem netten Gasthaus auf der Sonnenterrasse. Trotz eigener Küche, dürfen wir unsere Brötchen essen und trinken dabei das erste und verdiente Radler. Selbstgeschmierten Brötchen aus den mitgebrachten Butterbrotdosen und Sonne – besser kann es eigentlich nicht werden.

Und wir haben es doch geschafft – Garzweiler, der Tagbau

Unser Zeitplan ist aufgrund der Panne etwas durcheinandergeraten und somit stehen wir erst um circa 17 Uhr am Loch. Leider ist es ziemlich diesig und man kann die gewaltigen Ausmaße teilweise nur erahnen. Ist aber auch egal, gigantisch groß ist es wahrscheinlich bei jedem Wetter. Wir fahren so nah an das Loch, wie es geht, keine Plattform aber auch keine Menschen.

Ein paar Fakten am Rande

Da wir zwar keinen Bildungsauftrag haben, aber doch etwas Aufklärungsarbeit leisten möchten. Hier ein paar Fakten zum Braunkohleabbaugebiet in Garzweiler:

  • In den vergangenen 50 Jahren 16 Orte geschluckt
  • Mehr als 11.000 Menschen mussten dafür weichen
  • Bis 2045 soll hier weitergebaggert werden, die Umsiedlung von fünf weiteren Orten geht damit einher
  • Die Feinstaubbelastung steigt immer weiter an
  • Irgendwann gegen Jahrhundertende soll dann das sog. Restloch in einen See umgewandelt werden

Letzteres hört sich erst mal nicht schlecht an, aber bis dahin sind Bodenhorizonte (Bodenschichten) sowie Feuchtbiotope erstmal trocken gelegt. Weitere, tiefgreifendere Infos findet ihr hier

 

Zurück zur Tour

Immer wieder präsent in den Medien aber auch vor Ort ist der Protest von Anwohner*innen, Aktivist*innen der Politik gegen das weitere Baggern. Aufkleber mit dem Schriftzug IrRWEge zeichnet ein ganz klares Bild des immer noch bestehenden Widerstandes rund um den Tagebau und bezeichnet bestimmt nicht den Rad- oder Wanderweg. Es gibt allerdings auch eine Radtour von Radregionrheinland mit dem schönen Namen “Energieradtour”

Noch mehr Informationen

Für alle, die sich noch mehr informieren möchten, hier noch ein Tipp: Die Partei – “Die Grünen” fahren in diesem Frühjahr auch wieder aus verschiedenen Himmelsrichtungen und an verschiedenen Zeitpunkten Richtung Tagebau. Am letzten Wochenende aus Köln und am kommenden aus Mönchengladbach. Bei Interesse schaut einfach auf die jeweiligen Seiten der Ortsverbände.

Endegelände und auch das Ende der Tour

Den Tagebau haben wir jetzt gesehen und sind immer noch von den Ausmaßen überwältigt, doch leider haben wir nicht genug Zeit eingepackt und müssen an dieser Stelle die Tour abbrechen. In der Bahn von Jüchen nach Köln (fährt stündlich und nur 39 min) merken wir, dass uns das Thema nicht so recht loslassen will und etwas betrübt, spontan beschließen auf jeden Fall ein zweites Mal zum Tagebau zu fahren. Dann aber mit der Bahn direkt nach Jüchen und mit dem Rad zurück.

In ein paar Wochen gibt es dann Teil 2 der Geschichte.

In diesem Sinne 

 

Impressionen

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Blog Launch

Rabauken jetzt auch online So! Das warten hat endlich ein Ende – zumindest für uns. Ein Jahr lang geschraubt, geklebt und gehämmert. Nun ist er fertig: Der Raubaken-Blog! Fahrradrabauken –…

Rabauken jetzt auch online

So! Das warten hat endlich ein Ende – zumindest für uns. Ein Jahr lang geschraubt, geklebt und gehämmert. Nun ist er fertig: Der Raubaken-Blog!

Fahrradrabauken – Der FahrradBlog geht endlich online

Naja, fertig, was heißt das schon. Fertig sind Blogs ja eigentlich nie so wirklich. Blogs sind im besten Fall ja irgendwie auch lebendige Dinge und entwickeln sich immer weiter. Von daher haben wir uns vor ein paar Tagen drauf geeinigt, dass er erst einmal einfach da ist. Immer auch noch Work in Progress und verbesserungsfähig.

Frühjahr 2018 und wir treten wieder in die Pedale und fahren quer durchs Land

Bikepacking und Urbanbiking sind unsere Hauptthemenbereiche. Was ihr dort findet sind unsere Touren aus 2017. Texte, Bilder, Kartenmaterial und Höhenprofile alles am Start. Ziemlich gut. Wenn wir etwas besonders erlebenswert finden, z. B. schöne Campingplätze, Handwerksbetriebe, Manufakturen oder so was in der Art, dann findet ihr das unter dem entsprechenden Menüpunkt. Recht einfach also. Daneben wollen wir euch einfache Tipps geben, immer auch mit rabaukiger Note versteht sich.

Tourenideen, Höhenprofile, Campingplätze, Tipps etc. – Alles am Start

Der Raubauken Blog hat also einiges zu bieten, stöbert doch einfach mal herum. Für Anregungen zum Blog sind wir dankbar. Schreibt uns einfach und 

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Kraut- und Rübenradweg

Der Kraut- und Rübenradweg – perfekt als Anschluss an die Weinstraße      [zurück zur Weinstraße] 3 Tag – Yeah es wird flach und wir freuen uns auf den Kraut-…

Der Kraut- und Rübenradweg – perfekt als Anschluss an die Weinstraße

 
 

3 Tag – Yeah es wird flach und wir freuen uns auf den Kraut- und Rübenradweg

Leicht verkatert und mit etwas Kopfschmerzen machen wir die Augen auf. Die Welt flackert vor den Augen. Ein Blick aus dem Fenster offenbart, das sich das Wetter unserem inneren Gefühl angepasst hat und sich Schweigen noch einmal von seiner regnerischen Seite zeigt. Oh man der Kopf – Waren wir gestern wirklich noch auf dem Weintor? Es scheint fast so… show

4 Tag – Und vorbei ist schon wieder der ganze Spaß

Aufstehen die Sonne lacht, ein schöner Tag. Regen, Kater und Müdigkeit sind verflogen und wir steigen bei einem Superwetter auf die Kisten, um die letzten Kilometer runterzutreten. Nach leichten Orientierungsschwierigkeiten finden wir den Weg zurück auf den Radweg und können durchstarten. Angedacht sind heute nur ca. 30- 40 km. Locker weg und dann mit dem Zug zurück nach Köln. Der Gedanke nicht so viele Kilometer vor der Brust zu haben wirkt zusätzlich sehr belebend.  show

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Auf zur Groov – Holland oder was?

Die Groov – “Die Freizeitinsel” liegt direkt am Rhein in Köln Zündorf   Nicht in den Niederlanden sondern “ums Eck” und auch unter der Woche schnell zu erreichen – Die…

Die Groov – “Die Freizeitinsel” liegt direkt am Rhein in Köln Zündorf

 

Nicht in den Niederlanden sondern “ums Eck” und auch unter der Woche schnell zu erreichen – Die Groov.

Die Groov (auch “Die Freizeitinsel” genannt) liegt direkt am Rhein in Köln Zündorf und ist ein kleines Freizeitparadies nicht weit entfernt vom Zentrum Kölns. Einst aus einem Altarm des Rheins entstanden war die Groov bis in Mitte des 19 Jhd. eine Insel, bis sie mit dem Ufer verbunden und zum Binnengewässer wurde. Das Gewässer selbst teilt sich in untere und obere Groov und im Norden befindet sich außerdem ein kleiner Yachthafen, der natürlich mit dem Rhein verbunden ist.

Die Groov ist die Freizeitinsel

Auf der Freizeitinsel finden sich ausladende Sandstrände, Parklandschaften mit alten Baumbeständen, schöne Biergärten, Minigolfanlage, Tretboot Verleih und wer beim Feierabendbier noch etwas Kultur brauch, der mittelalterliche Wehrturm welcher seit den 80er Jahren ein Heimatmuseum beherbergt. Wer Köln kennt, weiß das Sandstrände eher die Ausnahme im Stadtgebiet sind, allein deshalb lohnt sich schon ein Ausflug weg vom Innenstadttrubel.show

Impressionen

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Die Knotenpunkte – Fahrradtouren durch Köln und NRW

Sind euch auch schon die großen roten Quadrate mit einer Zahl in weißer Umrandung an Radkreuzungen aufgefallen? Die Knotenpunkte – Was unsere Nachbarn in den Niederlanden schon haben, wird jetzt…

Sind euch auch schon die großen roten Quadrate mit einer Zahl in weißer Umrandung an Radkreuzungen aufgefallen? Die Knotenpunkte – Was unsere Nachbarn in den Niederlanden schon haben, wird jetzt in Deutschland nachgerüstet. Das Ganze funktioniert so:

Von Köln nach Düsseldorf mit dem Fahrrad

Ihr sucht euch eine Route die ihr gerne fahren wollt z. B. von Köln nach Düsseldorf,  von Nippes nach Ehrenfeld oder von A nach B. Am Besten kann man sich seine Route auf http://www.radroutenplaner.nrw.de/ raussuchen. Das Ganze ist ähnlich gestaltet wie Maps für Autofahrer, nur werden hier passende Straßen und Wege für Radfahrer berücksichtig, was das Radeln wesentlich entspannter macht, als wenn man sich von google an einer Bundesstraße, ohne Radweg entlanglotsen lässt.

Einfach Start und Ziel eingeben und fertig ist die Tour. Soweit so gut und eigentlich alles beim Alten.

Zoomt man aber weiter auf die berechnete Route, findet man rote Kreise mit Zahlen. Das sind die Wegmarken, welche ihr notieren oder direkt ausdrucken könnt.

Knotenpunkte am Rhein

Somit fahrt ihr, um von Köln nach Düsseldorf zu fahren einfach die Punkte 99-98-88-30-n ab. Hört sich kryptisch an ist aber kinderleicht. Man fährt von Knoten zu Knoten und zwischen den Knoten einfach den “Kleinen weißen Schildern” nach (auf dem Bild unten gibt es keine falsche Richtung und ihr fahrt so oder so richtig).

Wer die unromantische Variante bevorzugt, kann sich auch die GPS-Route herunterladen oder sich die Strecke direkt in die Radroutenplaner APP laden. Nur Achtung die App verfügt über keinen Offlinemodus und muss somit eine Datenverbindung haben. Was zum einen den Akku schnell leer saugt (fatal bei der Suche nach Campingplätzen/Hotels – siehe RuhrtalRadweg Tag 2) und zum anderen in ländlichen Gegenden zu Problemen führen kann.  Ich persönlich möchte auch mein Handy nicht die ganze Zeit im Blick haben, wenn ich draußen unterwegs bin. GPS Karten können aber dennoch als Backup hilfreich sein.

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